Debatte, Bildung, Vernetzung zu Migration und gegen Rassismus und Neonazismus


Opferberatungsstellen: Dramatischer Anstieg rassistischer Gewalt

Opferberatungsstellen: Dramatischer Anstieg rassistischer Gewalt

[Wir doku­men­tie­ren hier eine alar­mie­ren­de Pres­se­mit­tei­lun­gen der VBRG e.V, des Bun­des­ver­ban­des unab­hän­gi­ger Bera­tungs­stel­len für Betrof­fe­ne rech­ter, ras­sis­ti­scher und anti­se­mi­ti­scher Gewalt…


Wirklich Willkommen? Anmerkungen zum Thema deutsche «Willkommenskultur»

Wirklich Willkommen? Anmerkungen zum Thema deutsche «Willkommenskultur»

Seit die kata­stro­pha­le Lage an den euro­päi­schen Gren­zen im Som­mer 2015 die Bun­des­re­gie­rung dazu nötig­te, mehr Geflüch­te­te auf­zu­neh­men, ist die…


Löbau: „Wir fordern ein Ende des Kuschelns mit AfD und PEGIDA

Logo der Augen Aug e.V.Auch in Löb­au hat es am Wochen­en­de 20./21. Febru­ar 2016 einen gefähr­li­chen Anschlag mit Molo­tow­cock­tails auf eine Geflüch­te­ten-Unter­kunft gege­ben. Das Gebäu­de beher­bert der­zeit 300 Asyl­su­chen­de, der Anschlag war also ver­such­ter Mord an den Bewoh­nern. Wir doku­men­tie­ren hier die Pres­se­mit­tei­lung der geschätz­ten Kolleg_innen von „Augen auf e.V.“ Ober­lau­sitz:

Die Saat geht auf – gedüngt durch eine Kultur des Schweigens und Wegsehens

Säch­si­sche, zivil­ge­sell­schaft­li­che Initia­ti­ven ver­ur­tei­len den ver­such­ten Brand­an­schlag auf das Flücht­lings­heim in Löb­au und die unglaub­li­che Pogrom­stim­mung wäh­rend und nach dem Brand eines geplan­ten Flücht­lings­hei­mes in Baut­zen und for­dern von der demo­kra­ti­schen Gesell­schaft kon­se­quen­tes und ent­schlos­se­nes Han­deln.


Buchenwald-Gedenken und Antifaschismus in der DDR

Buchenwald-Gedenken und Antifaschismus in der <span class="caps">DDR</span>

Ein alter, hoch­sen­si­bler Streit ist kürz­lich mit dem Radio­bei­trag „Mythen und Lügen des DDR-Anti­­fa­­schis­­mus“ am 3. Febru­ar 2016 auf Deutsch­land­ra­dio…


Website „Todesopfer rechter Gewalt in Brandenburg“ jetzt aktualisiert

Website „Todesopfer rechter Gewalt in Brandenburg“ jetzt aktualisiert

Zum 20. Todes­tag von Sven Beu­ter geht die Opfer­per­spek­ti­ve mit ihrer aktua­li­sier­ten Web­site zu Todes­op­fern rech­ter Gewalt in Bran­den­burg online.…


50. Todestag von Emil Julius Gumbel: Vergessener Held der Demokratie

Gedenk­ta­fel für die deut­schen und öster­rei­chi­schen Flücht­lin­ge in Sana­ry-sur-Mer, unter ihnen Emil Juli­us Gum­bel // Bild: Ani­ma (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://​crea​ti​ve​com​mons​.org/​l​i​c​e​n​s​e​s​/​b​y​-​s​a​/​3.0)], via Wiki­me­dia Com­mons


Es herrsch­te Hoch­span­nung  in Deutsch­land nach dem Ers­ten Welt­krieg. Der Ver­sail­ler Ver­trag wur­de als unge­recht in der desas­trö­sen wirt­schaft­li­chen Situa­ti­on der Nach­kriegs­zeit gese­hen. Die Nie­der­la­ge wur­de durch die als demü­ti­gend emp­fun­de­nen Repa­ra­ti­ons­zah­lun­gen noch deut­li­cher gemacht und das ver­schärf­te die poli­ti­sche Situa­ti­on. Die jun­ge Wei­ma­rer Repu­blik hat­te die unmög­li­che Auf­ga­be, aus dem Desas­ter die demo­kra­ti­sche Gesell­schaft auf­zu­bau­en. Obwohl die Wei­ma­rer Ver­fas­sung in der Zeit enorm fort­schritt­lich war, hielt die Wei­ma­rer Repu­blik dem poli­ti­schen Druck nicht stand. Jus­tiz, Mili­tär und Ver­wal­tung bestan­den zu gro­ßen Tei­len noch aus den glei­chen Leu­ten wie im Kai­ser­reich, die die Demo­kra­tie zum größ­ten Teil rund­weg ablehn­ten. Die extre­me Rech­te, die von höchst unde­mo­kra­ti­schen Idea­len geprägt war, und hun­dert­tau­sen­de von den Schlacht­fel­dern heim­keh­ren­de Sol­da­ten hät­te den Krieg am liebs­ten wei­ter­ge­führt und schlos­sen sich viel­fach in anti­de­mo­kra­ti­schen und kon­ter­re­vo­lu­tio­nä­ren Frei­korps zusam­men. Das Ide­al der demo­kra­ti­schen Repu­blik ver­schwand hin­ter der bit­te­ren Rea­li­tät von wirt­schaft­li­cher Schwä­che und bru­ta­len poli­ti­schen Kämp­fen.

Grau-brauner Terror: Graue Wölfe in Deutschland und Berlin

Themen : Allgemein, Neonazismus, NSU-Komplex, Rassismus · 0 Kommentare · von 8. Dezember 2015
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Sym­bol der Grau­en Wöl­fe, Quel­le: Wiki­pe­dia

Die Wöl­fe heu­len wie­der

Eine Schlan­ge bil­det sich vor dem Süd­block in Ber­lin Kreuz­berg. Zwei schwarz geklei­de­te Per­so­nen bewa­chen den Ein­gang, kon­trol­lie­ren die War­ten­den und las­sen immer nur drei Men­schen nach­ein­an­der in das Lokal. Im nahen Umfeld ste­hen meh­re­re Per­so­nen mit Tele­fo­nen und beob­ach­ten die Men­ge. Sze­nen, die an einem Frei­tag- oder Sams­tag­abend nichts Unge­wöhn­li­ches sind, an einem Mitt­woch­abend im Dezem­ber aber eher über­ra­schend. Im Gebäu­de erwar­tet die Gäs­te an die­sem Abend indes kei­ne Musik, son­dern eine Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung zu den tür­ki­schen ultra­na­tio­na­lis­ti­schen „Grau­en Wöl­fen“. Gela­den hat­ten die lin­ke pro-kur­di­sche HDP Ber­lin (Hal­kların Demo­kra­tik Par­ti­si, deutsch: Demo­kra­ti­sche Part­nei der Völ­ker), der Ber­li­ner RLS-Able­ger Hel­le Pan­ke und TOP Ber­lin.


Erfahrungsbericht: NSU-Prozess

Besu­cher­ein­gang zum NSU Pro­zess Foto: Robert Andre­asch

Über den Besuch von vier Pro­zess­ta­gen im Okto­ber 2015 und Novem­ber 2015

Ich woll­te schon so viel frü­her hier sein, im Straf­jus­tiz­zen­trum Mün­chen, wo das Ober­lan­des­ge­richt (OLG) im Saal 101 tagt. Bea­te Zschä­pe, Ralf Wohl­le­ben, André Emin­ger, Hol­ger Ger­lach, Cars­ten Schult­ze, all die Rechts­ter­ro­ris­ten von nahem sehen. Die Stim­mung des Pro­zes­ses auf­neh­men. Das „Thea­ter­spiel“ des Gerichts, das mir so vie­le schon beschrie­ben haben, mit eige­nen Augen sehen. Das Gele­se­ne und Erzähl­te in Erfah­rung umwan­deln.

Am Ende war es der 30.9.2015, Pro­zess­tag 233. Ich kam gera­de von der soge­nann­ten „Bal­kan­rou­te“ , war in vier Tagen 2000 Kilo­me­ter unun­ter­bro­chen unter­wegs, um Geflüch­te­te auf ihrem Weg nach und in Euro­pa ansatz­wei­se zu unter­stüt­zen; davor die Wochen war ich in Frei­tal, Hei­denau, Dres­den, um dem ras­sis­ti­schen Mob in sei­nem Bio­top etwas ent­ge­gen­zu­set­zen. Die Erfah­run­gen des „Som­mers der Migra­ti­on“ und die Pogrom­stim­mung in Sach­sen lagen hin­ter mit.

Dann Mitt­woch­mor­gen 8:30 in der Nym­phen­bur­ger­stra­ße in Mün­chen im NSU–Prozess, meh­re­re Besu­che folg­ten und wer­den fol­gen. Was erwar­te­te ich? Trau­er, Ohn­macht, Bedrü­ckung, Wut, Schock, Resi­gna­ti­on?! Sicher kann ich das nicht sagen, doch schon zu Beginn sah ich mich mit einem Gedan­ken­cock­tail kon­fron­tiert.


EDEWA: Berlins erster widerständiger Supermarkt

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Regal des EDEWA, Foto: Mar­co Schott

EDEWA: Ber­lins ers­ter wider­stän­di­ger Super­markt

Inter­es­siert beugt sich eine „Kun­din“ über eine Packung „Super­blöd­manns“, ein an die „Scho­ko­küs­se“ ange­lehn­tes Pro­dukt im ers­ten anti­ras­sis­ti­schen und wider­stän­di­gen Super­markt Ber­lins, kurz EDEWA. Nach dem Öff­nen erwar­ten die Besucher_innen kei­ne süßen Lecke­rei­en, son­dern wei­ße und schwar­ze Scho­ko­küs­se aus Papp­ma­sche, auf deren Unter­sei­te Gedich­te der schwar­zen Femi­nis­tin May Ayim geklebt sind. Die­se und wei­te­re anti­ras­sis­ti­sche und anti­se­xis­ti­sche Pro­dukt-Adap­tio­nen las­sen sich in der EDE­WA-Filia­le in Neu­kölln bestau­nen. EDEWA steht für „Ein­kaufs­ge­nos­sen­schaft anti­ras­sis­ti­schen Wider­stan­des“, eine inter­ak­ti­ve Wan­der­aus­stel­lung, die ihre Besucher_innen auf Ras­sis­men und Sexis­men, sowie ande­ren Unter­drü­ckungs­for­men inner­halb der Mehr­heits­ge­sell­schaft auf­merk­sam machen will.

Dabei haben die Initiator_innen eine Kulis­se gewählt, die jede_r von uns kennt. In Form eines Super­mark­tes zei­gen sie die Dis­kri­mi­nie­rung anhand einer brei­ten Palet­te von Pro­duk­ten, die uns im täg­li­chen Leben so oder so ähn­lich begeg­nen. Am 15.11.2015 fand die Eröff­nung inklu­si­ve Füh­rung durch die „Filia­le“ statt. Dazu kamen etwa 60 Per­so­nen in die klei­ne, namen­lo­se Gale­rie in die Weser­stra­ße 176 in Ber­lin-Neu­kölln.


Antifa heißt Arbeitskampf“

Themen : Allgemein, Antisemitismus, Neonazismus, Rassismus · 0 Kommentare · von 11. November 2015
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Anti­fa Kon­gress­tag Quel­le: http://​anti​fa​kon​gress​.blog​sport​.eu/

Auf einem Kon­gress in Mün­chen dis­ku­tiert die Anti­fa­schis­ti­sche Bewe­gung neue Poli­tik­stra­te­gi­en

Was heißt Anti­fa? Vier Jah­re nach dem Auf­flie­gen des NSU, nach über zwei Jah­ren ras­sis­tisch- völ­ki­scher Eska­la­ti­on, pogrom­ar­ti­ger Aus­schrei­tun­gen in Hei­denau, Frei­tal und ande­ren Orten, täg­li­chen Angrif­fen auf Geflüch­te­te und ihre Supporter*innen und dem (Wieder-)Erstarken der AfD scheint die­se Fra­ge zur­zeit dra­ma­ti­sche Rele­vanz zu haben. Zu tun gäbe es genug für die anti­fa­schis­ti­sche Bewe­gung in Deutsch­land, befän­de die­se sich nicht seit meh­re­ren Jah­ren in einer struk­tu­rel­len Kri­se. Daher müs­sen neue Orga­ni­sie­rungs- und Poli­tik­kon­zep­te her. Raus aus der Defen­si­ve, hin zu einer hand­lungs­fä­hi­gen Bewe­gung, die Ant­wor­ten parat hat. Der Anti­fa-Kon­gress in Mün­chen hat die­se Dis­kus­si­on nun erneut in den Mit­tel­punkt gestellt.