Vom rassistischen Pogrom ins Europäische Parlament

Massimiliano Panero und Simone di Stefano präsentieren das gemeinsame Wahllogo am 07.04.2019 (screenshot)

Ihre Wahlbeteiligung bei der neunten Direktwahl zum Europäischen Parlament im Mai 2019 kündigte am vergangenen Wochenende die faschistische Partei CasaPound Italia  an. Parteisekretär Simone di Stefano präsentierte im Innenministerium das Symbol, unter dem die „Faschisten des 3. Jahrtausend“ antreten werden, und verkündete: „Wir werden die [notwendigen] Unterschriften [zur Wahlzulassung] nicht sammeln müssen, auch wenn wir uns auf diese Eventualität bereits vorbereitet haben, weil sich auf dem von uns präsentierten [Partei]Symbol der Verweis auf die „Allianz der Europäischen nationalen Bewegungen“ (AENM) befindet, die vom ungarischen Europaparlamentsmitglied Béla Kovács angeführt wird.“ Continue reading „Vom rassistischen Pogrom ins Europäische Parlament“

Faschistische europäische Vernetzung in Brüssel

30.03.2019 – „The Vortex Londinium“-Konferenz in Brüssel mit Konstantinos Boviatsos, Julian Bender, Francesco Susinno, Andrea Bonazza, Valentin Linder und einer Unbekannten (screenshot)

Vertreter*innen verschiedener national-revolutionärer Bewegungen und Bewegungsparteien trafen sich am 30. März 2019  in der belgischen Hauptstadt. Ausgerichtet hatte das Treffen die englische Dependance von CasaPound Italia „The Vortex Londinium“ und, mit großer Wahrscheinlichkeit, Konstantinos Boviatsos, der Assistent des EU-Parlamentariers Georgios Epitideios von der griechischNazi-Partei „Goldene Morgenröte“. Continue reading „Faschistische europäische Vernetzung in Brüssel“

Ein „schwarzer Samstag“ in Mailand

Antifaschistischer Protest in Mailand am 23. März 2019 – „Faschisten: Zombies gestern-Zombies heute-Zombies morgen“ (Foto: H. Koch)

Die lombardische Hauptstadt Mailand erlebte am vergangenen Samstag einen „sabato nero“ (dt.: schwarzer Samstag). Im Laufe des Tages fanden mehrere faschistische Veranstaltungen anlässlich des 100ten Jahrestag der Gründung der faschistischen Kampfbünde, der „Fasci italiani di combattimento“, statt. Diese paramilitärischen Milizen wurden am 23. März 1919 in einem Saal des „Circolo dell’alleanza industrialean der Piazza San Sepolcro in Mailand von Benito Mussolini gegründet. Keinen Monat später starteten die in Italien wegen ihrer schwarzen Uniformierung auch „camicie nere“ (dt.: Schwarzhemden) genannten Faschisten ihre ersten Angriffe auf die organisierte Arbeiterbewegung. Während eine Gruppe derFasci di Combattimento“ am 15. April in Mailand eine Gewerkschaftsdemonstration angriff, wobei es Tote gab, attackierte eine andere Gruppe der Faschisten den Sitz der sozialistischen Zeitung „Avanti“ und setzte ihn in Brand. Dies war der Auftakt dessen, was Mussolini am 23. März proklamierte: „[Heute] gründen wir eine Gegenpartei, die Fasci di Combattimento, sie wendet sich gegen zwei Gefahren. Erstens gegen den Hass der Linken und zweitens gegen deren Zerstörungswut.“ Alles weiter ist jedem guten Geschichtsbuch zu entnehmen. Continue reading „Ein „schwarzer Samstag“ in Mailand“

Eine kurze Geschichte faschistischer Squats in Italien

Demonstrationsaufruf: „CasaPound – non si tocca!“ (dt.: CasaPound macht man nicht an!) (screenshot)

Mitglieder der Bewegungspartei CasaPound Italia demonstrierten am 8. Februar 2019 vor dem Campidoglio, dem Sitz des römischen Bürgermeisteramts. Unter dem Motto “CasaPound non si tocca!” (dt.: CasaPound rührt man nicht an!) protestierten sie gegen den Ratsbeschluss von Ende Januar 2019, der die Räumung der CasaPound-Zentrale in der Via Napoleone III festlegt. Mit der Räumung dieses Gebäudes würde nicht nur die bekannteste Besetzung italienischer Faschist*innen enden. Auch das Wahrzeichen der CasaPound Italia als national-revolutionäre Bewegung wäre „tempi passati“ (dt.: vergangene Zeiten). Grund genug, sich die Geschichte der Besetzungen „sotto il tricolore e non sotto la bandiera rossa“ (dt.: Unter der nationalen [Trikolore] und nicht der roten Fahne), wie Parteichef Gianluca Ianonne es bezeichnete, genauer anzusehen. Continue reading „Eine kurze Geschichte faschistischer Squats in Italien“