Debatte, Bildung, Vernetzung zu Migration und gegen Rassismus und Neonazismus


Ein guter Tag für den Feminismus: Proteste gegen AfD-Wahn in Kreuzberg

Ein guter Tag für den Feminismus: Proteste gegen AfD-Wahn in Kreuzberg

Weit über 1500 Demonstrant*innen haben heu­te in Kreuz­berg unter dem Mot­to „Nicht in unse­rem Namen — Kein Femi­nis­mus ohne Anti­ras­sis­mus“…


Afrin-Demo: Deutschland, Du Hund!

Afrin-Demo: Deutschland, Du Hund!

Meh­re­re Tau­send Men­schen zogen ges­tern Nach­mit­tag (4. Febru­ar 2018), mit einer anti­fa­schis­ti­schen Demons­tra­ti­on durch Kreuz­berg und Neu­kölln und pro­tes­tier­ten gegen…


Staatsanwaltschaften und rechter Terror: Preisverleihung in Potsdam

Die preis­ge­krön­te Arbeit von Fio­na Schmidt und Isa­bel­la Greif ist online und auf Papier im Buch­han­del erhält­lich

Im Rah­men des Neu­jahrs­emp­fan­ges der Rosa-Luxem­burg-Stif­tung Bran­den­burg ist am Mon­tag, 22. Janu­ar 2018, auch wie­der der „Wis­sen­schaft­lich-publi­zis­ti­sche För­der­preis“ ver­ge­ben wor­den. Geehrt wer­den mit der Ver­ga­be des Prei­ses für das Jahr 2017 zwei jun­ge Wis­sen­schaft­le­rin­nen, die sich ein heik­les The­ma vor­ge­nom­men haben: Fio­na Schmidt  und Isa­bel­la Greif reich­ten ihre Mas­ter­ar­beit zum The­ma „Staats­an­walt­schaft­li­cher Umgang mit rech­ter und ras­sis­ti­scher Gewalt. Eine Unter­su­chung struk­tu­rel­ler Defi­zi­te und Kon­ti­nui­tä­ten am Bei­spiel der Ermitt­lun­gen zum NSU-Kom­plex und dem Okto­ber­festat­ten­tat“ ein. Sie kom­men in ihrer Arbeit, die sie an der Hum­boldt-Uni­ver­si­tät zu Ber­lin vor­leg­ten, zu einer ernüch­tern­den Bilanz der Tätig­keit staat­li­cher Ermitt­lungs- und Ver­fol­gungs­be­hör­den, wenn es um nazis­ti­sche, rech­te und ras­sis­ti­sche Gewalt­ta­ten und ter­ro­ris­ti­sche Nazi-Anschlä­ge geht. 


Straßenumbenennung und weißer Stress

 

Abs­tract

Der Bei­trag the­ma­ti­siert den mit dem Beschluss der Bezirks­ver­ord­ne­ten­ver­samm­lung Ber­lin-Mit­te vom 17. März 2016 offi­zi­ell begon­ne­nen Pro­zess der Umbe­nen­nung von Stra­ßen im Ber­li­ner „Afri­ka­ni­schen Vier­tel“ und wei­ße Abwehr am Bei­spiel der media­len Debat­te im Anschluss an die Ver­öf­fent­li­chung alter­na­ti­ver Namens­vor­schlä­ge Ende Mai 2017. Die dis­ku­tier­ten Medi­en­bei­trä­ge zur Stra­ßen­um­be­nen­nung, die in den zwei Wochen nach der Namens­ver­öf­fent­li­chung publi­ziert wur­den, wer­den im Hin­blick auf wei­ße Abwehr­stra­te­gi­en bespro­chen und in Bezie­hung zum Umgang mit Ras­sis­mus in Deutsch­land gesetzt. Von die­ser Kon­tex­tua­li­sie­rung aus­ge­hend plä­diert der Text für eine flä­chen­de­cken­de ras­sis­mus­kri­ti­sche Bil­dung, die den Zusam­men­hang von Kolo­nia­lis­mus und Ras­sis­mus bis in die Gegen­wart zum The­ma macht.


Wirklich Willkommen? Anmerkungen zum Thema deutsche «Willkommenskultur»

Wirklich Willkommen? Anmerkungen zum Thema deutsche «Willkommenskultur»

Seit die kata­stro­pha­le Lage an den euro­päi­schen Gren­zen im Som­mer 2015 die Bun­des­re­gie­rung dazu nötig­te, mehr Geflüch­te­te auf­zu­neh­men, ist die…


Rassistischer Gimmick

Rewe_Werbung_groß_20.9.2015Der renom­mier­te Schul­buch­ver­lag Klett soll sei­ne ras­sis­ti­sche Schul­buch­rei­he «Mei­ne India­ner­hef­te» ein­stel­len. Das zumin­dest for­dert der Ver­ein glo­kal e.V.  in einem offe­nen Brief. Die kri­ti­sier­ten Hef­te sind Lern­ma­te­ria­li­en für Grund­schul­kin­der, die mit Ano­ki, einem klei­nen «India­ner» illus­triert sind. Der Klett-Ver­lag hat reagiert und glo­kal e.V. ein Gesprächs­an­ge­bot gemacht.

glo­kal kri­ti­siert die Schul­hef­te dafür, dass sie Nati­ve Ame­ri­cans als Mas­kott­chen für Wer­be­zwe­cke miss­brau­chen und sie kli­schee­haft dar­stel­len wür­den. Die­se Kri­tik wird von Orga­ni­sa­tio­nen der Nati­ve Ame­ri­cans und 200 ande­ren Unterzeichner_innen aus Schu­le, Poli­tik und Wis­sen­schaft unter­stützt. Sei­tens Vertreter_innen der Nati­ve Ame­ri­cans in den USA wer­den seit Jah­ren Kam­pa­gnen wie «We are a cul­tu­re, not a cos­tu­me» und «Not your mas­cot» betrie­ben, um auf die ras­sis­ti­sche Dis­kri­mi­nie­rung auf­merk­sam zu machen.

Ein Inter­view mit glo­kal e.V.


«Unfassbare Geschichtsvergessenheit»

Unser Koope­ra­ti­ons­part­ner Ama­ro Foro e.V. ver­öf­fent­licht aus Anlass des Gedenk­ta­ges an den Geno­zid an Sin­ti und Roma wäh­rend des Natio­nal­so­zia­lis­mus eine Pres­se­mit­tei­lung zu den aktu­ell im Zuge der aggres­si­ven, von der CSU eska­lier­ten «Zuwan­de­rungs­de­bat­te» gefor­der­ten Son­der­la­gern für «Bal­kan­flücht­lin­ge». Der von Horst See­ho­fer ein­ge­brach­te Vor­schlag, die Geflüch­te­ten aus Staa­ten wie Maze­do­ni­en und Koso­vo in Son­der­la­ger unter­zu­brin­gen, wird von Ama­ro Foro auf das Schärfs­te kri­ti­siert. Vie­le der «Bal­kan­flücht­lin­ge» sei­en Roma, wes­halb der ras­sis­ti­sche Vor­schlag des baye­ri­schen Minis­ter­prä­si­den­ten von einer «unfassbare[n] Geschichts­ver­ges­sen­heit» zeu­ge. Der Vor­sit­zen­de Merd­jan Jaku­pov, selbst Rom aus Maze­do­ni­en, erklärt dazu: «Anläss­lich des 2. August wird in Deutsch­land von Sin­ti und Roma des Geno­zids im Natio­nal­so­zia­lis­mus gedacht. In der Nacht zum 2. August wur­den in Ausch­witz fast 3000 Men­schen im soge­nann­ten Zigeu­ner­la­ger ermor­det. Es ist unfass­bar, dass heu­te ein Minis­ter­prä­si­dent in Deutsch­land tat­säch­lich Son­der­la­ger für eine bestimm­te Grup­pe von Flücht­lin­gen vor­schla­gen kann, ohne sofort zurück­tre­ten zu müs­sen.»


Im Zweifel für Racial Profiling

Vor dem Amts­ge­richt Tier­gar­ten ist ein 55-jäh­ri­ger Mann ange­klagt. Er weint. Nicht nach dem Urteil oder wenn er sich gegen die Vor­wür­fe sei­tens der Staats­an­walt­schaft wehrt, son­dern immer dann, wenn er schil­dert, wie es sich für ihn anfühlt, ras­sis­tisch behan­delt zu wer­den. Wenn er von einem Poli­zist als Affe bezeich­net wird – zwei Mal. Auch auf Nach­fra­ge, ob er ihn gera­de rich­tig ver­stan­den habe. Und wenn er beim Jog­gen im Park von Polizist_innen über Wochen auf­fäl­lig beob­ach­tet wird, wenn sie ganz lang­sam mit dem Strei­fen­wa­gen neben ihm her fah­ren. »That’s a tra­ves­ty!«, das sei eine Tra­ves­tie, so beur­teilt der Ange­klag­te das Ver­fah­ren, nach­dem die Rich­te­rin ihr Urteil ver­kün­det hat. Mit die­ser Aus­sa­ge ver­ab­schie­det er sich, als er aus Pro­test den Saal ver­lässt: »I can’t lis­ten to this any­mo­re«, er kön­ne das nicht mehr hören.

 


Racial Profiling

 

Ver­wal­tungs­ge­richt Dres­den erkennt in Raci­al Pro­filing kei­ne Grund­rechts­ver­let­zung

racial profiling

Für das Ver­wal­tungs­ge­richt Dres­den stellt eine öffent­li­che Stig­ma­ti­sie­rung durch die Poli­zei kei­ne »tief­grei­fen­de spe­zi­fi­sche Grund­rechts­ver­let­zung« für die betrof­fe­nen Men­schen dar. Raci­al Pro­filing wur­de nicht als ras­sis­ti­sche Struk­tur in der Poli­zei­ar­beit erkannt.


Parteinahme und Augenhöhe

Sym­po­si­um zur Wür­di­gung des Wer­kes der jüngst ver­stor­be­nen Bir­git Rom­mels­pa­cher

 

dominanzkultur reloadedUner­war­tet und plötz­lich ist Bir­git Rom­mels­pa­cher gestor­ben: Am 16. April die­ses Jah­res im Alter von 69 Jah­ren in Frank­furt. Dort hat­te sie an der Goe­the-Uni­ver­si­tät Tage zuvor eine Seni­or­pro­fes­sur ange­tre­ten. Anfang Juli fand im Audi­max der Ali­ce-Salo­mon-Hoch­schu­le (ASH) in Ber­lin-Hel­lers­dorf nun eine Gedenk­ver­an­stal­tung statt, die Bir­git Rom­mels­pa­cher als Mensch und ihr Werk als Akti­vis­tin und Wis­sen­schaft­le­rin wür­dig­te. Rom­mels­pa­chers intel­lek­tu­el­ler Scharf­sinn in der Gesell­schafts­ana­ly­se und ihre gerech­ten sowie muti­gen For­de­run­gen, ihre stö­ren­de und auch selbst­re­flek­tie­ren­de Kri­tik hät­ten ohne ihre sozia­le Kom­pe­tenz die Anwe­sen­den nicht der­art nach­drück­lich ver­än­dert. Durch ihr Leben inmit­ten der Men­schen, die am Gedenk­abend zu Wort kamen, hat­te sie eben­so gewiss wie mit ihrer wis­sen­schaft­li­chen und poli­ti­schen Arbeit einen gro­ßen Ein­fluss.