Debatte, Bildung, Vernetzung zu Migration und gegen Rassismus und Neonazismus


Aktionstag gegen Rassismus in Tunesien

Themen : Allgemein, Rassismus · 0 Kommentare · von 6. April 2016

csm_Handous_Mnemty_demo_in_Tunis_21_March_2016_f9efb4add7Schwarze TunesierInnen sehen sich als BürgerInnen zweiter Klasse

Tunesien ist stolz auf seine wechselhafte Geschichte. Das Land ist ein lebendiges Museum von den punischen Besiedlungen über die Fatimiden bis zum Arabischen Frühling, und diese vielfältigen Einflüsse sind sicherlich ein Grund für die gerühmte tunesische Bereitschaft zur Konfliktlösung durch den Kompromiss. Leben und leben lassen ist hier eine Devise, mit der geworben wird.

Schwarze Tunesierinnen und Tunesier, etwa 15 Prozent der Bevölkerung, sehen das jedoch ganz anders. Sie beklagen sich über den Rassismus auf der Straße und in den Institutionen. Zwar wurde die Sklaverei im Jahre 1846 abgeschafft – Jahre vor diesem Schritt in den USA oder vielen europäischen Kolonien –, ein Überbleibsel dieser Zeit ist jedoch heute noch in offiziellen Dokumenten gegenwärtig. So tragen die Nachkommen ehemaliger SklavInnen noch heute den Namen des „Besitzers“ ihrer Vorfahren, der der Bezeichnung „Atiq“ („befreit von“) folgt.


Berlin 2015: 320 rechte, rassistische und antisemitische Angriffe

[Wir dokumentieren eine Pressemitteilung der Kolleg_innen der Berliner Opferberatungsstelle ReachOut]

Auch in Bayern schießt der Rassismus durch die Decke: Im oberbayerischen Zorneding protestierten 3000 Menschen gegen die rassistischen Angriffe, denen der schwarze katholische Seelsorger Olivier Ndjimbi-Tshiende ausgesetzt war, nachdem auch die örtliche CSU ihn u.a. wegen seines Einsatzes für Geflüchtete diskriminiert hatte Foto: Burschel

Die Angriffszahlen in Berlin sind massiv gestiegen; Rassismus ist das häufigste Tatmotiv. Die meisten Angriffe finden in Marzahn statt.
ReachOut, die Berliner Beratungsstelle für Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt, verzeichnet 320 Angriffe für das Jahr 2015.
Das ist ein Anstieg von fast 80% der Gewalttaten und massiven Bedrohungen im Vergleich zu 2014. Rassismus steht als Tatmotiv im Vordergrund. Insgesamt werden 412 Menschen verletzt und bedroht. Allein im Umfeld von Geflüchtetenunterkünften erfuhren wir von 39 Angriffen.


Opferberatungsstellen: Dramatischer Anstieg rassistischer Gewalt

Opferberatungsstellen: Dramatischer Anstieg rassistischer Gewalt

[Wir dokumentieren hier eine alarmierende Pressemitteilungen der VBRG e.V, des Bundesverbandes unabhängiger Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt…


Löbau: „Wir fordern ein Ende des Kuschelns mit AfD und PEGIDA“

Logo der Augen Aug e.V.Auch in Löbau hat es am Wochenende 20./21. Februar 2016 einen gefährlichen Anschlag mit Molotowcocktails auf eine Geflüchteten-Unterkunft gegeben. Das Gebäude beherbert derzeit 300 Asylsuchende, der Anschlag war also versuchter Mord an den Bewohnern. Wir dokumentieren hier die Pressemitteilung der geschätzten Kolleg_innen von „Augen auf e.V.“ Oberlausitz:

„Die Saat geht auf – gedüngt durch eine Kultur des Schweigens und Wegsehens

Sächsische, zivilgesellschaftliche Initiativen verurteilen den versuchten Brandanschlag auf das Flüchtlingsheim in Löbau und die unglaubliche Pogromstimmung während und nach dem Brand eines geplanten Flüchtlingsheimes in Bautzen und fordern von der demokratischen Gesellschaft konsequentes und entschlossenes Handeln.


Buchenwald-Gedenken und Antifaschismus in der DDR

Buchenwald-Gedenken und Antifaschismus in der DDR

Ein alter, hochsensibler Streit ist kürzlich mit dem Radiobeitrag „Mythen und Lügen des DDR-Antifaschismus“ am 3. Februar 2016 auf Deutschlandradio…


Website „Todesopfer rechter Gewalt in Brandenburg“ jetzt aktualisiert

Website „Todesopfer rechter Gewalt in Brandenburg“ jetzt aktualisiert

Zum 20. Todestag von Sven Beuter geht die Opferperspektive mit ihrer aktualisierten Website zu Todesopfern rechter Gewalt in Brandenburg online….


50. Todestag von Emil Julius Gumbel: Vergessener Held der Demokratie

Gedenktafel für die deutschen und österreichischen Flüchtlinge in Sanary-sur-Mer, unter ihnen Emil Julius Gumbel // Bild: Anima (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons


Es herrschte Hochspannung  in Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg. Der Versailler Vertrag wurde als ungerecht in der desaströsen wirtschaftlichen Situation der Nachkriegszeit gesehen. Die Niederlage wurde durch die als demütigend empfundenen Reparationszahlungen noch deutlicher gemacht und das verschärfte die politische Situation. Die junge Weimarer Republik hatte die unmögliche Aufgabe, aus dem Desaster die demokratische Gesellschaft aufzubauen. Obwohl die Weimarer Verfassung in der Zeit enorm fortschrittlich war, hielt die Weimarer Republik dem politischen Druck nicht stand. Justiz, Militär und Verwaltung bestanden zu großen Teilen noch aus den gleichen Leuten wie im Kaiserreich, die die Demokratie zum größten Teil rundweg ablehnten. Die extreme Rechte, die von höchst undemokratischen Idealen geprägt war, und hunderttausende von den Schlachtfeldern heimkehrende Soldaten hätte den Krieg am liebsten weitergeführt und schlossen sich vielfach in antidemokratischen und konterrevolutionären Freikorps zusammen. Das Ideal der demokratischen Republik verschwand hinter der bitteren Realität von wirtschaftlicher Schwäche und brutalen politischen Kämpfen.


Laizismus in der Türkei

Themen : Allgemein, Religion · 0 Kommentare · von 10. Dezember 2015

Die heutige Türkische Republik stellt eine Gesellschaft dar, die sich in einer ständigen Krise befindet. Sie ist ethnisch türkisch und im Sinne der Religiosität eine sunnitische, antidemokratische Struktur. Es zeigt sich ein problematisches Bild, weil die republikanische Gesellschaft Gerechtigkeit, Gleichberechtigung der unterschiedlichen ethnischen und religiösen Gruppen, Meinungsfreiheit, Presse und Versammlungsrecht vermissen lässt.

Können Sie sich vorstellen, dass das öffentliche Leben  nach sunnitischen Normen geändert, dass während des Fastenmonats das Mittagsessen im öffentlichen Dienst gestrichen, dass der sunnitische Religonsunterricht zum obligatorischen Schulfach wird oder dass im Namen der Pflege der «türkischen Kultur», ImamInnen ins Ausland geschickt und Moscheen aus Steuergeldern finanziert werden? All dies passiert in einem Land, in dessen Verfassung der «Laizismus» eine der wichtigsten Normen darstellt.


«Der normale Österreicher denkt sich bei diesem Gesetz nämlich nicht, dass es regeln soll, wie man hier einen Glauben praktiziert, …»

Themen : Allgemein, Religion · 0 Kommentare · von 10. Dezember 2015

«….sondern dass es regulieren soll, wie sich Ausländer hier zu benehmen hätten

Serdar Somuncu, seines Zeichens Comedian mit grenzüberschreitendem Humor, bringt die Kritik an der Änderung des Islamgesetzes deutlicher auf den Punkt als die islamische Glaubensgemeinschaft. In Österreich ist der Islam seit 1912 eine anerkannte Religionsgemeinschaft. Nachdem die Habsburger 1908 Bosnien annektiert hatten, wurde eine große muslimische Minderheit Teil des Habsburgerreiches und -heeres. Die Islamische Glaubensgemeinschaft ist lange die offizielle und einzige Vertretung der muslimischen Religionsgemeinschaften in Österreich gewesen. Erst seit 2013 kann die Islamisch Alevitische Glaubensgemeinschaft nach einem entsprechenden Verfassungsgerichtshofurteil den Alleinvertretungsanspruch der IGGiÖ in Frage stellen.


«The way out for Muslim societies implies neither a wholesale rejection of Western notions, ideals, and achievements, nor the dogmatic application of an outdated understanding of Islamic principles and values.»

Themen : Allgemein, Religion · 0 Kommentare · von 10. Dezember 2015

Interview with the Lebanese scholar Karim Sadek on Islam, Democracy and the Tunisian thinker and co-founder of the Islamic Ennahda party, Rachid Ghannouchi.

One of the main critiques of Islam often brought forward is that Islam is not compatible with democracy. What is your opinion?

Let me first say that even if we accept, for the sake of the argument, that the claim of the critic is correct, we should ask why is it a critique of Islam if it is not compatible with Democracy.