Debatte, Bildung, Vernetzung zu Migration und gegen Rassismus und Neonazismus


Donauwörth: Massive Polizeigewalt gegen Geflüchtete

Donauwörth: Massive Polizeigewalt gegen Geflüchtete

Stel­lung­nah­me der Betrof­fe­nen und der Grup­pe Anti­ra Muc zur Poli­zei­ge­walt in der Erst­auf­nah­me­ein­rich­tung in Donau­wörth am 14. März 2018 Am…


In Cottbus nichts Neues: Rechte Angriffe und das Schweigen in der Stadt

Auch Cott­bus scheint für eine demo­kra­ti­sche Gesell­schaft und rechts­staat­li­che Min­dest­stan­dards ver­lo­ren zu sein: Die Orga­ni­sa­ti­on „Women in Exi­le“ — ein Zusam­men­schluss von vor Gewalt, Ver­fol­gung, Krieg und Zer­stö­rung geflüch­te­ter Frau­en aus aller Welt — hat­te am ver­gan­ge­nen Sams­tag zu einer Demons­tra­ti­on auf­ge­ru­fen, weil es in den zurück­lie­gen­den Wochen zu zahl­rei­chen ras­sis­ti­schen Angrif­fen und rech­tem Ter­ror gekom­men war, die völ­kisch-natio­na­lis­ti­sche „Bür­ger­be­we­gung“ „Zukunft Hei­mat“ sich for­miert hat und — laut der jüngs­ten Wahl-Blitz­um­fra­ge — die rechts­po­pu­lis­ti­sche AfD auf fast 30 Pro­zent der Stim­men kom­men wür­de. In der Höh­le der Rech­ten waren die Pro­tes­tie­ren­den mit Anfein­dun­gen, einem ras­sis­ti­schen Angriff, einem Anschlag auf den Demons­tra­ti­ons­bus und einer taten­lo­sen Poli­zei kon­fron­tiert. Wir doku­men­tie­ren wütend und soli­da­risch die Pres­se­mit­tei­lung von „Women in Exi­le and Fri­ends“ und „Cott­bus Nazi­frei“ vom 12.03.2018:


Tödliche rassistische Eskalation in Italien: Morde und Angriffe vor und nach den Wahlen

Der sene­ga­le­si­sche Stra­ßen­ver­käu­fer Idris­sa Diè­ne, der am 5. März in Flo­renz ermor­det wur­de. Bild: screen­shot

Ras­sis­ti­scher Mord auf offe­ner Stra­ße mit­ten in Flo­renz: Am 5. März 2018, einen Tag nach den ita­lie­ni­schen Par­la­ments­wah­len Wah­len, hat in der Innen­stadt von Flo­renz der 65-jäh­ri­ge Rober­to Pir­ro­ne den 54-jäh­ri­gen Sene­ga­le­sen Idris­sa Diè­ne mit meh­re­ren Schüs­sen auf der Brü­cke Pon­te Ame­ri­go Vespuc­ci erschos­sen. Nach der Tat wur­de Rober­to Pir­ro­ne ver­haf­tet. Dabei soll er ange­ge­ben haben, dass er sich mit sei­ner Ber­ret­ta eigent­lich selbst das Leben habe neh­men zu wol­len. Doch dann habe er nicht den Mut gehabt und sich ent­schie­den, den Rest sei­nes Lebens im Gefäng­nis zu ver­brin­gen. Mit die­sem Vor­satz will er auf der Pon­te Vespuc­ci den Regen­schirm­ver­käu­fer Idris­sa Die­ne erschos­sen haben.


Das rassistische Afrikabild der AfD

Pro­tes­te gegen den sog. Frau­en­Marsch der AfD am 17.2.2018 in Kreuz­berg — eine Blo­cka­de ver­hin­der­te schließ­lich den rech­ten Auf­marsch Foto: Bur­schel

Über die „Alter­na­ti­ve für Deutsch­land“ (AfD) wur­de in den ver­gan­ge­nen Jah­ren viel publi­ziert und ana­ly­siert. Ent­larvt wur­den ihre anti­fe­mi­nis­ti­schen Res­sen­ti­ments, ihr völ­ki­scher Habi­tus und ihr anti­mus­li­mi­scher Ras­sis­mus. Ana­ly­siert wur­den die Wäh­ler­struk­tur und ihr kapi­ta­lis­tisch-neo­li­be­ra­les Grund­ver­ständ­nis. Auf­ge­deckt ihre Rol­le als par­la­men­ta­ri­scher Arm der Neu­en Rech­ten mit Ver­bin­dun­gen zu Bur­schen­schaf­ten und den so genann­ten Iden­ti­tä­ren. War­um erscheint es not­wen­dig, ein wei­te­res Puz­zle­teil hin­zu­zu­fü­gen und ein wei­te­res begrenz­tes Feld wie das Afri­ka­bild näher zu betrach­ten? Rei­chen die vor­lie­gen­den Unter­su­chun­gen nicht? Und spielt Afri­ka im Gegen­satz zum Bei­spiel zu Islam oder Tür­kei bis­her nicht eine ver­gleichs­wei­se unter­ge­ord­ne­te Rol­le in den poli­ti­schen Äuße­run­gen der AfD? Anhand des Afri­ka­bil­des wer­den jedoch nicht nur die völ­kisch-natio­na­lis­ti­schen Argu­men­ta­ti­ons­li­ni­en sicht­bar, son­dern eben­so die kapi­ta­lis­tisch-neo­li­be­ra­len. Gleich­zei­tig ver­deut­licht ein nähe­rer Blick auf die­sen Aspekt eine – besorg­nis­er­re­gen­de – rela­ti­ve Nähe der AfD-Posi­ti­on zu pro­ble­ma­ti­schen Poli­tik­an­sät­zen auch ande­rer „eta­blier­ter“ Par­tei­en.


Ein guter Tag für den Feminismus: Proteste gegen AfD-Wahn in Kreuzberg

Ein guter Tag für den Feminismus: Proteste gegen AfD-Wahn in Kreuzberg

Weit über 1500 Demonstrant*innen haben heu­te in Kreuz­berg unter dem Mot­to „Nicht in unse­rem Namen — Kein Femi­nis­mus ohne Anti­ras­sis­mus“…


Afrin-Demo: Deutschland, Du Hund!

Afrin-Demo: Deutschland, Du Hund!

Meh­re­re Tau­send Men­schen zogen ges­tern Nach­mit­tag (4. Febru­ar 2018), mit einer anti­fa­schis­ti­schen Demons­tra­ti­on durch Kreuz­berg und Neu­kölln und pro­tes­tier­ten gegen…


Staatsanwaltschaften und rechter Terror: Preisverleihung in Potsdam

Die preis­ge­krön­te Arbeit von Fio­na Schmidt und Isa­bel­la Greif ist online und auf Papier im Buch­han­del erhält­lich

Im Rah­men des Neu­jahrs­emp­fan­ges der Rosa-Luxem­burg-Stif­tung Bran­den­burg ist am Mon­tag, 22. Janu­ar 2018, auch wie­der der „Wis­sen­schaft­lich-publi­zis­ti­sche För­der­preis“ ver­ge­ben wor­den. Geehrt wer­den mit der Ver­ga­be des Prei­ses für das Jahr 2017 zwei jun­ge Wis­sen­schaft­le­rin­nen, die sich ein heik­les The­ma vor­ge­nom­men haben: Fio­na Schmidt  und Isa­bel­la Greif reich­ten ihre Mas­ter­ar­beit zum The­ma „Staats­an­walt­schaft­li­cher Umgang mit rech­ter und ras­sis­ti­scher Gewalt. Eine Unter­su­chung struk­tu­rel­ler Defi­zi­te und Kon­ti­nui­tä­ten am Bei­spiel der Ermitt­lun­gen zum NSU-Kom­plex und dem Okto­ber­festat­ten­tat“ ein. Sie kom­men in ihrer Arbeit, die sie an der Hum­boldt-Uni­ver­si­tät zu Ber­lin vor­leg­ten, zu einer ernüch­tern­den Bilanz der Tätig­keit staat­li­cher Ermitt­lungs- und Ver­fol­gungs­be­hör­den, wenn es um nazis­ti­sche, rech­te und ras­sis­ti­sche Gewalt­ta­ten und ter­ro­ris­ti­sche Nazi-Anschlä­ge geht. 


Straßenumbenennung und weißer Stress

 

Abs­tract

Der Bei­trag the­ma­ti­siert den mit dem Beschluss der Bezirks­ver­ord­ne­ten­ver­samm­lung Ber­lin-Mit­te vom 17. März 2016 offi­zi­ell begon­ne­nen Pro­zess der Umbe­nen­nung von Stra­ßen im Ber­li­ner „Afri­ka­ni­schen Vier­tel“ und wei­ße Abwehr am Bei­spiel der media­len Debat­te im Anschluss an die Ver­öf­fent­li­chung alter­na­ti­ver Namens­vor­schlä­ge Ende Mai 2017. Die dis­ku­tier­ten Medi­en­bei­trä­ge zur Stra­ßen­um­be­nen­nung, die in den zwei Wochen nach der Namens­ver­öf­fent­li­chung publi­ziert wur­den, wer­den im Hin­blick auf wei­ße Abwehr­stra­te­gi­en bespro­chen und in Bezie­hung zum Umgang mit Ras­sis­mus in Deutsch­land gesetzt. Von die­ser Kon­tex­tua­li­sie­rung aus­ge­hend plä­diert der Text für eine flä­chen­de­cken­de ras­sis­mus­kri­ti­sche Bil­dung, die den Zusam­men­hang von Kolo­nia­lis­mus und Ras­sis­mus bis in die Gegen­wart zum The­ma macht.


Wirklich Willkommen? Anmerkungen zum Thema deutsche «Willkommenskultur»

Wirklich Willkommen? Anmerkungen zum Thema deutsche «Willkommenskultur»

Seit die kata­stro­pha­le Lage an den euro­päi­schen Gren­zen im Som­mer 2015 die Bun­des­re­gie­rung dazu nötig­te, mehr Geflüch­te­te auf­zu­neh­men, ist die…


Rassistischer Gimmick

Rewe_Werbung_groß_20.9.2015Der renom­mier­te Schul­buch­ver­lag Klett soll sei­ne ras­sis­ti­sche Schul­buch­rei­he «Mei­ne India­ner­hef­te» ein­stel­len. Das zumin­dest for­dert der Ver­ein glo­kal e.V.  in einem offe­nen Brief. Die kri­ti­sier­ten Hef­te sind Lern­ma­te­ria­li­en für Grund­schul­kin­der, die mit Ano­ki, einem klei­nen «India­ner» illus­triert sind. Der Klett-Ver­lag hat reagiert und glo­kal e.V. ein Gesprächs­an­ge­bot gemacht.

glo­kal kri­ti­siert die Schul­hef­te dafür, dass sie Nati­ve Ame­ri­cans als Mas­kott­chen für Wer­be­zwe­cke miss­brau­chen und sie kli­schee­haft dar­stel­len wür­den. Die­se Kri­tik wird von Orga­ni­sa­tio­nen der Nati­ve Ame­ri­cans und 200 ande­ren Unterzeichner_innen aus Schu­le, Poli­tik und Wis­sen­schaft unter­stützt. Sei­tens Vertreter_innen der Nati­ve Ame­ri­cans in den USA wer­den seit Jah­ren Kam­pa­gnen wie «We are a cul­tu­re, not a cos­tu­me» und «Not your mas­cot» betrie­ben, um auf die ras­sis­ti­sche Dis­kri­mi­nie­rung auf­merk­sam zu machen.

Ein Inter­view mit glo­kal e.V.