Unser Standpunkt zur Prostitution: Pro Nordisches Modell

In den letzten Monaten haben wir uns intensiv mit dem Thema Prostitution/Sexwork auseinandergesetzt. Als Ergebnis dessen halten wir die Auseinandersetzung mit der Gewaltseite der Prostitution für dringlich geboten. Unserer Meinung nach geschieht das derzeit in feministischen Kreisen nicht ausreichend, daher möchten wir hiermit Stellung beziehen und uns für das Nordische Modell aussprechen. Wir plädieren dafür, nicht länger die Gewalt, der Frauen, Kinder, Jugendliche, transgender & transsexuelle Menschen und wenige Männer in der Prostitution ausgesetzt sind, aus dem Diskurs auszublenden. Diese Gewalt zu thematisieren, sie zum Mittelpunkt der Debatte zu machen und ihr entgegenzutreten hat höchste Priorität: Zuhälterkontrollierte Prostitution/Zwangsprostitution ist serielle Vergewaltigung, an der sich Freier und Zuhälter bereichern.

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Linke Feminist_innen in der Sackgasse?

«Ich bin es so verdammt leid. Ich bin es leid, mir diese Marxist_innen anzuschauen, diese Sozialist_innen, diese Anarchist_innen, diese ach so revolutionären Leute, die Frauen da draußen in der Kälte stehen lassen. Ich bin es leid, dass sie in allen Fragen radikale Positionen einnehmen, außer bezüglich der Sexindustrie. Denn wisst ihr, wir können die Welt verändern, wir können eine neue Gesellschaft schaffen – eine, die fair ist, gerecht, frei und egalitär – aber wir erhalten eine Klasse von Frauen für Blowjobs.» (Meghan Murphy: «Why I won’t be supporting Canada’s Next Top Progressive Startup, Ricochet») Continue reading „Linke Feminist_innen in der Sackgasse?“

Probleme mit Prostitution?

Ich danke PG Macioti für den durchdachten Beitrag. Er zeigt hervorragend auf, wie Prostitution auf historisch spezifische Weise gesellschaftlich hervorgebracht wird. Macioti sieht die Ursachen deutlicher Abhängigkeitsverhältnisse, von denen einige Sexarbeiter_innen betroffen sind, nicht in der Prostitution per se. Vielmehr seien diese bedingt durch Hurenstigma, rechtliche Diskriminierung und eine Vielzahl gesellschaftlicher Bedingungen, die nicht unmittelbar mit der Prostitution zu tun haben, sich aber besonders stark im stigmatisierten Sexgewerbe niederschlagen: v.a. herrschende Geschlechterverhältnisse, Migrationsregime, kapitalistische Organisation der Erwerbsarbeit und ungleiche Vermögensverteilung. Dem kann ich nur zustimmen.

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Die Forderungen der Hurenbewegung sind noch immer nicht umgesetzt

Von Mareen Heying

Zunächst möchte ich PG Macioti für ihr sehr gutes Standpunkte-Papier danken. Die Autorin ist äußerst gut informiert und weiß, worüber sie schreibt – gerade beim Thema Sexarbeit ist das leider keine Selbstverständlichkeit. Im Gegenteil. Menschen lieben es, sich zu Prostitution zu äußern, ohne auch nur im Ansatz zu wissen, wie sich das so genannte «Rotlichtmilieu» bestimmt und wie es den überwiegend weiblichen Sexarbeiterinnen geht. Und nein, es reicht nicht aus, einen Mainstream-Presse-Artikel gelesen zu haben. Sondern wer sich zu Sexarbeit äußert, sollte sich mit den Positionen der in der Prostitution Tätigen beschäftigen; durch Gespräche, das Lesen von Hurenzeitschriften und -büchern und durch genaues Hinhören statt vorschneller moralischer Bewertung. Wir Linke glauben doch auch sonst nicht, was uns die Medien verkaufen wollen, warum bei der Prostitution?

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