Debatte, Bildung, Vernetzung zu Migration und gegen Rassismus und Neonazismus


Antisemitische Kampagne in Italien

Kurz vor dem Jah­res­tag der Befrei­ung des NS-Ver­nich­tungs­la­gers Ausch­witz sind jüdi­sche sowie israe­li­sche Insti­tu­tio­nen in Rom Ziel einer anti­se­mi­ti­schen Kam­pa­gne gewor­den: Drei Ein­rich­tun­gen waren Schwei­ne­köp­fe zuge­schickt wor­den. In bei­lie­gen­den Schrei­ben wird etwa der Begrün­der des Zio­nis­mus, Theo­dor Herzl, ver­höhnt. Außer­dem gab es anti­se­mi­ti­sche Schmie­re­rei­en in eini­gen Stra­ßen Roms, vor allem aber auf den Außen­wän­den des Rat­hau­ses in Rom, dar­un­ter der Slo­gan «Han­na [sic!] Frank ist eine gro­ße Lüg­ne­rin.»

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Ras­sis­ti­sche Pla­ka­te der «Natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Arbei­ter Bewe­gung» in Mai­land: «Das Blut gegen das Gold / Das Blut gegen sie / Wach auf!» Foto: Facebook/privat

Die Emp­fän­ger der Schwei­ne­köp­fe waren die Haupt­syn­ago­ge, ein Muse­um mit einer Aus­stel­lung über jüdi­sche Kul­tur in der Haupt­stadt Ita­li­ens sowie die israe­li­sche Bot­schaft. Die Pake­te waren alle in Rom auf­ge­ge­ben wor­den. Die sofor­ti­gen Unter­su­chun­gen des poli­zei­li­chen Staats­schut­zes ermit­tel­ten kur­ze Zeit spä­ter einen 29–Jähriger aus der neo­fa­schis­ti­schen Sze­ne als mut­maß­li­chen Täter. Der Mann soll als Absen­der für sei­ne Pake­te den Namen «Gio­van­ni Pre­zio­si» ver­wen­det haben: dabei han­delt es um einen ehe­ma­li­gen Minis­ter Mus­so­li­nis und glü­hen­den Anti­se­mi­ten,  der «Gene­ral­in­spek­tor für Demo­gra­phie und Ras­se» gewe­sen ist. In der Woh­nung des Beschul­dig­ten ent­deck­ten Beam­te unter ande­rem T-Shirts der neo­fa­schis­ti­schen Bewe­gung «For­za Nuo­va». Er habe sogar eine neue anti­se­mi­ti­sche Par­tei grün­den wol­len, gaben die Ermitt­ler an.

Bei den Unbe­kann­ten, die eini­ge Tagen spä­ter einen wei­te­ren Schwei­ne­kopf an einen jüdi­schen Adres­sa­ten in Flo­renz gesen­det haben, soll es sich nach Aus­sa­gen der Behör­den ledig­lich um Tritt­brett­fah­rer gehan­delt haben. Dar­über hin­aus sind in der Nacht zum 27. Janu­ar 2014 anti­se­mi­ti­sche Slo­gans auf den Wän­den des Doni­zet­ti-Thea­ters in Ber­ga­mo auf­ge­taucht. Dort lief das Stück «Der Elfen­bein­turm» von Ronald Har­wood, in dem es um den Pro­zess der US-Mili­tär­ver­wal­tung gegen den NS-belas­te­ten Star-Diri­gen­ten Wil­helm Furt­wäng­ler 1946 in Ber­lin geht [Titel der Ver­fil­mung: «Taking Sides»]. Anti­se­mi­ti­sche und Juden­hass schü­ren­de Kari­ka­tu­ren sind zur sel­ben Zeit auch in ver­schie­de­nen Stra­ßen Mai­lands pla­ka­tiert wor­den.

Ver­ant­wort­lich für die­se Hetz­pla­ka­te zeich­net die 2002 von Pier­lu­i­gi Pagli­ughi gegrün­de­te «Natio­nal­so­zia­lis­ti­sche Arbei­ter Bewe­gung» (NSAB). Die «Bewe­gung» soll Anhän­gern im Pie­mont und der Lom­bar­dei haben. Die­se klei­ne Grup­pie­rung mit ihren etwa 200 Anhänger_innen, ent­sen­det eine Hand­voll Man­dats­trä­ger in Gemein­de­rä­te klei­ner Ort­schaf­ten in die­ser Regi­on. Die NSAB bezieht sich offen auf Adolf Hit­ler und ist schon durch ähn­li­che ras­sis­ti­sche Kam­pa­gnen auf­ge­fal­len. So berich­te­te die Tages­zei­tung «Repubbli­ca» ver­gan­ge­nes Jahr von Pla­ka­ten, die die Immigrant_innen aus Asi­en auf­for­der­te, Ita­li­en zu ver­las­sen mit Sät­zen wie: «Euro­pa den Euro­pä­ern» und  «Die absur­de und gesteu­er­te Mischung von Ras­sen rui­niert sowohl unse­re Nach­kom­men als auch dei­ne: Wir sind der auf­ge­zwun­ge­nen Immi­gra­ti­on müde!»


15 Jahre „Gubener Hetzjagd“

Themen : Flucht & Asyl, Neonazismus, Rassismus · 0 Kommentare · von 27. Januar 2014

Der Tod des damals 28-jäh­ri­gen alge­ri­schen Asyl­be­wer­bers Farid Guen­doul jährt sich am 13. Febru­ar 2014 zum 15. Mal. Mit dem Datum geht auch ein außer­ge­wöhn­li­ches, von der Rosa Luxem­burg Stif­tung geför­der­tes  Inter­net­pro­jekt zur Doku­men­ta­ti­on der und zum Geden­ken an die ras­sis­ti­sche Tat zuen­de: RE:Guben. Abge­se­hen davon, dass die wun­der­bar gestal­te­te Sei­te rand­voll ist mit inter­es­san­ten und lesens­wer­ten Bei­trä­gen, Audio- und Video-Clips und Foto­gra­fi­en zum The­ma, sei an die­ser Stel­le auch noch ein­mal auf ein beson­ders gelun­ge­nes Teil­pro­jekt in die­sem Zusam­men­hang hin­ge­wie­sen: Unter dem Titel „Ras­sis­ti­sche Gewalt vor Gericht. Gesprä­che über den Fall Guben“  sind Inter­views mit damals am Pro­zess vor dem Land­ge­richt Cott­bus Betei­lig­ten ver­öf­fent­licht, die das Gesche­hen damals noch ein­mal in sei­ner Tie­fe und Bedeu­tung auf­ru­fen. Neben dem Tages­spie­gel-Repor­ter Frank Jan­sen, dem Pro­zess­be­ob­ach­ter der For­schungs­ge­sell­schaft Flucht und Migra­ti­on (FFM), Fried­rich Bur­schel,  und den bei­den Neben­kla­ge-Anwäl­tin­nen Chris­ti­na Clemm und The­da Gie­ncke wer­den auch der Ver­tei­di­ger Chris­ti­an Nord­hau­sen und der — unter­des­sen pen­sio­nier­te — Vor­sit­zen­de Rich­ter Joa­chim Dönitz befragt. Ins­be­son­de­re das Dönitz-Inter­view ist ein höchst beein­dru­cken­des Doku­ment.

Zum Abschluss des Pro­jek­tes und anläss­lich des Jah­res­ta­ges wird in Ber­lin auch eine Aus­stel­lung zum The­ma zu sehen sein:

9a61c0ba7e-1bWenn der so bekloppt ist und durch die Scheibe läuft…“

Guben 15 Jahre nach der tödlichen Hetzjagd auf Farid Guendoul

Aus­stel­lung vom 13. Febru­ar (Ver­nis­sa­ge) bis 13. März 2014 (Finis­sa­ge)

Öff­nungs­zei­ten: Diens­tag bis Sonn­tag ab 16 Uhr, Bild­pro­jek­ti­on auf Anfra­ge, Ein­tritt: frei

In der Nacht vom 12. zum 13. Febru­ar 1999 ver­blu­te­te der alge­ri­sche Asyl­be­wer­ber Farid Guen­doul im Haus­ein­gang der Hugo-Jentsch-Stra­ße 14 in der bran­den­bur­gi­schen Klein­stadt Guben, nach­dem er und sei­ne bei­den Beglei­ter von einer Grup­pe rech­ter Jugend­li­cher gejagt wor­den waren. Die Täter waren in die­ser Nacht unter­wegs auf der Suche nach Men­schen, an denen sie ihren ras­sis­ti­schen Hass aus­las­sen konn­ten. Sie bemäch­tig­ten sich über Stun­den des Rau­mes der Stadt. Zu kei­nem Zeit­punkt tra­fen die Täter dabei auf jeman­den, der sie auf­hielt.

Farid Guen­doul ist eines von 184 Todes­op­fern rech­ter Gewalt seit der deut­schen Wie­der­ver­ei­ni­gung. Im Ver­gleich zu den meis­ten von ihnen erhiel­ten sein Tod sowie das sich anschlie­ßen­de, mehr als 18 Mona­te dau­ern­de Gerichts­ver­fah­ren eine hohe media­le Auf­merk­sam­keit.

Wer heu­te in Guben nach Zei­chen einer Erin­ne­rung sucht, wird vie­le Leer­stel­len fin­den und ist mit Ableh­nung und Unver­ständ­nis kon­fron­tiert: das Wohn­haus in der Hugo-Jentsch-Stra­ße wur­de abge­ris­sen, Men­schen suchen nach wie vor die Schuld bei Farid Guen­doul und sehen sich in ers­ter Linie als Opfer einer über­re­gio­na­len Bericht­erstat­tung, poli­ti­sche Stel­len ver­wei­gern immer noch eine Aus­ein­an­der­set­zung mit der Tat. Nur ein klei­ner, unschein­ba­rer und häu­fig ver­wahr­los­ter Gedenk­stein auf einer Wie­se erin­nert an Farid Guen­doul.

Die Aus­stel­lung erzählt die Ereig­nis­se die­ser Febru­ar­nacht 1999 vor der Abbil­dung dama­li­ger Ereig­nis­or­te 15 Jah­re nach der Tat. Die Dis­kre­panz zwi­schen dem Ereig­nis und sei­ner Nicht-Ables­bar­keit im Raum ist dabei nicht zu über­brü­cken. Sie ist Teil der Erin­ne­rung und Anlass der Annä­he­rung.

Die Aus­stel­lung ist eine Erin­ne­rungs­in­stal­la­ti­on zum 15. Todes­tag Farid Guen­douls, sie beschließt gleich­zei­tig das Pro­jekt RE:GUBEN, das sich ein Jahr lang Fra­gen nach einem Umgang mit dem Geden­ken an die Todes­op­fer rech­ter Gewalt und der Erin­ne­rung an Farid Guen­doul in Guben gewid­met hat.


Aufzähleritis statt Analyse

Themen : Neonazismus, Populismus & Grauzonen · 0 Kommentare · von 13. Januar 2014

Die net­ten Kolleg_innen von kri​tisch​-lesen​.de haben in ihrer aktu­el­len Online-Aus­ga­be eine Rezen­si­on zu dem Buch „Euro­pas radi­ka­le Rech­te“ von mir ver­öf­fent­licht, auf die ich Euch hier­mit auf­merk­sam machen will:

LangebachSpeit_EuropasRechte_P02_DEF.inddMar­tin Lan­ge­bach, Andre­as Speit 2013: Euro­pas radi­ka­le Rech­te. Bewe­gun­gen und Par­tei­en auf Stra­ßen und in Par­la­men­ten. Orell Füss­li, Zürich.  ISBN: 978−3−280−05483−3. 287 Sei­ten. 21,95 Euro.

Im Trüben gefischt

Die Reportagen zu den extrem rechten Erscheinungen in Europa geben zwar einen Überblick, lassen allerdings Tiefe vermissen.

Eine gefäl­li­ge Repor­ta­ge-Samm­lung haben die bei­den Auto­ren und „Rechtsextremismus“-Experten Mar­tin Lan­ge­bach und Andre­as Speit mit ihrem Buch „Euro­pas radi­ka­le Rech­te“ vor­ge­legt. Für Leu­te, die sich noch nicht viel mit dem rasan­ten Rechts­ruck in Euro­pa beschäf­tigt haben, mag das Buch eine gute, schnell weg­zu­le­sen­de Ein­füh­rung sein. Wer schon mal etwas vom Über­ra­schungs­sie­ger der öster­rei­chi­schen Natio­nal­rats­wah­len „Team Stro­nach“, der Casa-Pound-Bewe­gung in Ita­li­en und der Rechts­par­tei „Euro­päi­sche Alli­anz für Frei­heit“ gehört hat, wird das Buch müde zur Sei­te legen. Immer­hin macht es eines deut­lich: die Ent­wick­lun­gen am rech­ten Rand des euro­päi­schen poli­ti­schen Spek­trums sind so schnell­le­big, bis­wei­len dif­fus und auf so vie­len, sich zum Teil völ­lig wider­spre­chen­den Ebe­nen zu betrach­ten, dass man sie schlicht nicht über­bli­cken kann. Inso­fern ist die Repor­ta­ge viel­leicht nicht unbe­dingt das rich­ti­ge Mit­tel, um die­se hoch­kom­ple­xe Mate­rie auf­zu­schlüs­seln, viel­leicht war das auch gar nicht die Absicht der Auto­ren. Wei­ter


Audio-Doku „A Glance from the Outside“

Themen : Neonazismus, NSU-Komplex · 0 Kommentare · von 17. Dezember 2013
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Ver­an­stal­tung zum NSU-Kom­plex im Eine-Welt-Haus in Mün­chen am 9.12.2013: Aaa­ron Flana­gan (USA), Hei­ke Kleff­ner (Mode­ra­ti­on), Liz Feke­te (UK), Mats Deland (Schwe­den)  Foto: NSU-Watch

Eine span­nen­de Fach­ta­gung zum NSU-Kom­plex mit inter­na­tio­na­len Gäs­ten ist am Wochen­en­de 6. — 8. Dezem­ber 2013 in Mün­chen über die Büh­ne gegan­gen und hat­te in einer Abend­ver­an­stal­tung am Mon­tag, 9.12.2013, im voll besetz­ten Eine-Welt-Haus Ihren Höhe­punkt. Wir haben den Abend in den Ori­gi­nal­spra­chen auf­ge­nom­men und wol­len Euch alle ermun­tern, in die­se wirk­lich span­nen­de Ver­an­stal­tung mal rein­zu­hö­ren.

Ihr fin­det sie auf der RLS-Home­page hier.

 

 


Die Schärfe der Konkretion

Eine span­nen­de Ver­an­stal­tung für alle, die am Kna­cken von BRD-(Gründungs-)Mythen und an Erin­ne­rungs­po­li­tik inter­es­siert sind, fin­det am kom­men­den Sonn­tag, 1.12.2013, um 18 Uhr im Salon der Rosa Luxem­burg Stif­tung (Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Ber­lin, Nähe Ost­bahn­hof) statt.

Die Schärfe der Konkretion

Reinhard Strecker, 1968 und der Nationalsozialismus in der bundesdeutschen Historiografie
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Gott­fried Oy, Chris­toph Schnei­der: Die Schär­fe der Kon­kre­ti­on. Rein­hard Stre­cker, 1968 und der Natio­nal­so­zia­lis­mus in der bun­des­deut­schen His­to­rio­gra­fie
2013 — 252 Sei­ten — € 24,90;
ISBN: 978−3−89691−933−5

Der Jahr­zehnt­wen­de von den 1950er zu den 60er Jah­ren kommt eine wich­ti­ge Rol­le in zwei his­to­ri­schen Gro­ßerzäh­lun­gen zu. Für die Auf­ar­bei­tung des Natio­nal­so­zia­lis­mus gilt sie als Wen­de­punkt vom Ver­leug­nen hin zu Aus­ein­an­der­set­zung und Auf­ar­bei­tung. Zugleich fin­den sich hier die Anfän­ge der Jugend- und Stu­den­ten­be­we­gung, die 1968 ihren Höhe­punkt erreich­te. Die­se erin­ne­rungs­po­li­ti­sche Kon­stel­la­ti­on wird in drei­er­lei Hin­sicht auf­ge­nom­men. In West-Deutsch­land war es damals eine klei­ne Zahl von Ein­zel­per­so­nen, die an die NS-Ver­gan­gen­heit rühr­te, dar­un­ter der Stu­dent Rein­hard Stre­cker. Einem Gespräch mit dem frü­he­ren Akti­vis­ten, des­sen Akti­on Unge­sühn­te Nazi­jus­tiz 195960 öffent­lich für Wir­bel sorg­te, folgt ein Essay, der die Ent­wick­lung des Ver­hält­nis­ses der 68er-Bewe­gung zum Natio­nal­so­zia­lis­mus beleuch­tet und sie als eine Art Schwund­ge­schich­te rekon­stru­iert. Ein wei­te­rer Essay prüft die Sub­stanz der erin­ne­rungs­po­li­ti­schen Gro­ßerzäh­lung von der erfolg­rei­chen Auf­ar­bei­tung der NS-Ver­gan­gen­heit. Frag­lich erscheint es, ob die Gescheh­nis­se zu Zei­ten Stre­ckers als Vor­ge­schich­te eines zwar spät, aber doch noch ein­set­zen­den Rei­fe­pro­zes­ses der Bun­des­re­pu­blik auf­ge­fasst wer­den kön­nen. (aus der Ver­lags-Ankün­di­gung)

Rein­hard Stre­cker ist vie­len bis heu­te kein Begriff, obwohl er einer der Pio­nie­re der bun­des­deut­schen Aus­ein­an­der­set­zung mit dem Natio­nal­so­zia­lis­mus ist. Bereits Ende der 1950er Jah­re begann auf Initia­ti­ve des dama­li­gen Sprach­wis­sen­schafts­stu­den­ten an der Frei­en Uni­ver­si­tät Ber­lin eine klei­ne Grup­pe aus dem Umfeld des Sozia­lis­ti­schen Deut­schen Stu­den­ten­bun­des (SDS) damit, Mate­ria­li­en über NS-Täter zu sam­meln.

Sie recher­chier­te Doku­men­te zu Unrechts­ur­tei­len aus der NS-Zeit und ver­öf­fent­lich­te sie mit­samt den Namen der ver­ant­wort­li­chen Rich­ter und Staats­an­wäl­te. Dar­aus ent­stand die Aus­stel­lung „Unge­sühn­te Nazi­jus­tiz“. Für die Ver­jäh­rungs­de­bat­ten im Bun­des­tag und die Dis­kus­si­on per­so­nel­ler Kon­ti­nui­tä­ten in bun­des­deut­schen Behör­den gab sie wesent­li­che Impul­se.

Gott­fried Oy und Chris­toph Schnei­der wid­men sich in ihrem Buch „Die Schär­fe der Kon­kre­ti­on“ die­ser frü­hen Pha­se der Aus­ein­an­der­set­zung mit dem NS und ihren Fol­gen für die Neue Lin­ke vor 1968.

In der Ver­an­stal­tung wer­den die Auto­ren geschichts­po­li­ti­sche Über­le­gun­gen vor­stel­len, die dem Buch zugrun­de lie­gen.

Rein­hard Stre­cker wird als Akteur der „58er“ aus ers­ter Hand über die frü­he NS-Auf­ar­bei­tung berich­ten.

Anschlie­ßend gibt es Raum für eine gemein­sa­me Dis­kus­si­on die­ser Ansät­ze und ihrer Wir­kung.

 


Kulturbüro Sachsen in Gefahr

anti­fra* schließt sich den For­de­run­gen der betrof­fe­nen Pro­jek­te an:

Opferberatungsprojekte fordern mehr Unterstützung und warnen vor der drohenden Abwicklung von Beratungsprojekten in Sachsen

Am 4. Novem­ber 2013 jährt sich die Selbstent­tar­nung des NSU zum zwei­ten Mal.

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2. Novem­ber 2013: Demons­tra­ti­on zum Geden­ken an die Opfer des NSU, der sich am 4.11.2011 selbst ent­tarnt hat­te Foto: Bur­schel

Täg­lich regis­trie­ren die Bera­tungs­stel­len mehr als zwei bis drei rechts­mo­ti­vier­te Gewalt­ta­ten. Bei den Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den fehlt eine Zäsur in der Aus­ein­an­der­set­zung mit poli­tisch rechts, ras­sis­tisch und anti­se­mi­tisch moti­vier­ter Gewalt immer noch. Anläss­lich des zwei­ten Jah­res­ta­ges der Selbstent­tar­nung des Natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Unter­grunds (NSU) kri­ti­sie­ren die Bera­tungs­stel­len für Betrof­fe­ne poli­tisch rechts, ras­sis­tisch und anti­se­mi­tisch moti­vier­ter Gewalt, dass eine Zäsur bei den Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den im Umgang mit ein­schlä­gi­gen Gewalt­ta­ten noch immer nicht statt­ge­fun­den habe. „Wir regis­trie­ren täg­lich zwei bis drei poli­tisch rechts, ras­sis­tisch oder anti­se­mi­tisch moti­vier­te Gewalt­ta­ten,“ sagt Robert Kusche, ein Spre­cher der Bera­tungs­pro­jek­te. So wur­de bei­spiels­wei­se am 21. Sep­tem­ber 2013 ein Imbiss­be­trei­ber tür­ki­scher Her­kunft in Bern­burg (Sach­sen-Anhalt) von Neo­na­zis an sei­ner Arbeits­stel­le ange­grif­fen und so schwer am Kopf ver­letzt, dass er zwei Wochen lang im Koma lag und ver­mut­lich blei­ben­de Schä­den davon tra­gen wird. „Und noch immer sind vie­le Betrof­fe­ne mit Poli­zei­be­am­ten und Staats­an­walt­schaf­ten kon­fron­tiert, die ras­sis­ti­sche Moti­ve igno­rie­ren oder ver­harm­lo­sen oder den Betrof­fe­nen eine Mit­ver­ant­wor­tung für die Angrif­fe zuschrei­ben,“ so Robert Kusche wei­ter.


Versagen mit System

Themen : Gedenkpolitiken, Neonazismus, NSU-Komplex · 0 Kommentare · von 31. Oktober 2013
Versagen mit System

Unter­stüt­zung erwünscht: Crowd­fun­ding für eine kri­ti­sche Aus­stel­lung zur Geschich­te des „Ver­fas­sungs­schut­zes“ Post vom Forum Kri­ti­sche Rechts­ex­tre­mis­mus­for­schung: „.… Viel­leicht hat Ihr bereits…


Zwei Jahre nach Eisenach

Themen : Neonazismus, NSU-Komplex, Rassismus · 0 Kommentare · von 31. Oktober 2013
Zwei Jahre nach Eisenach

Zahl­rei­che Ver­an­stal­tun­gen zur Selbstent­tar­nung des NSU Am 4. Novem­ber 2011 ging in Eisen­ach vor den Augen der Poli­zei ein Wohn­mo­bil in…


NSU-Watch erhält Otto Brenner Preis!

Themen : Neonazismus, NSU-Komplex · 0 Kommentare · von 17. Oktober 2013
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Vor dem Jus­tiz­zen­trum in der Nym­phen­bur­ger Stra­ße in Mün­chen: Pres­se­rum­mel beim NSU-Pro­zess Foto: NSU-Watch

Die Rosa Luxem­burg Stif­tung koope­riert in Sachen NSU-Kom­plex eng mit den Partner_innen von NSU-Watch, einem kri­ti­schen und unan­hän­gi­gen Inter­net­pro­jekt, das sich die Beob­ach­tung, Doku­men­ta­ti­on und kri­ti­sche Beglei­tung des Pro­zes­ses gegen fünf Ange­klag­te aus dem «Natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Unter­grund» (NSU) und sei­nem Umfeld auf die Fah­nen geschrie­ben hat. Die wert­vol­le Arbeit von NSU-Watch hat jetzt mit dem renom­mier­ten Otto Bren­ner Preis der gleich­na­mi­gen Stif­tung die ver­dien­te Aner­ke­nung erhal­ten: die RLS gra­tu­liert den Kolleg_innen und freut sich auf wei­te­re frucht­ba­re Zusam­men­ar­beit.


Lenin heißt jetzt Jesus

Themen : Gedenkpolitiken, Neonazismus, NSU-Komplex · 0 Kommentare · von 17. Oktober 2013

EisenkinderDie net­ten Kolleg_innen von kri​tisch​-lesen​.de haben eine Rezen­si­on des Buches „Eisen­kin­der“ von Sabi­ne Renne­fanz aus mei­ner Feder ver­öf­fent­licht: es ist die Lang­ver­si­on einer Rezen­si­on,  die in ana­ly­se + kri­tik, Nr. 585, vom 14.8.2013 gekürzt erschie­nen ist, und die den geneig­ten Leser_innen nicht vor­ent­hal­ten wer­den soll:

http://​www​.kri​tisch​-lesen​.de/​r​e​z​e​n​s​i​o​n​/​l​e​n​i​n​-​h​e​i​s​s​t​-​j​e​t​z​t​-​j​e​sus