80. Todestag Walter Benjamins: Erinnern heißt kämpfen

Ein Gedenk­ort für Wal­ter Ben­ja­min: Eine Trep­pe der Erin­ne­rung an den jüdi­schen Phi­lo­so­phen im kata­la­ni­schen Port Bou, wo er sich das Leben auf der Flucht vor den Nazis nahm.

In der Nacht vom 26. auf den 27. Sep­tem­ber 1940 starb Wal­ter Ben­ja­min. Der Foto­gra­fin Hen­ny Gur­land, die wie Ben­ja­min Teil der Flüch­ten­den-Grup­pe auf ihrem Fuß­weg über die Pyre­nä­en bis zur spa­nisch-fran­zö­si­schen Gren­ze war, soll er Stun­den vor sei­nem Tod einen Abschieds­brief über­ge­ben haben. Sein Freund und Kol­le­ge Theo­dor W. Ador­no hät­te ihn erhal­ten sol­len, erklä­rend, dass die „aus­weg­lo­se Situa­ti­on“ sei­ner miss­lin­gen­den Flucht aus Vichy-Frank­reich Ben­ja­min kei­ne ande­re Mög­lich­keit gelas­sen habe, als den Frei­tod zu wäh­len. Wei­ter­le­sen „80. Todes­tag Wal­ter Ben­ja­mins: Erin­nern heißt kämpfen“

Edelweißpiraten: Erinnerung an Walter Gebhard

Edel­weiss­pi­ra­ten-Graf­fi­to in der Langestraße/Dortmund (Foto: H.Koch)

Es geht nur dar­um zu sagen, was man die­sen jun­gen Leu­ten mit dem Pro­zess und der Behand­lung ange­tan hat. Das das Unrecht war …“. So Inge Nies­wand über ihren Bru­der Wal­ter Geb­hard und sei­ne Freund*innen aus einer Dort­mun­der Edel­weiss­pi­ra­ten-Cli­que, die in einem gro­ßen Pro­zess im Okto­ber 1943 ver­ur­teilt wur­den. Ein Gespräch über genera­tio­nen­über­grei­fen­de Trau­ma­ti­sie­rung durch die Ver­fol­gung des NS-Sys­tems mit der Dort­mun­de­rin Inge Nieswand.

Wei­ter­le­sen „Edel­weiß­pi­ra­ten: Erin­ne­rung an Wal­ter Gebhard“

Rezension: „Der Fotograf von Mauthausen“

Cover: Der Foto­graf von Mauthausen

Den Comic „Der Foto­graf von Maut­hau­sen“ hielt ich zum ers­ten Mal im Mai die­ses Jah­res in Hän­den. Ich saß auf der Pro­me­na­de von Dono­s­tia. Oder auch San Sebas­ti­an, wie die Spa­ni­er zu der bas­ki­schen Küs­ten­stadt sagen.

Dono­s­tia liegt kei­ne 100 Kilo­me­ter von Guer­ni­ka ent­fernt. Der Stadt, die im April 1937 durch ein Bom­ben­ge­schwa­der der deut­schen Luft­waf­fe, der Legi­on Con­dor, fast voll­stän­dig zer­stört wur­de. Das faschis­ti­sche Ita­li­en und das natio­nal­so­zia­lis­ti­sche Deutsch­land waren dem 1936 put­schen­den Gene­ral Fran­cis­co Fran­co zur Hil­fe geeilt und hat­ten Waf­fen und Sol­da­ten zur Zer­schla­gung der demo­kra­ti­schen Repu­blik nach Spa­ni­en geschickt. Drei Jah­re dau­er­te der blu­ti­ge Bür­ger­krieg, der vie­len auch als Vor­läu­fer des 2. Welt­kriegs gilt. Der demo­kra­tisch gewähl­ten Regie­rung, wie auch den rech­ten Put­schis­ten eil­ten inter­na­tio­nal unter­schied­li­che Men­schen und Staa­ten zu Hil­fe. Wei­ter­le­sen „Rezen­si­on: „Der Foto­graf von Mauthausen““

Architektonischer Antisemitismus

Es kommt echt nicht häu­fig vor, dass ich eine Zeit­schrift von der ers­ten bis zur letz­ten Sei­te durch­le­se: Die aktu­el­le ARCH+ Nr. 235 zu „Rech­ten Räu­men“ habe ich atem­los durch­ge­le­sen, ent­setzt vom faschis­ti­schen Pan­ora­ma eines Euro­pas auf dem Weg in die Bar­ba­rei, das das Heft abschrei­tet. Und die­se Aus­ga­be einer renom­mier­ten Archi­tek­tur-Zeit­schrift ist durch­aus nicht nur für Baumeister*innen und Architekturkritiker*innen (Sind wir das nicht alle?) inter­es­sant und schafft es „Rech­te Räu­me“ zu defi­nie­ren, die dahin­ter lie­gen­de Städ­te­bau­po­li­tik, die bau­li­che geschichts­re­vi­sio­nis­ti­sche Erin­ne­rungs­kul­tur und den rech­ten Rekon­struk­ti­ons­wahn frei­zu­le­gen und den Zusam­men­hang her­zu­stel­len zur aktu­el­len völ­kisch-natio­na­lis­ti­schen Renais­sance und zum offe­nen Faschis­mus in Euro­pa. Wei­ter­le­sen „Archi­tek­to­ni­scher Antisemitismus“