Debatte, Bildung, Vernetzung zu Migration und gegen Rassismus und Neonazismus



Straßenumbenennung und weißer Stress

 

Abs­tract

Der Bei­trag the­ma­ti­siert den mit dem Beschluss der Bezirks­ver­ord­ne­ten­ver­samm­lung Ber­lin-Mit­te vom 17. März 2016 offi­zi­ell begon­ne­nen Pro­zess der Umbe­nen­nung von Stra­ßen im Ber­li­ner „Afri­ka­ni­schen Vier­tel“ und wei­ße Abwehr am Bei­spiel der media­len Debat­te im Anschluss an die Ver­öf­fent­li­chung alter­na­ti­ver Namens­vor­schlä­ge Ende Mai 2017. Die dis­ku­tier­ten Medi­en­bei­trä­ge zur Stra­ßen­um­be­nen­nung, die in den zwei Wochen nach der Namens­ver­öf­fent­li­chung publi­ziert wur­den, wer­den im Hin­blick auf wei­ße Abwehr­stra­te­gi­en bespro­chen und in Bezie­hung zum Umgang mit Ras­sis­mus in Deutsch­land gesetzt. Von die­ser Kon­tex­tua­li­sie­rung aus­ge­hend plä­diert der Text für eine flä­chen­de­cken­de ras­sis­mus­kri­ti­sche Bil­dung, die den Zusam­men­hang von Kolo­nia­lis­mus und Ras­sis­mus bis in die Gegen­wart zum The­ma macht.

Straßenumbenennung, weißer Stress und die Notwendigkeit rassismuskritischer Bildung

Ein Diskursbeitrag zur medialen Debatte über die Umbenennung von Straßen im „Afrikanischen Viertel“ in Berlin

Ende Mai 2017 wur­den alter­na­ti­ve Namens­vor­schlä­ge für zwei Stra­ßen und einen Platz des „Afri­ka­ni­sches Vier­tels“ im Ber­li­ner Orts­teil Wed­ding ver­öf­fent­licht. Der Beschluss zur Umbe­nen­nung der Lüde­ritz­stra­ße, des Nach­tig­al­plat­zes und der Peter­s­al­lee stammt noch aus 2016. Er sieht vor, bei der Namens­än­de­rung „Per­sön­lich­kei­ten – ins­be­son­de­re Frau­en – der (post-)kolonialen Befrei­ungs- und Eman­zi­pa­ti­ons­be­we­gung aus Län­dern Afri­kas“ (Bezirks­ver­ord­ne­ten­ver­samm­lung Mit­te von Ber­lin 2016) auf­zu­grei­fen. Von der Bevöl­ke­rung wur­den 196 Umbe­nen­nungs­vor­schlä­ge ein­ge­reicht, von denen eine vom zustän­di­gen Bezirks­amt ein­be­ru­fe­ne Jury wie­der­um sechs Namen aus­ge­wählt hat. Wenig erstaun­lich sind die Reak­tio­nen in der Ber­li­ner Pres­se auf die Prä­sen­ta­ti­on die­ser in die enge­re Wahl genom­me­nen Namen. Sie zeu­gen von der bekann­ten wei­ßen[1]  Wut und Empö­rung, die auf die The­ma­ti­sie­rung bzw. das Auf­zei­gen und Infra­ge­stel­len von Ras­sis­mus fol­gen.

Als Aus­lö­ser der wei­ßen Emo­tio­nen, die die Pres­se­ar­ti­kel in den Tagen nach der Ver­öf­fent­li­chung des Jury-Votums erah­nen las­sen, kön­nen weni­ger die spe­zi­fi­schen vor­ge­stell­ten Namen fest­ge­macht wer­den. Sie gehö­ren Per­so­nen, die den meis­ten Autor*innen höchst­wahr­schein­lich bis dato nicht bekannt waren. Viel­mehr wur­den die star­ken emo­tio­na­len Reak­tio­nen offen­bar des­halb her­vor­ge­ru­fen, weil die Lüde­ritz­stra­ße, der Nach­tig­al­platz und die Peter­s­al­lee über­haupt neue Namen erhal­ten. Genau­er scheint der ras­sis­mus­kri­ti­sche Gehalt der Neu­be­nen­nung ver­ant­wort­lich für die Reak­tio­nen zu sein. Den Puls lässt offen­bar höher schla­gen, dass Stra­ßen, die bis­her Kolo­ni­al­ver­bre­cher ehren bzw. – im Fall der Peter­s­al­lee – ehr­ten (vgl. Bön­kost 2017), nach mög­lichst weib­li­chen afri­ka­ni­schen Per­sön­lich­kei­ten, die gegen Kolo­nia­lis­mus und Ras­sis­mus Wider­stand geleis­tet haben, umbe­nannt wer­den.

Eine Debat­te um die Umbe­nen­nung von Stra­ßen des „Afri­ka­ni­schen Vier­tels“ gibt es schon seit Lan­gem. Von in Ber­lin leben­den Nach­fah­ren Kolo­ni­sier­ter initi­iert und maß­geb­lich von der Schwar­zen Com­mu­ni­ty Ber­lins und zivil­ge­sell­schaft­li­cher Initia­ti­ven vor­an­ge­trie­ben, gehen dem offi­zi­el­len Pro­zess zur Stra­ßen­um­be­nen­nung vie­le Jah­re Ein­satz für einen kri­ti­schen Umgang mit den kolo­nia­len Spu­ren und das Sicht­bar­ma­chen von Schwar­zen Per­spek­ti­ven des Wider­stands in Deutsch­lands ältes­tem Kolo­ni­al­vier­tel vor­aus. Mit der Ver­öf­fent­li­chung der vor­ge­schla­ge­nen neu­en Namen rückt die Neu­be­nen­nung von Stra­ßen des „Afri­ka­ni­schen Vier­tels“ nun unmiss­ver­ständ­lich ein Stück näher. Die media­len Reak­tio­nen, die auf die Namens­prä­sen­ta­ti­on folg­ten, las­sen erah­nen, dass die­ser anste­hen­de Namens­wech­sel für wei­ße Per­so­nen emo­tio­na­len Stress bedeu­tet. Gemeint ist hier die Art von Stress, den Wei­ße als Fol­ge einer Gewöh­nung an die wahr­ge­nom­me­ne Nor­ma­li­tät des Ras­sis­mus durch eine Infra­ge­stel­lung die­ser Nor­ma­li­tät erfah­ren (vgl. DiAn­ge­lo 2011). In die­sem Fall drückt sich die wei­ße Nor­ma­li­tät im Kon­kre­ten in einem bis­her weit­ge­hend unkri­ti­schen Umgang mit den kolo­nia­len Spu­ren im öffent­li­chen Raum in Deutsch­land aus. Auch ande­re vor­ge­schla­ge­ne Namen (weib­li­cher) Schwar­zer Per­sön­lich­kei­ten des anti­ko­lo­nia­len Wider­stan­des hät­ten die­se Nor­ma­li­tät „gestört“. Des­halb ist auch nicht davon aus­zu­ge­hen, dass ande­re Namen grund­sätz­lich ande­re media­le Reak­tio­nen aus­ge­löst hät­ten. Denn auch sie hät­ten die nega­ti­ven wei­ßen Emo­tio­nen her­vor­ge­ru­fen, die das Sicht­bar­ma­chen ras­sis­ti­scher Macht- und Ungleich­heits­ver­hält­nis­se, die die Nor­ma­li­tät des Ras­sis­mus ver­schlei­ert, aus­löst. Von den Betrof­fe­nen wer­den die­se Emo­tio­nen, zu denen tief­grei­fen­de Gefüh­le von Schuld und Scham gehö­ren, in der Regel nicht als ras­sis­mus­re­le­vant wahr­ge­nom­men (vgl. Bön­kost 2016). Das eige­ne Gefühls­er­le­ben bleibt, wie in den hier ange­spro­che­nen Pres­se­ar­ti­keln, ent­spre­chend unre­flek­tiert. Gleich­zei­tig ist es wesent­lich für das Han­deln ver­ant­wort­lich: So kön­nen die Medi­en­be­rich­te als Ver­such gele­sen wer­den, die unan­ge­neh­men Gefüh­le zu über­win­den und die ein­ge­bro­che­ne wei­ße Nor­ma­li­tät zu ver­tei­di­gen bzw. schnellst­mög­lich wie­der­her­zu­stel­len.

Die media­le Bericht­erstat­tung zur Stra­ßen­um­be­nen­nung im „Afri­ka­ni­schen Vier­tel“ in der ers­ten Juni­hälf­te 2017 demons­triert in bei­spiel­haf­ter Wei­se die viel­fäl­ti­gen, wenn auch immer wie­der glei­chen emo­tio­nal auf­ge­la­de­nen wei­ßen Abwehr­me­cha­nis­men mit dem Ziel, Kri­tik am Ras­sis­mus zurück­zu­wei­sen (vgl. DiAn­ge­lo 2011). Im Hin­blick auf den Dis­kurs um die Stra­ßen­um­be­nen­nung im „Afri­ka­ni­schen Vier­tel“ umfasst die Kri­tik die Infra­ge­stel­lung der Ehrung ras­sis­ti­scher Akteu­re der deut­schen Kolo­ni­al­zeit mit Stra­ßen­na­men und die Absicht der Wür­di­gung anti­ko­lo­nia­len und ras­sis­mus­kri­ti­schen Wider­stan­des. Genau­so wie sich die­ses kri­ti­sche Vor­ha­ben auf die Ebe­ne struk­tu­rel­ler Macht- und Ungleich­heits­ver­hält­nis­se bezieht, sind auch die Aus­sa­gen der Journalist*innen im Kon­text die­ser Ver­hält­nis­se zu lesen: Die Zurück­wei­sung des ras­sis­mus­kri­ti­schen Vor­ha­bens dient im Wesent­li­chen dazu, bestehen­de wei­ße Domi­nanz abzu­si­chern, die der Zustand der Nor­ma­li­tät des Ras­sis­mus für Wei­ße bedeu­tet. Denn wird die Nor­ma­li­tät des Ras­sis­mus in Fra­ge gestellt, wer­den immer auch die gesell­schaft­li­chen Pri­vi­le­gi­en und leich­te­ren Zugän­ge wei­ßer Men­schen zu lebens­be­deut­sa­men Res­sour­cen und Hand­lungs­mög­lich­kei­ten hin­ter­fragt, die mit die­ser Nor­ma­li­tät ver­bun­de­nen sind bzw. war­um der Ras­sis­mus als Nor­ma­li­tät über­haupt erst exis­tiert (vgl. McIn­tosh 2001). Auch weil die eige­nen ras­sis­mus­re­le­van­ten Emo­tio­nen in der Regel selbst nicht hin­ter­fragt wer­den sowie auf­grund eines man­geln­den Ver­ständ­nis­ses des struk­tu­rel­len Ras­sis­mus, ist abweh­rend han­deln­den Wei­ßen die­se poli­ti­sche Dimen­si­on des eige­nen Han­delns in der Regel nicht bewusst. Des­halb war auch erwart- bzw. vor­her­sag­bar, dass die wei­ße Abwehr der Ras­sis­mus­kri­tik von Sei­ten der Autor*innen der hier dis­ku­tier­ten Pres­se­be­rich­te auf der Text­ebe­ne vor allem impli­zit erfolgt. Unter ande­rem wer­den hier­für fol­gen­de Text- und Argu­men­ta­ti­ons­stra­te­gi­en genutzt:

Die media­le Debat­te um die Stra­ßen­um­be­nen­nung in den Tagen nach der Ver­öf­fent­li­chung der alter­na­ti­ven Namens­vor­schlä­ge für die Lüde­ritz­stra­ße, den Nach­tig­al­platz und die Peter­s­al­lee legt nahe, Kolo­nia­lis­mus und Ras­sis­mus sei­en The­men der Ver­gan­gen­heit. Auf die­se Wei­se wird die Prä­senz von Ras­sis­mus im heu­ti­gen Umgang mit der deut­schen Kolo­ni­al­ver­gan­gen­heit und ihrem gegen­wär­ti­gen Erbe in Deutsch­land ver­leug­net. Mit die­ser Ver­leug­nung wird den Argu­men­ten der Befürworter*innen der Umbe­nen­nung, die die Stra­ßen­na­men auf­grund ihrer Ver­stri­ckung in Ras­sis­mus bis heu­te hin­ter­fra­gen, die Grund­la­ge ent­zo­gen. Mit der Ver­la­ge­rung von Ras­sis­mus in die Ver­gan­gen­heit spre­chen sich die Journalist*innen gleich­zei­tig davon frei, mit ihren Posi­tio­nen selbst in Ras­sis­mus ver­wo­ben zu sein. Viel­mehr wird offen­bar für sich bean­sprucht, „objek­tiv“ und fach­kun­dig über den zur Dis­kus­si­on ste­hen­den Sach­ver­halt Ras­sis­mus urtei­len zu kön­nen. Ras­sis­mus­for­schung, genau­so wie ras­sis­mus­kri­ti­sche Arbeit, wird hin­ge­gen pau­schal abge­wer­tet. „Geht natür­lich gar nicht, da wir inzwi­schen alle Anti­ras­sis­ten sind,“ heißt es in Welt/N24 im Hin­blick auf die bis­he­ri­gen Stra­ßen­na­men im „Afri­ka­ni­schen Vier­tel“. Was für den Autor, der sich hier offen­bar nicht wört­lich, son­dern iro­nisch ver­stan­den wis­sen will, schein­bar tat­säch­lich „gar nicht geht“, sind ras­sis­mus­kri­ti­sche Bemü­hun­gen und das egal, wo sie sich wie­der­fin­den. Nach­dem er ras­sis­mus­kri­ti­sche Wis­sen­schaft als „aka­de­mi­sche Sze­ne“ her­ab­setzt, dient ihm sei­ne Ver­wen­dung des hier nega­tiv kon­no­tier­ten Aus­drucks „Anti­ras­sist“ auch dazu, die Qua­li­fi­ka­ti­on der Mit­glie­der der Jury, die „sozu­sa­gen haupt­be­ruf­li­che Anti­ras­sis­ten“ sei­en, infra­ge zu stel­len. Offen­bar wüss­te man es als natür­lich bes­ser qua­li­fi­zier­ter Jour­na­list bes­ser. Das nicht Bestreit­ba­re, die Betei­li­gung der alten Namens­ge­ber der Stra­ßen an der bru­ta­len deut­schen Kolo­ni­al­ver­gan­gen­heit, wird her­un­ter­ge­spielt. Die Lüde­ritz­stra­ße, heißt es in der Ber­li­ner Woche, sei „nach dem Kauf­mann Adolf Lüde­ritz [benannt], der in der frü­he­ren Kolo­nie Deutsch-Süd­west­afri­ka im heu­ti­gen Nami­bia aktiv war“. Wor­in die­se „Akti­vi­tät“ bestand, scheint nicht erwäh­nens­wert. Gus­tav Nach­ti­gal hin­ge­gen wird immer wie­der als „Afri­ka­for­scher“ heroi­siert. Der Tagespie­gel stellt ihn bei­spiel­wei­se als „bis heu­te welt­weit respek­tier­ter Stamm­va­ter der eth­no­gra­fi­schen Feld­for­schung“ vor. Die Gewalt­tä­tig­kei­ten, für die die Namens­ge­ber der Stra­ßen über­haupt in der Kri­tik ste­hen, blei­ben nicht nur hier unbe­nannt. Ver­bre­chen und Gewalt­tä­tig­keit wer­den außer­dem fle­xi­bel bewer­tet: Began­gen von den mög­li­chen alter­na­ti­ven Namensgeber*innen sei­en sie aus­drück­lich nicht hin­nehm­bar. Hier wie­der­um scheint Gewalt­frei­heit auf ein­mal ein zen­tra­les Kri­te­ri­um zu sein. „Irrer Plan: Ber­lin will eine Stra­ße nach einer Skla­ven­händ­le­rin benen­nen“, lau­tet der Titel eines Arti­kels im Ber­lin Kurier, der sich auf den Namens­vor­schlag „Ana Nzin­ga“ bezieht. Mit Bei­trä­gen wie die­sem Arti­kel wird der Fokus weg­ge­scho­ben von den kolo­nia­len Ver­bre­chen Deutsch­lands und ihren Fol­gen für die Gegen­wart in der BRD hin zur ver­meint­li­chen Untaug­lich­keit der neu­en Namens­vor­schlä­ge: Nzin­ga sei „ohne Zwei­fel eine hoch­in­ter­es­san­te Figur“, doch „[z]ur Ver­eh­rung aber taugt sie nicht“, so die Haupt­aus­sa­ge eines Arti­kels in der Ber­li­ner Zei­tung. Beson­ders her­vor­ge­ho­ben wer­den in den Medi­en­bei­trä­gen offen­sicht­lich jeweils die ver­meint­li­chen Eigen­schaf­ten der Per­so­nen, die am brauch­bars­ten dafür erschei­nen, die Stra­ßen­um­be­nen­nung gene­rell infra­ge zu stel­len. Eine Aus­sa­ge im Tages­spie­gel, mit der dies geschieht, lau­tet bei­spiels­wei­se: „Ein Afri­ka­for­scher soll in Wed­ding gegen eine Skla­ven­händ­le­rin aus­ge­tauscht wer­den“.

Dar­über hin­aus neh­men die Medi­en­be­rich­te immer wie­der eine Opfer-Täter*innen-Verschiebung vor. Die eigent­li­chen Leid­tra­gen­den sei­en die „betrof­fe­nen“ Anwohner*innen, die jetzt, „Aus­wei­se ändern müs­sen [und] neue Visi­ten­kar­ten und Brief­köp­fe brau­chen“ (B. Z.). Die Umbe­nen­nung gin­ge außer­dem nicht nur zu Las­ten der Anwohner*innen, sie wür­den außer­dem fremd­be­stimmt: „Die Betrof­fe­nen: Das sind näm­lich die Bewoh­ner des Afri­ka­ni­schen Vier­tels“, die für „zu dumm“ gehal­ten wür­den, um „ihre eige­nen Din­ge zu regeln“ (Welt/N24) und denen nicht zuge­traut wer­de, „über die Rol­le des Arz­tes und For­schers Gus­tav Nach­ti­gal im deut­schen Kolo­ni­al­reich zu reflek­tie­ren“ (Ber­li­ner Zei­tung). „Das Ver­fah­ren zur Stra­ßen­um­be­nen­nung in Wed­ding ist skan­da­lös“, schreibt die Ber­li­ner Zei­tung und fügt dem einen poli­tisch moti­vier­ten media­len Auf­ruf zum Wider­stand hin­zu: „Die Men­schen im Wed­ding“, heißt es hier, „soll­ten sich weh­ren“. Damit die Opfer-Täter*innen-Verschiebung funk­tio­niert, wird in die­sem Zusam­men­hang beson­ders her­vor­ge­ho­ben, dass es sich bei der Umbe­nen­nung um ein vor allem von Schwar­zen Akteur*innen getra­ge­nes Anlie­gen han­delt. In der Jury säßen „vor allem Mit­glie­der afri­ka­ni­scher Her­kunft“, betont bei­spiels­wei­se Welt/N24 bevor die ver­meint­li­che „Betrof­fen­heit“ der Anwohner*innen erläu­tert wird.

An ande­rer Stel­le scheint die Initia­ti­ve von Men­schen mit Ras­sis­mu­ser­fah­rung hin­ter der Umbe­nen­nung hin­ge­gen weni­ger wich­tig. Bei­spiels­wei­se wenn es dar­um geht, Stim­men wie­der­zu­ge­ben, die sich gegen einen Namens­wech­sel aus­spre­chen. „Die Kolo­ni­al­zeit ist lan­ge her, ich sehe das nicht so eng“, lau­tet eine in der B. Z. hier­für her­an­ge­zo­ge­ne Aus­sa­ge einer Anwoh­ne­rin. Dass in die­sem Zusam­men­hang auf Stim­men von Schwar­zen Men­schen und Peop­le of Color zurück­ge­grif­fen wird und auch Bil­der der zitier­ten Per­so­nen gezeigt wer­den, scheint wenig zufäl­lig, kann mit den Aus­sa­gen und Fotos doch zugleich dem Ras­sis­mus­vor­wurf vor­ge­beugt und das eige­ne posi­ti­ve Selbst­bild auf­recht­erhal­ten wer­den. Dies ist eine wich­ti­ge Auf­ga­be der wei­ßen Abwehr­me­cha­nis­men, die dazu die­nen, den wei­ßen Stress zu redu­zie­ren und das ange­grif­fe­ne wei­ße Wohl­be­fin­den wie­der­her­zu­stel­len. Die­ses Wohl­be­fin­den ist auch dar­auf ange­wie­sen, nicht als ras­sis­tisch und damit „böse“ zu gel­ten. Auch die Her­vor­he­bung des Wider­stands von Hans Peters (dem die Peter­s­al­lee seit 1986 gewid­met ist) gegen den Natio­nal­so­zia­lis­mus und von Gus­tav Nach­ti­gals Rol­le als Geg­ner der Skla­ve­rei dient dazu, sich trotz der eige­nen zwei­fel­haf­ten Behaup­tun­gen gut zu füh­len. Aus­schlag­ge­bend ist hier die Beto­nung. Sie sug­ge­riert, dass nicht die bis­he­ri­gen Stra­ßen­na­men, son­dern viel­mehr die Stra­ßen­um­be­nen­nung im Hin­blick auf Ras­sis­mus pro­ble­ma­tisch sei. „Das Abschrau­ben [der Stra­ßen­schil­der] wür­de also auch einen Kämp­fer gegen den Natio­nal­so­zia­lis­mus tref­fen“, heißt es in die­sem Tenor in der B. Z. In der Bild­zei­tung erfolgt die Her­vor­he­bung mit einem Zusatz in Klam­mern: „Abge­schraubt wer­den sol­len die Namen von Adolf Lüde­ritz, Carl Peters und Gus­tav Nach­ti­gal (obwohl er auch ein gro­ßer Kri­ti­ker der Skla­ve­rei war).“ Ein Dis­kri­mi­nie­rungs­vor­wurf, mit dem sich die Autor*innen anschei­nend selbst „frei­spre­chen“ von Ras­sis­mus, erfolgt schließ­lich auch direkt: Die Stra­ßen­um­be­nen­nun­gen sei­en Akte eines „neu­en Kolo­nia­lis­mus“, erklärt Welt/N24 und die Ber­li­ner Zei­tung schreibt: „Man wickelt in Ber­lin das Erbe des Kolo­nia­lis­mus ab, indem man sich der Mit­tel des Kolo­nia­lis­mus bedient: Fremd­be­stim­mung, Dün­kel, Ver­mes­sen­heit, Igno­ranz.“ Die­ses den Kolo­nia­lis­mus (z. B. mit dem Aus­wuchs bis hin zum Geno­zid an den Ova­here­ro und Nama) rela­ti­vie­ren­de und ver­nied­li­chen­de Argu­ment ent­larvt sich sel­ber. Für einen wei­te­ren Vor­wurf wird schließ­lich auch auf den Ras­sis­mus­be­griff zurück­ge­grif­fen: Der Tages­spie­gel lässt sei­ne Leser*innen wis­sen, dass das Kri­te­ri­um der Jury, weib­li­che Schwar­ze Per­sön­lich­kei­ten als Namens­ge­be­rin­nen aus­zu­wäh­len, ras­sis­tisch und sexis­tisch sei. Dies ist wohl­ge­merkt das ein­zi­ge Mal, dass der Aus­druck „Ras­sis­mus“ in den hier zitier­ten Medi­en­bei­trä­gen vor­kommt.

Wei­ße Abwehr ist fle­xi­bel. Die Medi­en­be­richt­erstat­tung zur Stra­ßen­um­be­nen­nung im „Afri­ka­ni­schen Vier­tel“ in den zwei Wochen nach der Prä­sen­ta­ti­on der aus­ge­wähl­ten Namen­vor­schlä­ge ist dafür mit ihrem abweh­ren­den Argu­men­ta­ti­ons­wirr­warr ein gutes Bei­spiel. Trotz ihrer auf­fäl­li­gen inhalt­li­chen Wider­sprüch­lich­keit die­nen die abweh­ren­de Argu­men­te und Stra­te­gi­en alle­samt dazu, die Stra­ßen­um­be­nen­nung grund­sätz­lich zu hin­ter­fra­gen, den mit einer Stra­ßen­um­be­nen­nung in Fra­ge gestell­ten Ras­sis­mus zu ver­de­cken und – im wei­tes­ten Sin­ne – die Kritiker*innen zum Schwei­gen zu brin­gen.

Im Hin­blick auf Ras­sis­mus sind die hier bespro­che­nen media­len Bericht­erstat­tun­gen nicht als indi­vi­du­el­le Mei­nun­gen der – über­wie­gend männ­li­chen wei­ßen Journalist*innen – zu bewer­ten. Viel­mehr ste­hen die media­len Reak­tio­nen in viel­fa­cher Hin­sicht reprä­sen­ta­tiv für den Umgang mit Ras­sis­mus in Deutsch­land im All­ge­mei­nen. Die­ser Umgang zeich­net sich dadurch aus, dass ange­nom­men wird, Ras­sis­mus gehö­re der Ver­gan­gen­heit an und tre­te heu­te allen­falls als Aus­nah­me auf, in Form extrem rech­ten Han­delns oder absichts­voll ras­sis­ti­schen Ver­hal­tens Ein­zel­ner. Die eige­ne Ver­stri­ckung in Ras­sis­mus und die eige­nen Repro­duk­tio­nen ver­in­ner­lich­ter ras­sis­ti­scher Selbst- und Fremd­bil­der wer­den grund­sätz­lich nicht wahr­ge­nom­men in dem selbst­ge­fäl­li­gen Glau­ben, ras­sis­mus­frei zu han­deln. In die­ser Sicht kommt die Bedeu­tung, die der deut­sche Kolo­nia­lis­mus für das Wir­ken des Ras­sis­mus bis heu­te hat, gar nicht vor. Die Akteur*innen der Stra­ßen­um­be­nen­nungs­de­bat­te – die hier ange­spro­che­nen Journalist*innen auf der einen Sei­te und die Initia­ti­ven hin­ter der Stra­ßen­um­be­nen­nung auf der ande­ren Sei­te – haben also ein unter­schied­li­ches Ver­ständ­nis von Ras­sis­mus, das ihren Argu­men­ta­tio­nen zugrun­de liegt und spre­chen folg­lich auf ver­schie­de­nen Ebe­nen.

Das her­kömm­li­che Ras­sis­mus­ver­ständ­nis, das auch die media­le Debat­te um die Stra­ßen­um­be­nen­nung im „Afri­ka­ni­schen Vier­tel“ beherrscht, ist eine wich­ti­ge Spiel­art des Ras­sis­mus. Denn indem es die von Ras­sis­mus geschaf­fe­nen Macht- und Ungleich­ver­hält­nis­se negiert, trägt es zum Erhalt genau die­ser Ver­hält­nis­se bei. Die domi­nan­te verkürzte Sicht auf Ras­sis­mus ist auch dafür mit­ver­ant­wort­lich, dass – von Anwohner*innen wie Nicht-Anwohner*innen – die ver­meint­li­chen „Inter­es­sen“ der im Kolo­ni­al­vier­tel leben­den Men­schen immer wie­der als wich­ti­ger dar­ge­stellt wer­den als der Ver­such eines ver­ant­wor­tungs­vol­len und macht­kri­ti­schen Umgan­ges mit den Spu­ren des Kolo­nia­lis­mus im öffent­li­chen Raum. Anders for­mu­liert: War­um soll­te eine Stra­ßen­um­be­nen­nung befür­wor­tet wer­den, wenn die Bedeu­tung des gegen­wär­ti­gen Umgangs mit der deut­schen Kolo­ni­al­ver­gan­gen­heit geschwei­ge denn einer mög­li­chen Stra­ßen­um­be­nen­nung im „Afri­ka­ni­schen Vier­tel“ im Hin­blick auf ras­sis­ti­sche Ver­hält­nis­se in Deutsch­land gar nicht nach­voll­zo­gen wer­den kann? Journalist*innen, die selbst nicht im „Afri­ka­ni­schen Vier­tel“ leben, schla­gen sich nicht aus Sor­ge um deren Geld­beu­tel auf die Sei­te der Anwohner*innen, die eine Umbe­nen­nung ableh­nen. Viel­mehr erlaubt die­ses Par­tei­er­grei­fen den Autor*innen, die eige­ne zum Aus­druck gebrach­te wei­ße Ableh­nung einer Stra­ßen­um­be­nen­nung argu­men­ta­tiv und ver­meint­lich plau­si­bel zu recht­fer­ti­gen. Hier­für wird dann auch schon mal auf die schwie­ri­ge Schreib­wei­se oder Aus­spra­che der vor­ge­schla­ge­nen Namen hin­ge­wie­sen. Sie wer­den als schwer­wie­gen­der gewer­tet als der Umstand, dass Stra­ßen­na­men bis heu­te die deut­sche Kolo­ni­al­herr­schaft ver­herr­li­chen und mit den Stra­ßen­um­be­nen­nun­gen ein wich­ti­ger Schritt in die Rich­tung einer kolo­ni­al­ras­sis­mus­kri­ti­schen Erin­ne­rungs­kul­tur in Deutsch­land voll­zo­gen wer­den könn­te. „Nicht mal die Aus­wahl­kom­mis­si­on […] ist sich über die Schreib­wei­se einig“, heißt es über die Namens­vor­schlä­ge in der Ber­li­ner Woche, die hin­ge­gen kein Wort dar­über ver­liert, inwie­fern eine Benen­nung der dis­ku­tier­ten Stra­ßen nach kolo­nia­len Widerstandskämpfer*innen für eine ver­ant­wor­tungs­vol­le Erin­ne­rungs­kul­tur bedeut­sam ist. Dass das mit der Umbe­nen­nung eigent­lich ver­bun­de­ne ras­sis­mus­kri­ti­sche Anlie­gen nicht begrif­fen wird, ver­deut­licht zum Bei­spiel der im Tages­spie­gel for­mu­lier­te Vor­schlag, alter­na­tiv doch Stra­ßen­na­men wie „Opfer­stra­ße“ oder „Allee der Dis­kri­mi­nier­ten“ zu ver­wen­den. Das nicht ver­stan­de­ne Anlie­gen der Grup­pen hin­ter der Umbe­nen­nung wird damit zugleich ins Lächer­li­che gezo­gen.

Durch ihren Kon­text wer­den die hier dis­ku­tier­ten media­len Berich­te zur Stra­ßen­um­be­nen­nung in Ber­lin nicht weni­ger gewalt­voll. Im Gegen­teil, viel­mehr machen sie in kon­zen­trier­ter Form die wei­ße Igno­ranz gegen­über ras­sis­mus­kri­ti­schen Bemü­hun­gen, zu denen das Ein­tre­ten für einen kri­tisch reflek­tier­ten Umgang mit Ber­lins kolo­nia­lem Erbe gehört, deut­lich. Gleich­zei­tig brin­gen sie in zuge­spitz­ter Form die Unfä­hig­keit zum Aus­druck, Ras­sis­mus zu erken­nen und zei­gen damit die gene­rel­le Not­wen­dig­keit des Ler­nens über Ras­sis­mus auf. Behaup­tun­gen, wie die Stra­ßen­um­be­nen­nung sei ein „neu­er Kolo­nia­lis­mus“ und der Aus­wahl­pro­zess der Jury ras­sis­tisch und sexis­tisch, zeu­gen bei­spiel­haft von einem völ­li­gen Feh­len eines Ver­ständ­nis­ses von Dis­kri­mi­nie­rung im All­ge­mei­nen und eines geschicht­li­chen Ver­ständ­nis­ses von Ras­sis­mus in der Gegen­wart im Beson­de­ren. Als „Spie­gel­bild der Gesell­schaft“ ver­deut­li­chen die Medi­en­be­rich­te, die von der gro­ßen Mehr­heit der Leser*innen wahr­schein­lich unhin­ter­fragt hin­ge­nom­men wer­den und damit zusätz­lich Legi­ti­mi­tät erfah­ren, dass es in Deutsch­land an einem Grund­ver­ständ­nis über die Funk­ti­ons- und Wir­kungs­wei­se von Ras­sis­mus sowie die eige­ne Ver­stri­ckung dar­in fehlt. Ein sol­ches Ver­ste­hen ist aber not­wen­dig, um über­haupt gegen Ras­sis­mus ein­tre­ten und Ver­än­de­run­gen bewir­ken zu kön­nen. Ohne ein Ver­ste­hen des struk­tu­rel­len Ras­sis­mus kann schließ­lich noch nicht ein­mal ein Wil­le zum ras­sis­mus­sen­si­blen Umgang mit den kolo­nia­len Spu­ren der Ver­gan­gen­heit im öffent­li­chen Raum erwar­tet wer­den. Kurz: Ich kann nicht für etwas ein­tre­ten wol­len, wenn ich kei­ne Vor­stel­lung davon habe, war­um ein sol­ches Ein­tre­ten von Inter­es­se für mich sein könn­te.

Die Medi­en­be­richt­erstat­tung zur Stra­ßen­um­be­nen­nung im „Afri­ka­ni­schen Vier­tel“ im Anschluss an die Ver­öf­fent­li­chung der von der Jury in die enge­re Wahl gezo­ge­nen alter­na­ti­ven Stra­ßen­na­men lässt uns damit erneut wis­sen, dass es in Deutsch­land einer flä­chen­de­cken­den ras­sis­mus­kri­ti­schen Bil­dung bedarf. Ihre Auf­ga­be ist neben der För­de­rung des grund­sätz­li­chen Ver­ste­hens ras­sis­ti­scher Gesell­schafts­struk­tu­ren und Wirk­wei­sen auch auf die För­de­rung einer hand­lungs­lei­ten­den ras­sis­mus­kri­ti­schen Hal­tung abzu­zie­len. Ele­men­ta­rer inhalt­li­cher Bestand­teil einer sol­chen Bil­dungs­ar­beit muss der Zusam­men­hang zwi­schen Kolo­nia­lis­mus und Ras­sis­mus und des­sen Fort­wir­ken bis in die Gegen­wart sein. Dar­über hin­aus muss eine sol­che ras­sis­mus­kri­ti­sche Bil­dungs­ar­beit die Her­aus­for­de­rung anneh­men, die poli­ti­sche Bedeu­tung wei­ßer Emo­tio­nen beim Spre­chen und Ler­nen über Ras­sis­mus trans­pa­rent zu machen bzw. in Lehr-Lern­pro­zes­se mit ein­zu­be­zie­hen.

 

Lite­ra­tur

Bezirks­ver­ord­ne­ten­ver­samm­lung Mit­te von Ber­lin (2016): Druck­sa­che 2568/IV vom 17.03.2016. URL: http://​www​.ber​lin​.de/​b​a​-​m​i​t​t​e​/​p​o​l​i​t​i​k​-​u​n​d​-​v​e​r​w​a​l​t​u​n​g​/​b​e​z​i​r​k​s​v​e​r​o​r​d​n​e​t​e​n​v​e​r​s​a​m​m​l​u​n​g​/​o​n​l​i​n​e​/​v​o​0​2​0​.​a​s​p​?​V​O​L​F​D​N​R​=​7​195

Bön­kost, Jule (2017): „Der Ehre wür­dig? Frag­wür­di­ge Namens­ge­ber für Stra­ßen in deut­schen Städ­ten und Gemein­den: Lüderitz, Nach­ti­gal und Peters.“ www​.aca​de​mia​.edu URL (zuletzt geprüft am 10.06.2017): https://www.academia.edu/31661723/Der_Ehre_w%C3%BCrdig_Fragwu_rdige_Namensgeber_fu_r_Stra%C3%9Fen_in_deutschen_St%C3%A4dten_und_Gemeinden_Lu_deritz_Nachtigal_und_Peters_2017_

Bön­kost, Jule (2016): „Wei­ße Emo­tio­nen – Wenn Hoch­schul­leh­re Ras­sis­mus the­ma­ti­siert.“ www​.aric​.de. URL (zuletzt geprüft am 10.06.2017): http://​www​.aric​.de/​f​i​l​e​a​d​m​i​n​/​u​s​e​r​s​/​a​r​i​c​/​P​D​F​/​W​e​i​s​s​e​_​E​m​o​t​i​o​n​e​n​_​W​e​n​n​_​H​o​c​h​s​c​h​u​l​l​e​h​r​e​_​R​a​s​s​i​s​m​u​s​_​t​h​e​m​a​t​i​s​i​e​r​t​.​pdf

DiAn­ge­lo, Robin (2011): „White Fra­gi­li­ty.“ Inter­na­tio­nal Jour­nal of Cri­ti­cal Pedago­gy 3.3, 54–70.

McIn­tosh, Peg­gy (2001): „White Pri­vi­le­ge and Male Pri­vi­le­ge. A Per­so­nal Account of Com­ing to See Cor­re­spon­den­ces through Work in Women’s Stu­dies (1988).“ In: Ander­sen, Mar­ga­ret L. und Patri­cia Hill Col­lins (Hrsg.): Race, Class, and Gen­der. An Antho­lo­gy. Bel­mont, CA: Wadsworth/Thomson Learning, 95–105.

 

Zitier­te Medi­en­bei­trä­ge (zuletzt geprüft am 13.06.2017)

Adam-Tkal­ec, Marit­ta (06.06.2017): „Irrer Plan: Ber­lin will eine Stra­ße nach einer Skla­ven­händ­le­rin benen­nen.“ Ber­li­ner Kurier. URL: http://www.berliner-kurier.de/berlin/kiez—stadt/irrer-plan-berlin-will-eine-strasse-nach-einer-sklavenhaendlerin-benennen-27749946

Adam-Tkal­ec, Marit­ta (06.06.2017): „Stra­ßen­um­be­nen­nung in Wed­ding. Eine Köni­gin, die mit Skla­ven han­del­te.“ Ber­li­ner Zei­tung. URL: http://​www​.ber​li​ner​-zei​tung​.de/​b​e​r​l​i​n​/​s​t​r​a​s​s​e​n​u​m​b​e​n​e​n​n​u​n​g​w​e​d​d​i​n​g​-​2​7​0​3​6​608

Bruns, Hild­burg und Johan­nes Mali­now­ski (01.06.2017): „Kolo­ni­al-Zoff in Ber­lins Afri­ka­ni­schem Vier­tel. Stra­ßen sol­len umbe­nannt wer­den.“ Bild. URL: http://​www​.bild​.de/​r​e​g​i​o​n​a​l​/​b​e​r​l​i​n​/​s​t​r​a​s​s​e​n​-​b​e​n​e​n​n​u​n​g​/​k​o​l​o​n​i​a​l​-​z​o​f​f​-​i​m​-​a​f​r​i​k​a​n​i​s​c​h​e​n​-​v​i​e​r​t​e​l​-​5​1​9​9​3​4​0​0​.​b​i​l​d​.​h​tml

Bruns, Hild­burg und Johan­nes Mali­now­ski (01.06.2017): „Neue Stra­ßen­na­men für Wed­ding. Namen von Kolo­ni­al­her­ren sol­len raus aus dem Afri­ka­ni­schen Vier­tel.“ B.Z. URL: http://​www​.bz​-ber​lin​.de/​b​e​r​l​i​n​/​m​i​t​t​e​/​s​t​r​a​s​s​e​n​n​a​m​e​n​-​k​o​l​o​n​i​a​l​h​e​r​r​e​n​-​a​f​r​i​k​a​n​i​s​c​h​e​s​-​v​i​e​r​t​e​l​-​b​e​r​l​i​n​-​w​e​d​d​ing

Jeri­cho, Dirk (02.06.2017): „Nzin­ga statt Nach­ti­gal: Geheim­ju­ry hat sechs neue Namen für Afri­ka­ni­sches Vier­tel aus­ge­sucht.“ Ber­li­ner Woche. Aus­ga­be Wed­ding. URL: http://​www​.ber​li​ner​-woche​.de/​w​e​d​d​i​n​g​/​p​o​l​i​t​i​k​/​n​z​i​n​g​a​-​s​t​a​t​t​-​n​a​c​h​t​i​g​a​l​-​g​h​e​i​m​j​u​r​y​-​h​a​t​-​s​e​c​h​s​-​n​e​u​e​-​n​a​m​e​n​-​f​u​e​r​-​a​f​r​i​k​a​n​i​s​c​h​e​s​-​v​i​e​r​t​e​l​-​a​u​s​g​e​s​u​c​h​t​-​d​1​2​6​4​4​2​.​h​tml

Mar­ten­stein, Harald (05.06.2017): „War­um nicht ein­fach eine ‚Allee der Dis­kri­mi­nier­ten‘?” Der Tages­spie­gel. URL: http://m.tagesspiegel.de/martenstein-ueber-berliner-strassennamen-warum-nicht-einfach-eine-allee-der-diskriminierten/19891132.html

Pose­ner, Alan (02.06.2017): „Neu­er Kolo­nia­lis­mus.“ Welt/N24. URL: https://​www​.welt​.de/​p​r​i​n​t​/​d​i​e​_​w​e​l​t​/​k​u​l​t​u​r​/​a​r​t​i​c​l​e​1​6​5​1​7​5​5​3​3​/​N​e​u​e​r​-​K​o​l​o​n​i​a​l​i​s​m​u​s​.​h​tml

Seidl, Chris­ti­an (12.06.2017): „Afri­ka­ni­sches Vier­tel: Das Ver­fah­ren zur Stra­ßen­um­be­nen­nung in Wed­ding ist skan­da­lös.“ Ber­li­ner Zei­tung. URL: http://​www​.ber​li​ner​-zei​tung​.de/​p​o​l​i​t​i​k​/​m​e​i​n​u​n​g​/​a​f​r​i​k​a​n​i​s​c​h​e​s​-​v​i​e​r​t​e​l​-​d​a​s​-​v​e​r​f​a​h​r​e​n​-​z​u​r​-​s​t​r​a​s​s​e​n​u​m​b​e​n​e​n​n​u​n​g​-​i​n​-​w​e​d​d​i​n​g​-​i​s​t​-​s​k​a​n​d​a​l​o​e​s​-​2​7​7​8​2​328

Seidl, Chris­ti­an (01.06.2017): „Die Stra­ßen­be­nen­nung im Afri­ka­ni­schen Vier­tel ist falsch und ver­mes­sen.“ Ber­li­ner Zei­tung. URL: http://www.berliner-zeitung.de/politik/meinung/kommentar-die-strassenumbenennung-im-afrikanischen-viertel-ist-falsch-und-vermessen–27015490

Dr. Jule Bön­kost, Ame­ri­ka­nis­tin, lei­tet zusam­men mit Jose­phi­ne Apra­ku das IDB | Insti­tut für dis­kri­mi­nie­rungs­freie Bil­dung in Ber­lin. Seit 2016 führt sie das Bil­dungs­pro­jekt „Hier und jetzt! Kolo­nia­lis­mus und Kolo­ni­al­ras­sis­mus im Unter­richt“ beim Anti­ras­sis­tisch-Inter­kul­tu­rel­len Infor­ma­ti­ons­zen­trum ARiC Ber­lin e. V. durch. Kon­takt: boenkost@​diskriminierungsfreie-​bildung.​de - www​.jule​.boen​kost​.de

[1] Die Begrif­fe „weiß“ und „Peop­le of Color“ set­ze ich kur­siv und den Begriff „Schwarz“ schrei­be ich mit gro­ßem Anfangs­buch­sta­ben, um die­se Posi­tio­nen als sozia­le Kon­struk­tio­nen zu mar­kie­ren.


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