Debatte, Bildung, Vernetzung zu Migration und gegen Rassismus und Neonazismus


Baseballschlägerjahre in der Uckermark

Überfall BusBase­ball­schlä­ger­jah­re — mitt­ler­wei­le ein Epo­chen­be­griff für Anti­fa, wenn sie an die frü­hen 1990er Jah­re denkt. Dazu gibts in Groß eine Doku­se­rie beim rbb — und noch viel bes­ser: in Klein und von Unten in der Online-Serie „Gegen uns. Betrof­fe­ne im Gespräch über rech­te Gewalt nach 1990 und die Ver­tei­di­gung der soli­da­ri­schen Gesell­schaft“ die Abtei­lung „Base­ball­schlä­ger­jah­re in der Ucker­mark: Rech­te Gewalt und Gegen­wehr“.


Filmbesprechung: „80.000 Schnitzel“

Themen : Allgemein, Empowerment?!, Feminismus · 0 Kommentare · von 21. April 2021

Leben für die Arbeit: Wir­tin Ber­ta Zene­fels in der Wirts­stu­be bei der Jukebox

Das Zoll­haus, ein Land­gast­hof in der Ober­pfalz, wel­cher vor ein paar Jahr­zehn­ten noch sprüh­te vor Leben, mit Tanz­aben­den, aber­tau­sen­den Schnit­zel­be­stel­lun­gen, Som­mer­gäs­ten und Musik aus der Juke­box, ist inzwi­schen hoch ver­schul­det und kurz vor dem Aus. Die 84-jäh­ri­ge Wir­tin Ber­ta Zene­fels, bekommt über­ra­schen­de Unter­stüt­zung von ihrer Enke­lin Moni­ka, wel­che ihre Kar­rie­re und ihr Mitt­drei­ßi­ger-Leben in Ber­lin hin­ter sich lässt, um den Hof wie­der in Schuss zu bringen.


Ceterum Censeo gegen die AfD im Gremienalltag

Wie umge­hen mit den Ver­tre­tern und Ver­tre­te­rin­nen der AfD und ihrer Vor­feld­or­ga­ni­sa­tio­nen? Die­se Fra­ge stellt sich auch im All­tags­ge­schäft von Poli­tik und poli­ti­scher Ver­wal­tung, in Gre­mi­en der Kom­mu­na­len Selbst­ver­wal­tung, den par­tei-nahen Stif­tun­gen genau­so wie in par­la­men­ta­ri­schen Aus­schüs­sen aller Ebe­nen, wo die eigent­li­che Arbeit des demo­kra­ti­schen Ver­fah­rens statt­fin­det, und nicht zuletzt dort, wo der Par­tei­en­pro­porz die Zusam­men­set­zung von Arbeits­zu­sam­men­hän­gen bestimmt, wie in vie­len öffent­lich-recht­li­chen Struk­tu­ren, etwa dem Rundfunk.

Ich möch­te hier einen all­tags­taug­li­chen Vor­schlag machen, der einer­seits eine kla­re Gren­ze zu den Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­tern der AfD und den Ihren zieht und ande­rer­seits eige­ne Hand­lungs­fä­hig­keit anti­fa­schis­ti­scher und demo­kra­ti­scher Akteu­re auf­recht erhält bzw. erwei­tern hel­fen kann. 


120 días después de Hanau: Salas para la solidaridad

Nue­ve per­so­nas con ante­ce­den­tes (fami­lia­res) de migra­ción sufrie­ron una muer­te vio­len­ta en Hanau el 19 de febre­ro. El racis­ta Tobi­as Rath­jen, de 43 años, les dis­paró e hirió a muchas otras per­so­nas, algu­nas de ellas de gra­ve­dad. La serie de ase­si­na­tos noc­turnos fue el ata­que ter­ro­ris­ta de derecha con el segun­do mayor núme­ro de víc­ti­mas en la his­to­ria de la Repú­b­li­ca Federal de Ale­ma­nia. Sólo el atenta­do en la Okto­ber­fest de Munich con una bom­ba en 1980, con 13 muer­tos y mas de 200 her­i­dos, fue un úni­co con mas víc­ti­mas, acto de ter­ro­ris­mo de la derecha y con­tó con más per­so­nas direc­ta­men­te afec­ta­das que el ata­que en Hanau en febre­ro de 2020.


TORTU — Was vom Rassismus bleibt

Asphyx“ von And­rei Cucu. Ein Werk in der Aus­stel­lung „AARC#1 — TORTU“, das ein­drück­lich ver­sucht, die kom­ple­xen Dyna­mi­ken von Ras­sis­mus sicht- und hör­bar zu machen

Wir wol­len eine Dis­kus­si­on zwi­schen Kunst und Poli­tik star­ten“, erklärt Sel­da Asal, die Grün­de­rin des Apart­ment Pro­jects in ihrer Eröff­nungs­re­de zur Aus­stel­lung „AARC#1 – TORTU“. In zwei Ber­li­ner Pro­jekt­räu­men  wer­den am letz­ten Juni-Wochen­en­de im Rah­men einer mul­ti­me­dia­len Aus­stel­lung sie­ben Arbei­ten prä­sen­tiert, die sich die gro­ße Fra­ge nach den Aus­wir­kun­gen von Ras­sis­mus stel­len – und per­sön­li­che Ant­wor­ten lie­fern.  Die bei­den Pro­jekt­räu­me — das Apart­ment Pro­ject in Neu­kölln und das Errant sound in Mit­te — könn­ten unter­schied­li­cher nicht sein: Geschlif­fe­ne Die­len und Stuck­de­cken in einem Hin­ter­hof in Ber­lin-Mit­te und kah­ler Beton­bo­den mit Indus­trie­charme in einer Neben­stra­ße der Son­nen­al­lee in Neu­kölln. Doch die Betreiber*innen der bei­den Räu­me ver­bin­det das gemein­sa­me Bedürf­nis, künst­le­ri­sche Ant­wor­ten zu fin­den auf ein poli­ti­sches The­ma. Ein The­ma, das in den letz­ten Mona­ten auch den gesamt­ge­sell­schaft­li­chen Dis­kurs immer mehr in Atem hält. Des­halb grün­de­ten die Künstler*innen nach dem ras­sis­ti­schen Mas­sen­mord in Hanau im Febru­ar das „Artists against Racism col­la­bo­ra­ti­ve“ (AARC).


120 Tage nach Hanau: Räume für Solidarität

Themen : Antifa, Antira, Empowerment?!, Neonazismus, Rassismus · 0 Kommentare · von 22. Juni 2020

Gedenk­stät­te vor der ehe­ma­li­gen Shi­sha-Lounge „Mid­ni­ght“ am Heu­markt. (Foto: Hei­ko Koch)

Neun Men­schen mit (fami­liä­rer) Migra­ti­ons­ge­schich­te fan­den am 19. Febru­ar in Hanau einen gewalt­sa­men Tod. Ein 43-jäh­ri­ge Ras­sist erschoss sie und ver­wun­de­te zahl­rei­che wei­te­re Per­so­nen — zum Teil schwer. Am 19. Febru­ar betrat der Täter in der Hanau­er Innen­stadt gegen 22 Uhr zwei Loka­le in der Stra­ße „Am Heu­markt“ und erschoss drei Män­ner. In der Bar „La Vot­re“ den 33-jäh­ri­gen Wirt Kaloy­an Vel­kov, in der Shi­sa-Lounge „Mid­ni­ght“ den 30-jäh­ri­gen Inha­ber Sedat Gür­büz und auf der Stra­ße den 34-jäh­ri­gen Fatih Sara­çoğlu. Anschlie­ßend fuhr er in den benach­bar­ten Stadt­teil Kes­sel­stadt. Auf dem Park­platz vor einem Hoch­haus am Kurt-Schu­ma­cher-Platz erschoss er Vili Vio­rel Păun.

Ver­sio­ne italiana

Tra­duc­ción espaniola


Yalla Intersektionalität!

Ein Abend in der Fahi­mi-Bar mit Lady Bitch Ray

Bei Rey­han Şahin aka „Lady Bitch Ray“ han­delt es sich um eine viel­sei­ti­ge Frau, die sich ihres Kön­nens und ihres Wis­sens bewusst ist. Man nennt sie auch Dr. Bitch Ray, ein Name der sowohl ihren 2012 erwor­be­nen Dok­tor­ti­tel, als auch ihren Künst­le­rin­nen­na­men als Rap­pe­rin ent­hält. Rey­han ist eine Rap­pe­rin, wie man sie sonst in Deutsch­land nicht kennt: Aka­de­misch ver­siert, poli­tisch aktiv und zugleich sex­po­si­tiv rap­pend. Der Kar­rie­re als „Lady Bitch Ray“ hat sie mitt­ler­wei­le jedoch den Rücken zuge­wandt. Sie hat­te genug von den Sexis­men und Ras­sis­men in der Hip-Hop-Com­mu­ni­ty, genug davon sich selbst erklä­ren und recht­fer­ti­gen zu müs­sen, genug davon „mit einer Wand zu reden.“ Immer­hin hat sie vor andert­halb Jah­ren noch ein­mal zwei Rap-Songs ein­ge­spielt.  Nun ver­brei­tet sie ihre Gedan­ken auf neu­em Wege, wie zum Bei­spiel über ihr drit­tes und neus­tes Buch: Yal­la Feminismus!


Schwänzen für das Klima

Sehen schwarz für die Koh­le: Schüler*innen strei­ken in Ber­lin für die Ret­tung des Pla­ne­ten Foto: Tim Lüd­de­mann unter CC-Lizenz: https://​crea​ti​vecom​mons​.org/​l​i​c​e​n​s​e​s​/​b​y​-​n​c​-​n​d​/​2​.​0​/​l​e​g​a​l​c​ode

Fri­days for Future – so lau­tet das Mot­to der Schüler*innenstreiks, die seit einem hal­ben Jahr jeden Frei­tag statt­fin­den. Bei die­sen Streiks han­delt es sich um eine von der damals noch 15-jäh­ri­gen Schwe­din Gre­ta Thun­berg initi­ier­te Akti­on zum Schutz des Kli­mas. Schon im August, direkt nach Beginn des Schul­jah­res 201819, fing die Teen­age­rin an, jeden Frei­tag von der Schu­le fern­zu­blei­ben und öffent­lich pro­tes­tie­ren zu gehen. Bald schon schlos­sen sich ihr Tau­sen­de ande­rer Schüler*innen an, zunächst nur in Schwe­den, inzwi­schen in immer mehr euro­päi­schen Staaten.


EDEWA: Berlins erster widerständiger Supermarkt

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Regal des EDEWA, Foto: Mar­co Schott

EDEWA: Ber­lins ers­ter wider­stän­di­ger Supermarkt

Inter­es­siert beugt sich eine „Kun­din“ über eine Packung „Super­blöd­manns“, ein an die „Scho­ko­küs­se“ ange­lehn­tes Pro­dukt im ers­ten anti­ras­sis­ti­schen und wider­stän­di­gen Super­markt Ber­lins, kurz EDEWA. Nach dem Öff­nen erwar­ten die Besucher_innen kei­ne süßen Lecke­rei­en, son­dern wei­ße und schwar­ze Scho­ko­küs­se aus Papp­ma­sche, auf deren Unter­sei­te Gedich­te der schwar­zen Femi­nis­tin May Ayim geklebt sind. Die­se und wei­te­re anti­ras­sis­ti­sche und anti­se­xis­ti­sche Pro­dukt-Adap­tio­nen las­sen sich in der EDE­WA-Filia­le in Neu­kölln bestau­nen. EDEWA steht für „Ein­kaufs­ge­nos­sen­schaft anti­ras­sis­ti­schen Wider­stan­des“, eine inter­ak­ti­ve Wan­der­aus­stel­lung, die ihre Besucher_innen auf Ras­sis­men und Sexis­men, sowie ande­ren Unter­drü­ckungs­for­men inner­halb der Mehr­heits­ge­sell­schaft auf­merk­sam machen will.

Dabei haben die Initiator_innen eine Kulis­se gewählt, die jede_r von uns kennt. In Form eines Super­mark­tes zei­gen sie die Dis­kri­mi­nie­rung anhand einer brei­ten Palet­te von Pro­duk­ten, die uns im täg­li­chen Leben so oder so ähn­lich begeg­nen. Am 15.11.2015 fand die Eröff­nung inklu­si­ve Füh­rung durch die „Filia­le“ statt. Dazu kamen etwa 60 Per­so­nen in die klei­ne, namen­lo­se Gale­rie in die Weser­stra­ße 176 in Berlin-Neukölln.


Rassistischer Gimmick

Rewe_Werbung_groß_20.9.2015Der renom­mier­te Schul­buch­ver­lag Klett soll sei­ne ras­sis­ti­sche Schul­buch­rei­he «Mei­ne India­ner­hef­te» ein­stel­len. Das zumin­dest for­dert der Ver­ein glo­kal e.V.  in einem offe­nen Brief. Die kri­ti­sier­ten Hef­te sind Lern­ma­te­ria­li­en für Grund­schul­kin­der, die mit Ano­ki, einem klei­nen «India­ner» illus­triert sind. Der Klett-Ver­lag hat reagiert und glo­kal e.V. ein Gesprächs­an­ge­bot gemacht.

glo­kal kri­ti­siert die Schul­hef­te dafür, dass sie Nati­ve Ame­ri­cans als Mas­kott­chen für Wer­be­zwe­cke miss­brau­chen und sie kli­schee­haft dar­stel­len wür­den. Die­se Kri­tik wird von Orga­ni­sa­tio­nen der Nati­ve Ame­ri­cans und 200 ande­ren Unterzeichner_innen aus Schu­le, Poli­tik und Wis­sen­schaft unter­stützt. Sei­tens Vertreter_innen der Nati­ve Ame­ri­cans in den USA wer­den seit Jah­ren Kam­pa­gnen wie «We are a cul­tu­re, not a cos­tu­me» und «Not your mas­cot» betrie­ben, um auf die ras­sis­ti­sche Dis­kri­mi­nie­rung auf­merk­sam zu machen.

Ein Inter­view mit glo­kal e.V.