Debatte, Bildung, Vernetzung zu Migration und gegen Rassismus und Neonazismus


Möllner Rede im HAU: Unbeugsam im Exil

Die Familien Arslan, Yilmaz, Bektaş, Taşköprü, Bejarano und Freunde von Oury Jalloh gemeinsam auf der Bühne des HAU.

Die Fami­li­en Ars­lan, Yil­maz, Bek­taş, Taş­köprü, Beja­ra­no und Freun­de von Oury Jal­loh gemein­sam auf der Büh­ne des HAU. Foto: Peri­nel­li

 

Die Soli­da­ri­tät, Anteil­nah­me und der Wunsch nach wür­di­gem und poli­ti­schem Geden­ken hat­te die Rei­hen des „Heb­bel am Ufer“ bis hin­auf in die schwin­del­erre­gen­den Rän­ge unterm Dach gefüllt. Die „Möll­ner Rede im Exil“ ist seit 2013 im gan­zen Land unter­wegs, nach­dem sie als von den Betrof­fe­nen selbst­be­stimm­ter, kri­ti­scher Teil des offi­zi­el­len Geden­kens von der Stadt Mölln von der Agen­da gestri­chen wor­den war. Jedes Jahr hal­ten bekann­te Per­sön­lich­kei­ten die Rede zum Geden­ken an die bei einem Brand­an­schlag auf das Haus einer tür­ki­schen Fami­lie in Mölln getö­te­ten drei Men­schen: Am 23. Novem­ber 1992 — vor 25 Jah­ren — star­ben die 51jährige Bahi­de und die 10jährige Yeliz Ars­lan sowie die 14jährige Ayşe Yil­maz, nach­dem zwei bekann­te Neo­na­zis das Wohn­haus der Fami­lie Ars­lan in Brand gesetzt hat­ten. Wei­te­re Fami­li­en­mit­glie­der wur­den teil­wei­se sehr schwer ver­letzt.


#verlagegegenrechts in Frankfurt

Themen : Allgemein, Neonazismus, Rassismus · 0 Kommentare · von 10. Oktober 2017

Auf der Frank­fur­ter Buch­mes­se vom 11. — 15.Oktober 2017 wer­ben Verleger*innen für eine viel­fäl­ti­ge und soli­da­ri­sche Ver­lags­sze­ne. Damit reagie­ren sie auf einen Zunah­me rechts­ra­di­ka­ler und rechts­po­pu­lis­ti­scher Ver­la­ge und Publi­ka­tio­nen auf der Frank­fur­ter Buch­mes­se.


Schwarze Wolken über Wurzen

Themen : Allgemein, Neonazismus, Rassismus · 0 Kommentare · von 6. September 2017
"Wenn Du einen Schneck behauchst,

schrumpft er ins Gehäuse,

Wenn du ihn in Kognak tauchst,

sieht er weiße Mäuse."

Joachim Ringelnatz aus Wurzen

 

Eine gro­ße anti­fa­schis­ti­sche Demons­tra­ti­on des Bünd­nis­ses „Irgend­wo in Deutsch­land“ unter dem Mot­to „Das Land – ras­sis­tisch / Der Frie­den – völ­kisch / Unser Bruch – unver­söhn­lich” mit 400 Teil­neh­men­den zog am Sams­tag, 2. Sep­tem­ber 2017 durch Wur­zen und ver­setz­te die Einwohner_innen in Angst und Schre­cken, nach­dem Stadt, Medi­en und Poli­zei „Bil­der wie aus Ham­burg“ beschwo­ren hat­ten. Mit meh­re­ren Hun­dert­schaf­ten, einem Spe­zi­al­ein­satz­kom­man­do und sage und schrei­be 5 Was­ser­wer­fern führ­ten die „Ord­nungs­kräf­te“ Mäßi­gung und Ver­hält­nis­mä­ßig­keit in schril­ler Wei­se ad absur­dum.

anti­fra* prä­sen­tiert dazu eine kurz­wei­li­ge Foto­stre­cke.


Straßenumbenennung und weißer Stress

 

Abs­tract

Der Bei­trag the­ma­ti­siert den mit dem Beschluss der Bezirks­ver­ord­ne­ten­ver­samm­lung Ber­lin-Mit­te vom 17. März 2016 offi­zi­ell begon­ne­nen Pro­zess der Umbe­nen­nung von Stra­ßen im Ber­li­ner „Afri­ka­ni­schen Vier­tel“ und wei­ße Abwehr am Bei­spiel der media­len Debat­te im Anschluss an die Ver­öf­fent­li­chung alter­na­ti­ver Namens­vor­schlä­ge Ende Mai 2017. Die dis­ku­tier­ten Medi­en­bei­trä­ge zur Stra­ßen­um­be­nen­nung, die in den zwei Wochen nach der Namens­ver­öf­fent­li­chung publi­ziert wur­den, wer­den im Hin­blick auf wei­ße Abwehr­stra­te­gi­en bespro­chen und in Bezie­hung zum Umgang mit Ras­sis­mus in Deutsch­land gesetzt. Von die­ser Kon­tex­tua­li­sie­rung aus­ge­hend plä­diert der Text für eine flä­chen­de­cken­de ras­sis­mus­kri­ti­sche Bil­dung, die den Zusam­men­hang von Kolo­nia­lis­mus und Ras­sis­mus bis in die Gegen­wart zum The­ma macht.


Aktionstag gegen Rassismus in Tunesien

Themen : Allgemein, Rassismus · 0 Kommentare · von 6. April 2016

csm_Handous_Mnemty_demo_in_Tunis_21_March_2016_f9efb4add7Schwar­ze Tune­sie­rIn­nen sehen sich als Bür­ge­rIn­nen zwei­ter Klas­se

Tune­si­en ist stolz auf sei­ne wech­sel­haf­te Geschich­te. Das Land ist ein leben­di­ges Muse­um von den puni­schen Besied­lun­gen über die Fatim­iden bis zum Ara­bi­schen Früh­ling, und die­se viel­fäl­ti­gen Ein­flüs­se sind sicher­lich ein Grund für die gerühm­te tune­si­sche Bereit­schaft zur Kon­flikt­lö­sung durch den Kom­pro­miss. Leben und leben las­sen ist hier eine Devi­se, mit der gewor­ben wird.

Schwar­ze Tune­sie­rin­nen und Tune­si­er, etwa 15 Pro­zent der Bevöl­ke­rung, sehen das jedoch ganz anders. Sie bekla­gen sich über den Ras­sis­mus auf der Stra­ße und in den Insti­tu­tio­nen. Zwar wur­de die Skla­ve­rei im Jah­re 1846 abge­schafft – Jah­re vor die­sem Schritt in den USA oder vie­len euro­päi­schen Kolo­ni­en –, ein Über­bleib­sel die­ser Zeit ist jedoch heu­te noch in offi­zi­el­len Doku­men­ten gegen­wär­tig. So tra­gen die Nach­kom­men ehe­ma­li­ger Skla­vIn­nen noch heu­te den Namen des „Besit­zers“ ihrer Vor­fah­ren, der der Bezeich­nung „Atiq“ („befreit von“) folgt.


Berlin 2015: 320 rechte, rassistische und antisemitische Angriffe

[Wir doku­men­tie­ren eine Pres­se­mit­tei­lung der Kolleg_innen der Ber­li­ner Opfer­be­ra­tungs­stel­le ReachOut]

Auch in Bay­ern schießt der Ras­sis­mus durch die Decke: Im ober­baye­ri­schen Zorne­ding pro­tes­tier­ten 3000 Men­schen gegen die ras­sis­ti­schen Angrif­fe, denen der schwar­ze katho­li­sche Seel­sor­ger Oli­vi­er Ndj­im­bi-Tshi­en­de aus­ge­setzt war, nach­dem auch die ört­li­che CSU ihn u.a. wegen sei­nes Ein­sat­zes für Geflüch­te­te dis­kri­mi­niert hat­te Foto: Bur­schel

Die Angriffs­zah­len in Ber­lin sind mas­siv gestie­gen; Ras­sis­mus ist das häu­figs­te Tat­mo­tiv. Die meis­ten Angrif­fe fin­den in Mar­zahn statt.
ReachOut, die Ber­li­ner Bera­tungs­stel­le für Opfer rech­ter, ras­sis­ti­scher und anti­se­mi­ti­scher Gewalt, ver­zeich­net 320 Angrif­fe für das Jahr 2015.
Das ist ein Anstieg von fast 80% der Gewalt­ta­ten und mas­si­ven Bedro­hun­gen im Ver­gleich zu 2014. Ras­sis­mus steht als Tat­mo­tiv im Vor­der­grund. Ins­ge­samt wer­den 412 Men­schen ver­letzt und bedroht. Allein im Umfeld von Geflüch­te­ten­un­ter­künf­ten erfuh­ren wir von 39 Angrif­fen.


Opferberatungsstellen: Dramatischer Anstieg rassistischer Gewalt

Opferberatungsstellen: Dramatischer Anstieg rassistischer Gewalt

[Wir doku­men­tie­ren hier eine alar­mie­ren­de Pres­se­mit­tei­lun­gen der VBRG e.V, des Bun­des­ver­ban­des unab­hän­gi­ger Bera­tungs­stel­len für Betrof­fe­ne rech­ter, ras­sis­ti­scher und anti­se­mi­ti­scher Gewalt…


Wirklich Willkommen? Anmerkungen zum Thema deutsche «Willkommenskultur»

Wirklich Willkommen? Anmerkungen zum Thema deutsche «Willkommenskultur»

Seit die kata­stro­pha­le Lage an den euro­päi­schen Gren­zen im Som­mer 2015 die Bun­des­re­gie­rung dazu nötig­te, mehr Geflüch­te­te auf­zu­neh­men, ist die…


Löbau: „Wir fordern ein Ende des Kuschelns mit AfD und PEGIDA

Logo der Augen Aug e.V.Auch in Löb­au hat es am Wochen­en­de 20./21. Febru­ar 2016 einen gefähr­li­chen Anschlag mit Molo­tow­cock­tails auf eine Geflüch­te­ten-Unter­kunft gege­ben. Das Gebäu­de beher­bert der­zeit 300 Asyl­su­chen­de, der Anschlag war also ver­such­ter Mord an den Bewoh­nern. Wir doku­men­tie­ren hier die Pres­se­mit­tei­lung der geschätz­ten Kolleg_innen von „Augen auf e.V.“ Ober­lau­sitz:

Die Saat geht auf – gedüngt durch eine Kultur des Schweigens und Wegsehens

Säch­si­sche, zivil­ge­sell­schaft­li­che Initia­ti­ven ver­ur­tei­len den ver­such­ten Brand­an­schlag auf das Flücht­lings­heim in Löb­au und die unglaub­li­che Pogrom­stim­mung wäh­rend und nach dem Brand eines geplan­ten Flücht­lings­hei­mes in Baut­zen und for­dern von der demo­kra­ti­schen Gesell­schaft kon­se­quen­tes und ent­schlos­se­nes Han­deln.


Buchenwald-Gedenken und Antifaschismus in der DDR

Buchenwald-Gedenken und Antifaschismus in der <span class="caps">DDR</span>

Ein alter, hoch­sen­si­bler Streit ist kürz­lich mit dem Radio­bei­trag „Mythen und Lügen des DDR-Anti­­fa­­schis­­mus“ am 3. Febru­ar 2016 auf Deutsch­land­ra­dio…