Debatte, Bildung, Vernetzung zu Migration und gegen Rassismus und Neonazismus


120 Tage nach Hanau: Räume für Solidarität

Themen : Antifa, Antira, Empowerment?!, Neonazismus, Rassismus · 0 Kommentare · von 22. Juni 2020

Gedenk­stät­te vor der ehe­ma­li­gen Shi­sha-Lounge „Mid­ni­ght“ am Heu­markt. (Foto: Hei­ko Koch)

Neun Men­schen mit (fami­liä­rer) Migra­ti­ons­ge­schich­te fan­den am 19. Febru­ar in Hanau einen gewalt­sa­men Tod. Ein 43-jäh­ri­ge Ras­sist erschoss sie und ver­wun­de­te zahl­rei­che wei­te­re Per­so­nen — zum Teil schwer. Am 19. Febru­ar betrat der Täter in der Hanau­er Innen­stadt gegen 22 Uhr zwei Loka­le in der Stra­ße „Am Heu­markt“ und erschoss drei Män­ner. In der Bar „La Vot­re“ den 33-jäh­ri­gen Wirt Kaloy­an Vel­kov, in der Shi­sa-Lounge „Mid­ni­ght“ den 30-jäh­ri­gen Inha­ber Sedat Gür­büz und auf der Stra­ße den 34-jäh­ri­gen Fatih Sara­çoğlu. Anschlie­ßend fuhr er in den benach­bar­ten Stadt­teil Kes­sel­stadt. Auf dem Park­platz vor einem Hoch­haus am Kurt-Schu­ma­cher-Platz erschoss er Vili Vio­rel Păun.


Edelweißpiraten: Erinnerung an Walter Gebhard

Edel­weiss­pi­ra­ten-Graf­fi­to in der Langestraße/Dortmund (Foto: H.Koch)

Es geht nur dar­um zu sagen, was man die­sen jun­gen Leu­ten mit dem Pro­zess und der Behand­lung ange­tan hat. Das das Unrecht war …“. So Inge Nies­wand über ihren Bru­der Wal­ter Geb­hard und sei­ne Freund*innen aus einer Dort­mun­der Edel­weiss­pi­ra­ten-Cli­que, die in einem gro­ßen Pro­zess im Okto­ber 1943 ver­ur­teilt wur­den. Ein Gespräch über genera­tio­nen­über­grei­fen­de Trau­ma­ti­sie­rung durch die Ver­fol­gung des NS-Sys­tems mit der Dort­mun­de­rin Inge Nies­wand.


Rezension: „Der Fotograf von Mauthausen“

Cover: Der Foto­graf von Maut­hau­sen

Den Comic „Der Foto­graf von Maut­hau­sen“ hielt ich zum ers­ten Mal im Mai die­ses Jah­res in Hän­den. Ich saß auf der Pro­me­na­de von Dono­s­tia. Oder auch San Sebas­ti­an, wie die Spa­ni­er zu der bas­ki­schen Küs­ten­stadt sagen.

Dono­s­tia liegt kei­ne 100 Kilo­me­ter von Guer­ni­ka ent­fernt. Der Stadt, die im April 1937 durch ein Bom­ben­ge­schwa­der der deut­schen Luft­waf­fe, der Legi­on Con­dor, fast voll­stän­dig zer­stört wur­de. Das faschis­ti­sche Ita­li­en und das natio­nal­so­zia­lis­ti­sche Deutsch­land waren dem 1936 put­schen­den Gene­ral Fran­cis­co Fran­co zur Hil­fe geeilt und hat­ten Waf­fen und Sol­da­ten zur Zer­schla­gung der demo­kra­ti­schen Repu­blik nach Spa­ni­en geschickt. Drei Jah­re dau­er­te der blu­ti­ge Bür­ger­krieg, der vie­len auch als Vor­läu­fer des 2. Welt­kriegs gilt. Der demo­kra­tisch gewähl­ten Regie­rung, wie auch den rech­ten Put­schis­ten eil­ten inter­na­tio­nal unter­schied­li­che Men­schen und Staa­ten zu Hil­fe.


Rechter Männerscheiß: „Steeler Jungs“ in Essen

Themen : Allgemein, Antifa, Neonazismus, Rassismus · 0 Kommentare · von 26. September 2019

Stee­ler Jungs“ im Ein­heits­look. (Foto: H.Koch)

In der Ruhr­me­tro­po­le Essen leben über eine hal­be Mil­lio­nen Men­schen. Gera­de­zu beschei­den zur Gesamt­flä­che und Bewohner*innenzahl nimmt sich dabei der öst­lich gele­ge­ne Stadt­teil Stee­le aus. Die 1929 ein­ge­mein­de­te und zum Stadt­teil mutier­te Klein­stadt wird von sie­ben wei­te­ren Stadt­tei­len ein­ge­rahmt und liegt idyl­lisch an der Ruhr. Von den etwas mehr als 16.000 Einwohner*innen Stee­les besit­zen knapp 15 Pro­zent kei­nen deut­schen Pass.


CasaPound Italia in der Krise

CasaPound Italia in der Krise

Kom­mu­ne Rom con­tra Casa­Pound Ita­lia Die Aus­ein­an­der­set­zung zwi­schen der Stadt­ver­wal­tung Rom und Casa­Pound Ita­lia über die Haus­be­set­zung in der Via…


Aus für CasaPound-Partei

Simo­ne di Ste­fa­no: „Rin inne Kart­üb­beln, rut ut de Kart­üb­beln“ (Screen­shot)

Gut einen Monat war es still um die faschis­ti­sche Bewe­gungs­par­tei Casa­Pound Ita­lia gewe­sen. Seit ihrem kata­stro­pha­len Wahl­er­geb­nis von 0,33 Pro­zent der abge­ge­be­nen Stim­men bei der Wahl zum EU-Par­la­ment Ende Mai 2019 gab es zwar eini­ge Ver­an­stal­tun­gen der Faschist*innen und auch das Casa­Pound Fes­ti­val „Tana del­le tigri 11“ fand am 22. Juni in Rom mit gro­ßer Betei­li­gung statt. Aber die übli­chen Medi­en­ka­nä­le der „fascis­ti del ter­zo mill­en­nio“ (dt.: Faschis­ten des 21. Jahr­hun­derts) erschie­nen merk­wür­dig ver­waist, ihre ansons­ten groß­spu­ri­gen Ankün­di­gun­gen unter­blie­ben und die Auf­trit­te ihrer Exponent*innen wirk­ten gera­de­zu zag­haft. Seit dem 27. Juni 2019 ist nun die Kat­ze aus dem Sack: Casa­Pound gibt ihre Par­tei­ar­beit auf.


Marco Zanni: Ein Freund rechter Bündnisse

Mar­co Zan­ni auf dem „Dire­zio­ne Rivo­lu­zio­ne — Fes­ti­val“ 2017 der Casa­Pound Ita­lia

Der 32-jäh­ri­ge Euro­pa­ab­ge­ord­ne­te Mar­co Zan­ni aus dem lom­bar­di­schen Love­re ist ein ambi­tio­nier­ter und wand­lungs­fä­hi­ger jun­ger Mann. Zusam­men mit wei­te­ren 16 Mit­glie­dern der Par­tei „Movi­men­to 5 Stel­le“ (M5S) zog er im Jahr 2014 in das EU-Par­la­ment in Brüs­sel ein. Die popu­lis­ti­sche Par­tei hat­te im Mai 2014 mit 21,15 Pro­zent der abge­ge­be­nen Stim­men ein über­ra­schend gutes Ergeb­nis erzielt.


Turiner Buchmesse: Des Innenministers „schwarzes Herz“

Inter­view­buch „Io sono Matteo Sal­vi­ni“ aus dem faschis­ti­schen Ver­lag „Altaf­or­te Edi­zio­ni“ (screen­shot)

In Ita­li­en wächst zusam­men, was zusam­men­ge­hört. In den letz­ten Tagen wur­de bekannt, dass auf der anste­hen­den Turi­ner Buch­mes­se ein Inter­view-Band mit dem ita­lie­ni­schen Innen­mi­nis­ter Matteo Sal­vi­ni prä­sen­tiert wer­den soll. Der Titel des Buches lau­tet „Io sono Matteo Sal­vi­ni“ (dt.: Ich bin Matteo Sal­vi­ni) und soll „100 doman­de all’uo­mo più dis­cus­so di Euro­pa“ (dt.: 100 Fra­gen an den meist dis­ku­tier­ten Mann Euro­pas) ent­hal­ten.


Vom rassistischen Pogrom ins Europäische Parlament

Mas­si­mi­lia­no Pane­ro und Simo­ne di Ste­fa­no prä­sen­tie­ren das gemein­sa­me Wahl­lo­go am 07.04.2019 (screen­shot)

Ihre Wahl­be­tei­li­gung bei der neun­ten Direkt­wahl zum Euro­päi­schen Par­la­ment im Mai 2019 kün­dig­te am ver­gan­ge­nen Wochen­en­de die faschis­ti­sche Par­tei Casa­Pound Ita­lia  an. Par­tei­se­kre­tär Simo­ne di Ste­fa­no prä­sen­tier­te im Innen­mi­nis­te­ri­um das Sym­bol, unter dem die „Faschis­ten des 3. Jahr­tau­send“ antre­ten wer­den, und ver­kün­de­te: „Wir wer­den die [not­wen­di­gen] Unter­schrif­ten [zur Wahl­zu­las­sung] nicht sam­meln müs­sen, auch wenn wir uns auf die­se Even­tua­li­tät bereits vor­be­rei­tet haben, weil sich auf dem von uns prä­sen­tier­ten [Partei]Symbol der Ver­weis auf die „Alli­anz der Euro­päi­schen natio­na­len Bewe­gun­gen“ (AENM) befin­det, die vom unga­ri­schen Euro­pa­par­la­ments­mit­glied Béla Kovács ange­führt wird.“


Faschistische europäische Vernetzung in Brüssel

30.03.2019 — „The Vor­tex Londinium“-Konferenz in Brüs­sel mit Kon­stan­ti­nos Bovia­t­sos, Juli­an Ben­der, Fran­ces­co Sus­in­no, Andrea Bonaz­za, Valen­tin Lin­der und einer Unbe­kann­ten (screen­shot)

Vertreter*innen ver­schie­de­ner natio­nal-revo­lu­tio­nä­rer Bewe­gun­gen und Bewe­gungs­par­tei­en tra­fen sich am 30. März 2019  in der bel­gi­schen Haupt­stadt. Aus­ge­rich­tet hat­te das Tref­fen die eng­li­sche Depen­dance von Casa­Pound Ita­lia „The Vor­tex Lon­di­ni­um“ und, mit gro­ßer Wahr­schein­lich­keit, Kon­stan­ti­nos Bovia­t­sos, der Assis­tent des EU-Par­la­men­ta­ri­ers Geor­gi­os Epit­i­de­i­os von der grie­chischNa­zi-Par­tei „Gol­de­ne Mor­gen­rö­te“.