Debatte, Bildung, Vernetzung zu Migration und gegen Rassismus und Neonazismus


Rechte Staatsdiener*innen: Von Amts wegen Einzelfälle

Ver­stri­ckun­gen trans­pa­rent machen und unhalt­ba­re Nar­ra­ti­ve her­aus­for­dern: Gedenk­de­mo am 20. Febru­ar 2021 in Neu­kölln zum Jah­res­tag des ras­sis­ti­schen Mord­an­schlags in Hanau

Nur weni­ge Mona­te nach der Auf­de­ckung des NSU, im Febru­ar 2012 beschimpf­ten in der Klein­stadt Mücheln (Sach­sen-Anhalt) drei Neo­na­zis ein Imbiss betrei­ben­des Ehe­paar in deren Restau­rant ras­sis­tisch, wäh­rend die zwölf­jäh­ri­ge Toch­ter der bei­den sich in einem Lager­raum ver­steck­te. Die Täter droh­ten damit: soll­te der Gast­wirt den Imbiss nicht bis zu „Füh­rers Geburts­tag“ geschlos­sen haben, wür­de er als wei­te­res Opfer (im Kon­text der Mord­op­fer des NSU in der Pres­se ste­hen. Dann brach­ten sie den Mann zu Boden und schlu­gen und tra­ten auf ihn ein.


Nazis beim Sex: der Film „Kriegerin“

Themen : Allgemein, Neonazismus, Rechter Terror · 0 Kommentare · von 26. Februar 2021

Nö, ne, muss nicht sein: Nazis beim Sex (Screen­shot aus dem Film)

Eine Stim­me, die beglei­tet von sanf­tem Wel­len­rau­schen über die Bedeu­tung von Demo­kra­tie phi­lo­so­phiert, blu­ti­ge Gewalt von Nazis und roher Sex. Der Film „Krie­ge­rin“ lie­fert schon in den ers­ten fünf Minu­ten alles, was einen Hol­ly­wood­strei­fen so rich­tig erfolg­reich macht. Der rasan­te Ein­stieg ist der Auf­takt für 100 Minu­ten Schock­ein­blick in die ost­deut­sche Neo­na­zi­sze­ne. Es sind Bil­der die Gän­se­haut ver­ur­sa­chen, aber ob der holp­ri­gen Sto­ry­line auch ein wenig pla­ka­tiv wir­ken. Und am Ende bleibt vor allem die Fra­ge: Was soll ich dar­aus mitnehmen? 


Schwarz aber blass: Leroy, der Film

Themen : Neonazismus, Rassismus, Rechter Terror · 0 Kommentare · von 23. Februar 2021

Leroy zum ers­ten Mal bei Evas Fami­lie: Screen­shot im brau­nen Heim

Leroy, die titel­ge­ben­de Haupt­fi­gur des Films, ist 17 Jah­re alt, schwarz, gebür­ti­ger Deut­scher und hat einen coo­len Afro. Auf die wohl plat­tes­te Wei­se (sie sto­ßen „aus Ver­se­hen“ auf der Stra­ße zusam­men) kommt er mit der hüb­schen Eva zusam­men. Das Pro­blem: Evas Fami­lie besteht aus den übels­ten Nazis, die natür­lich nicht unbe­dingt begeis­tert von dem neu­en Freund ihrer Schwes­ter sind. Soviel zum Plot. 


High Court Pretoria: Keine Entlassung von Chris Hanis Mörder

Geden­ken für Chris Hani Foto: South Afri­can Histo­ry Archi­ves (SAHA)

In der Pha­se des Über­gan­ges von der Apart­heid in die Post-Apart­heid-Ära nah­men gewalt­tä­ti­ge rech­te Aktio­nen in Süd­afri­ka zu. Bekann­tes Bei­spiel ist die Ermor­dung von Chris Hani, Gene­ral­se­kre­tär der Süd­afri­ka­ni­schen Kom­mu­nis­ti­schen Par­tei (SACP) und Stabs­chef des Umkhon­to weSiz­we, dem bewaff­ne­ten Arm des Afri­ka­ni­schen Natio­nal­kon­gres­ses (ANC). Am 10. April 1993 erschoss Janusz Waluś, ein 1986 in Süd­afri­ka ein­ge­bür­ger­ter Pole, Hani vor sei­nem Wohn­haus in Boks­burg. Mit­ten in der grund­stür­zen­den Über­gangs­pha­se zu einem demo­kra­ti­schen Süd­afri­ka war es der Mord an Hani, der das Land an den Rand eines Bür­ger­kriegs brach­te. Nur eine Fern­seh­an­spra­che des nach­ma­li­gen Prä­si­den­ten Nel­son Man­de­la und die rela­tiv schnel­le Auf­klä­rung des Mor­des konn­ten die auf­ge­heiz­ten Gemü­ter nach dem Mord an dem popu­lä­ren Poli­ti­ker beruhigen.


Mit Nazis reden: „Die Arier“

Mo Asumang im Gespräch mit der Auschwitz­über­le­ben­den Esther Bejarano.

Mo Asumang wur­de 1963 in Kas­sel als Toch­ter einer Deut­schen und eines Gha­na­ers gebo­ren. Sie wuchs bei ihrer Groß­mutter müt­ter­li­cher­seits auf und fin­det spä­ter her­aus, dass die­se im Krieg als Schrei­be­rin bei der Waf­fen-SS tätig war. Damit beginnt die Erzäh­lung, die Asumang 2014 als per­sön­li­che Rea­li­tät und eine Art auto-eth­no­gra­phi­schen Doku­men­tar­film auf die Lein­wand bringt. Es ist ihre eige­ne Rei­se, eine sym­bol­trun­ke­ne, die letzt­end­lich mehr Fra­gen beant­wor­tet als sie sich zu Anfang stellt: Was sind Ari­er und wo fin­det man sie? 


Postwende-Nazis im Film: „Wir sind jung. Wir sind stark“

Themen : Neonazismus, Rassismus, Rechter Terror · (1) Kommentar · von 8. Februar 2021

Das bren­nen­de Son­nen­blu­men­haus in Ros­tock-Lich­ten­ha­gen 1992: Screen­shot aus „Wir sind jung. Wir sind stark.“

Das Dra­ma „Wir sind jung. Wir sind stark.“ (Regie: Bur­han Qur­ba­ni) beleuch­tet vor allem aus Sicht einer jugend­li­chen Cli­que die pogrom­ar­ti­gen Aus­schrei­tun­gen in Ros­tock-Lich­ten­ha­gen. Der stark besetz­te deut­sche Spiel­film beschränkt sich dabei auf die Dar­stel­lung eines ein­zi­gen Tages, des 24. August 1992, des­sen Ereig­nis­se rela­tiv rea­li­täts­ge­treu (aber mit fik­ti­ven Per­so­nen) wie­der­ge­ge­ben werden.


Haft und Psychiatrie für Drohmailverfasser André M.

Stramm­ste­hen zur Urteils­ver­kün­dung: André M. (Mit­te) zwi­schen sei­nen Ver­tei­di­gern Pen­ne­ke (rechts) und Koch   Foto: Gerichow

Vier Jah­re Frei­heits­stra­fe lau­tet das Urteil im Pro­zess gegen André M., der seit April die­ses Jah­res auf der Ankla­ge­bank im Land­ge­richt Ber­lin-Tier­gar­ten saß. Zusätz­lich wird die Unter­brin­gung in einem psych­ia­tri­schen Kran­ken­haus angeordnet.


Ursula Haverbeck: Leugnen bis zum letzten Atemzug

Themen : Allgemein, Antisemitismus, Geschichte, Neonazismus · 0 Kommentare · von 20. November 2020

Blu­men für die Holo­caust­leug­ne­rin: Ursu­la Haver­beck ist in der „poli­ti­schen Erwach­se­nen­bil­dung“ tätig. Vor Gericht ver­tritt sie der noto­ri­sche Wolf­ram Nah­rath.     Foto: Kim Winkler

92 Jah­re und kein biss­chen wei­se: Vor dem Amts­ge­richt Tier­gar­ten begann Mit­te Novem­ber der Pro­zess gegen die noto­ri­sche Holo­caust­leug­ne­rin Ursu­la Haver­beck. Ange­klagt ist die Hoch­be­tag­te wegen Volks­ver­het­zung. Sie muss sich nicht das ers­te Mal wegen eines sol­chen Vor­wurfs ver­ant­wor­ten. Erst Anfang Novem­ber wur­de sie aus einer zwei­jäh­ri­gen Haft ent­las­sen, die sie wegen mehr­ma­li­ger Leug­nung des Holo­caust antre­ten musste. 


Halle Prozess: Attentäter voll schuldfähig

Tagen im Pro­vi­so­ri­um: In der Biblioi­thek des Land­ge­richts Mag­de­burg wird das Atten­tat von Hal­le ver­han­delt    Foto: Burschel

Ich füh­le mich in mei­ner Ehre als Anti­se­mit ver­letzt, dass man mir das unter­stellt!“ und „Ich glau­be nicht an Ver­schwö­rungs­theo­rien, die jüdi­sche Welt­ver­schwö­rung gibt es wirk­lich!“ So und ähn­lich reagiert der Atten­tä­ter von Hal­le wütend auf die Vor­stel­lung des psych­ia­tri­schen Gut­ach­tens, dass am 18. Ver­hand­lungs­tag des Hal­le-Pro­zes­ses der wich­tigs­te Punkt auf der Tages­ord­nung ist.


Ich habe gelebt bis 2016. Nicht länger.“

Kund­ge­bung vor dem Gerichts­ge­bäu­de in Frank­furt am Main, wo, das Ober­lan­des­ge­richt den Mord an dem Kas­se­ler Regie­rungs­prä­si­den­ten Wal­ter Lüb­cke verhandelt

Ahmed I. ist Neben­klä­ger im Pro­zess zum Mord an Wal­ter Lüb­cke, der am 2. Juli 2019 im ver­gan­ge­nen Jahr von den bei­den Ange­klag­ten erschos­sen wor­den sein soll. Abends am 6. Janu­ar 2016 stach mut­maß­lich der Neo-Nazi Ste­phan E. dem aus dem Irak geflüch­te­ten jun­gen Mann mit einem Mes­ser in den Rücken. Ahmed I., zur Zeit des Anschlags auf sein Leben gera­de ein­mal 20 Tage in Deutsch­land, ver­mu­te­te damals schon einen ras­sis­ti­schen Tat­hin­ter­grund. Die Poli­zei konn­te jedoch damals kei­nen Täter aus­fin­dig machen.