Debatte, Bildung, Vernetzung zu Migration und gegen Rassismus und Neonazismus


«Bruderland ist abgebrannt»

bruderland

Mit Bru­der­land ist abge­brannt för­der­te die Rosa-Luxem­burg-Stif­tung und nament­lich das Fach­re­fe­rat Neo­na­zis­mus und Strukturen/Ideologien der Ungleich­wer­tig­keit im ver­gan­ge­nen Herbst 2012 die Ver­an­stal­tungs­rei­he eines ange­se­he­nen Koope­ra­ti­ons­part­ners, des Zen­trums für Demo­kra­tie Trep­tow-Köpe­nick. Der staats­of­fi­zi­el­le «Anti­fa­schis­mus» wur­de dabei einer kri­ti­schen Aus­leuch­tung unter­zo­gen, For­men des Ras­sis­mus in der DDR-Gesell­schaft wur­den eben­so wie Anti­se­mi­tis­mus und das Auf­tre­ten von Neo­na­zis the­ma­ti­siert. Die Aus­rich­tung der Rei­he und der Fokus auf kri­tik­wür­di­ge Erschei­nun­gen in der DDR wur­de von Tei­len der lin­ken Öffent­lich­keit mit Irri­ta­ti­on und Ver­är­ge­rung auf­ge­nom­men, da sie posi­ti­ve Aspek­te im sozia­lis­ti­schen Staat der Nach­kriegs­zeit nicht wür­di­ge. Von einer «Dele­gi­ti­mie­rung» der DDR wur­de gespro­chen.
Audio- und Video-Doku­men­ta­tio­nen der in der Kri­tik ste­hen­den Ver­an­stal­tun­gen und wei­te­re Infor­ma­tio­nen zur Rei­he fin­den Sie hier:
* «Mythos Anti­fa­schis­mus» Video­do­ku­men­ta­ti­on der letz­ten Debat­te aus der umstrit­te­nen Rei­he «Bru­der­land ist abge­brannt!», u.a. mit Gre­gor Gysi., 31.10.2012
* Ver­tra­g­ar­bei­ter in der DDR, Podi­um mit Tama­ra Hent­schel (ehe­ma­li­ge DDR-Wohn­heim­be­treue­rin für Vietnames_innen, seit 1993 Geschäfts­füh­re­rin des Ver­eins Reis­trom­mel e.V.), Susan­ne Harm­sen (Jour­na­lis­tin, Mache­rin der gleich­na­mi­gen Auss­stel­lung), Dr. Nguy­en van Huong (Mit­ar­bei­ter im Büro des Beauf­trag­ten für Inte­gra­ti­on und Migra­ti­on des Lan­des Ber­lin) und der Fil­me­ma­che­rin Ange­li­ka Nguy­en, 8.10.2012
* Anti­se­mi­tis­mus in der DDR, Vor­trag und Dis­kus­si­on mit Jan Rie­be von der Ama­deu Anto­nio Stif­tung, 11.10.2012
* Frem­de und Fremd-Sein in der DDR, Vor­trag mit Dis­kus­si­on mit dem His­to­ri­ker Dr. Patri­ce G. Pou­trus (Lehr­be­auf­trag­ter an der Pro­fes­sur für Zeit­ge­schich­te der Mar­tin-Luther-Uni­ver­si­tät Hal­le-Wit­ten­berg), Susan­ne Harm­sen (Aus­stel­lungs­ma­che­rin und freie Jour­na­lis­tin) und Ange­li­ka Nguy­en (Film­wis­sen­schaft­le­rin und Auto­rin), 17.10.2012

Bedingungen für Solidarität zwischen «Communities»

Das Ball­haus Naun­yn­stra­ße in Ber­lin-Kreuz­berg und das Kul­tur und Gesell­schafts­ma­ga­zin frei­text hat­ten Wissenschaftler_innen, Künster_innen und Aktivist_innen ein­ge­la­den, um über die ras­sis­ti­schen Medi­en­dis­kur­se der letz­ten Jah­re und die poli­ti­schen Kämp­fe um eine Neu­de­fi­nie­rung der Gesell­schaft zu spre­chen – und vor allem über Wir­kun­gen auf die ver­schie­de­nen Com­mu­nities of Color. Einer­seits gibt es mitt­ler­wei­le brei­te­re gesell­schaft­li­che Debat­ten über Ras­sis­mus, ande­rer­seits wur­den in den Dis­kus­sio­nen über Black­fa­cing an deutsch­spra­chi­gen Büh­nen und über den Umgang mit ras­sis­ti­scher Spra­che in Kin­der­bü­chern die Wider­stän­de dage­gen all­zu deut­lich. Wie zuletzt der Eklat im taz-Lab («Mei­ne Damen und Her­ren, lie­be N-Wör­ter und Innen») zeig­te, kann statt gemein­sa­mem Vor­ge­hen sehr schnell auch eine Ent­so­li­da­ri­sie­rung statt­fin­den, die all­zu gut in die Kar­ten der ras­sis­tisch struk­tu­rier­ten Gesell­schaft spielt.

Die Fra­ge, wie Hier­ar­chi­sie­run­gen zwi­schen Com­mu­nities auf­ge­bro­chen wer­den und unter­schied­li­che Erfah­rungs­hin­ter­grün­de eine Stär­kung bedeu­ten kön­nen, anstatt in die Sack­gas­se von Ent­so­li­da­ri­sie­rung und Eth­ni­sie­rung zu steu­ern, stand im Mit­tel­punkt der Dis­kus­si­on von Bil­gin Aya­ta, Tayo Onu­tor, Mut­lu Ergün, Gra­da Kilom­ba, Isi­do­ra Rand­je­lo­vic, Koray Yıl­maz-Gün­ay und Kofi Yak­po (via Sky­pe). Hier fin­det sich die Audio­auf­zeich­nung (Deutsch/Englisch) der Dis­kus­si­on vom 27. Juni 2013.


«Ich bekomme schon Zustände, wenn ich den Begriff Heimat nur höre»

Olga Grjas­no­wa im Gespräch über ihren Roman «Der Rus­se ist einer, der Bir­ken liebt», Mul­ti­kul­tu­ra­lis­mus und Ras­sis­mus in Deutsch­land

 

Wenn ich ver­su­che, dein Buch zu cha­rak­te­ri­sie­ren, fällt mir das Wort Iden­ti­täts­su­che ein. Es geht um Hei­mat, um Her­kunft, um Zuge­hö­rig­keit und Aus­ge­schlos­sen-Sein, all das taucht immer wie­der in ver­schie­de­nen Facet­ten auf. Hat das Erzähl­te mit dei­ner Bio­gra­fie zu tun?

Ich fin­de nicht dass es um Hei­mat geht, genau dage­gen wehrt sich das Buch. Gegen die­se Nöti­gung, eine Hei­mat benen­nen zu müs­sen…


Unwürdig und menschenverachtend: EU setzt bei Asyl weiter auf Abschottung

Am 7. Juni 2013 ver­ab­schie­de­te das Euro­päi­sche Par­la­ment das neue Asyl-Paket der EU, das neben klei­ne­ren Ver­bes­se­run­gen in Ein­zel­be­rei­chen vor allem Ver­schlech­te­run­gen für Asyl­su­chen­de brin­gen wird. In der Rei­he «Euro­pa alter­na­tiv: Live aus dem Euro­päi­schen Par­la­ment» dis­ku­tier­ten am 19. Juni 2013 Cor­ne­lia Ernst, MdEP DIE LINKE, und Koray Yıl­maz-Gün­ay, Refe­rent für Migra­ti­on bei der Rosa-Luxem­burg-Stif­tung, über die kon­kre­ten Ver­än­de­run­gen – und die blei­ben­de Not­wen­dig­keit für ein grund­le­gend ande­res Euro­päi­sches Asyl­sys­tem.

EU setzt bei Asyl wei­ter auf Abschot­tung Teil 1 (exter­ner Link)

EU setzt bei Asyl wei­ter auf Abschot­tung Teil 2 (exter­ner Link)

EU setzt bei Asyl wei­ter auf Abschot­tung Teil 3 (exter­ner Link)


Migration and the City. Ein israelisch-deutscher Workshop in Berlin.

Seit 2009 orga­ni­siert das Büro der Rosa-Luxem­burg-Stif­tung in Tel Aviv den Aus­tausch zwi­schen Politiker_innen, poli­ti­schen und sozia­len Bewe­gun­gen und Aktivist_innen zu Her­aus­for­de­run­gen und Stra­te­gi­en lin­ker Metro­po­len­po­li­tik in israe­li­schen und deut­schen Städ­ten. Nach Work­shops in Tel Aviv und Ham­burg nutz­ten Stadtpolitiker_innen und Aktivist_innen aus Tel Aviv und Ber­lin vom 2. bis 4. Mai 2013 in Ber­lin den Work­shop «Migra­ti­on and the City» zum Erfah­rungs­aus­tausch und Dia­log.

Migra­ti­on ist vor allem Migra­ti­on in Städ­te – sie waren und sind Ziel von Migrant_innen, die als Flücht­lin­ge, auf der Suche nach Arbeits­plät­zen, als Stu­die­ren­de, Künstler_innen oder aus ande­ren Grün­den ihren Her­kunfts­ort ver­las­sen. Städ­te wie Tel Aviv oder Ber­lin sind daher nicht zuletzt auch Orte, in denen die Fol­gen staat­li­cher Ein­wan­de­rungs- und Flücht­lings­po­li­tik und des staat­li­chen Umgangs mit Migrant_innen sicht­bar und zum Gegen­stand loka­ler Aus­ein­an­der­set­zun­gen wer­den.


Der (medizinethische) deutsche Diskurs über die Vorhautbeschneidung

Im Juni 2012 wur­de die reli­giö­se Beschnei­dung der Vor­haut bei Jun­gen in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land zu einem öffent­li­chen The­ma. Hat­te es zuvor im deutsch­spra­chi­gen Raum auch in eman­zi­pa­to­ri­schen und lin­ken Zusam­men­hän­gen kei­ne dies­be­züg­li­chen Dis­kus­sio­nen gege­ben, ent­brann­te im Anschluss an die Ent­schei­dung einer juris­ti­schen Insti­tu­ti­on nun in Arti­keln und Kom­men­ta­ren von Zeit­schrif­ten und Blogs ein «Lauf­feu­er» der Ent­rüs­tung über die Vor­haut­be­schnei­dung (Zir­kum­zi­si­on). Dabei wur­de viel vor­aus­ge­setzt. Aus­ge­hend von einer Befra­gung der Debat­te auf ihre dis­kur­si­ven Bezü­ge und dis­zi­pli­nä­ren Argu­men­ta­ti­ons­fi­gu­ren wer­den im Fol­gen­den ins­be­son­de­re eini­ge der medi­zi­ni­schen und medi­zi­nethi­schen Posi­tio­nen beleuch­tet. Unter wel­chen Bedin­gun­gen gerinnt ein Vor­gang zu einem Ereig­nis, und unter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen wächst ein Ereig­nis sich zum öffent­li­chen The­ma aus?


«Das Problem heißt Rassismus»

Gespräch über die Lebens­si­tua­ti­on von Migran­ten in der BRD, staat­li­chen Ras­sis­mus und Ver­säum­nis­se lin­ker Poli­tik mit Koray Yıl­maz-Gün­ay, Refe­rent für Migra­ti­on bei der Rosa-Luxem­burg-Stif­tung

 

Sie enga­gie­ren sich seit Jah­ren nicht nur beruf­lich für Migran­ten. Wie ist es aktu­ell um deren Rech­te in der Bun­des­re­pu­blik bestellt?

Ich wünsch­te, die Fra­ge wäre ein­fach zu beant­wor­ten. Wir könn­ten das Zuwan­de­rungs­ge­setz auf­schla­gen und noch ein paar Grund­la­gen­tex­te und wüss­ten, wie es um Teil­ha­be und Gleich­be­hand­lung bestellt ist. Lei­der ist die Situa­ti­on anders. Jede Bun­des­re­gie­rung legt ein Tole­ranz­pro­gramm auf. Für man­che Grup­pen wird hier und da eini­ges ver­bes­sert, ande­res ver­schlech­tert sich. Es gibt ja kei­ne ein­heit­li­che Grup­pe «der Migran­ten».


RE:GUBEN. Oder was bisher geschah

<span class="caps">RE</span>:<span class="caps">GUBEN</span>. Oder was bisher geschah

Eine neu­ar­ti­ge Idee steckt hin­ter dem Inter­­net-Pro­­jekt RE:Guben, das im Lau­fe des Jah­res vor dem 15. Jah­res­tag des Todes des…


Von der Migration zur Deportation. Beiträge zu einer kritischen Analyse der Anti-Rroma-Migrationspolitik in Europa

 

Cover «From Migration to Deportation. Contributions to the critical analysis of the policy against Roma migrants in Europe» (2012)

Cover «From Migra­ti­on to Depor­ta­ti­on. Con­tri­bu­ti­ons to the cri­ti­cal ana­ly­sis of the poli­cy against Roma migrants in Euro­pe» (2012)

Die als frei­es PDF-Doku­ment down­load­ba­re eng­lisch­spra­chi­ge Publi­ka­ti­on «From Migra­ti­on to Depor­ta­ti­on. Con­tri­bu­ti­ons to the cri­ti­cal ana­ly­ses of the poli­tics against Roma migrants in Euro­pe» ist im Kon­text des Run­den Tisches «Die Rech­te der Rro­ma-Rück­keh­rer nach Ser­bi­en – Pro­ble­me, Not­wen­dig­kei­ten und Lösun­gen» ent­stan­den, der vom 8.–12. Novem­ber 2012 in Zusam­men­ar­beit zwi­schen der Rosa-Luxem­burg-Stif­tung Süd­ost­eu­ro­pa und dem Roma Bil­dungs- und Krea­ti­vi­täts­zen­trum in Bel­grad statt­fand. Die in der Publi­ka­ti­on abge­druck­ten Fotos sind in den Jah­rern 2009–2012 wäh­rend der Pro­tes­te gegen die Auf­lö­sung der Rro­ma-Sied­lun­gen in Bel­grad auf­ge­nom­men wor­den.

Ein gro­ßer Teil der Rro­ma-Gemein­schaf­ten lebt schon seit Jahr­hun­der­ten am öko­no­mi­schen und gesell­schaft­li­chen Rand. Im heu­ti­gen peri­phe­ren Euro­pa sind sie durch die kata­stro­pha­len Fol­gen der öko­no­mi­schen Kri­se noch zusätz­li­chen Gefah­ren aus­ge­setzt. Die Euro­päi­sche Uni­on ver­schärft ihre Restrik­tio­nen gegen­über pre­kä­ren migran­ti­schen Arbeiter_innen eben­so wie gegen­über Asyl­su­chen­den aus Kri­sen­ge­bie­ten. Die Mög­lich­keit einer neu­er­li­chen Ein­füh­rung der Visums­pflicht ist eine direk­te Dro­hung gegen­über den Län­dern der Peri­phe­rie,  die damit begrün­det wird, es gäbe ein Pro­blem mit «ille­ga­len Migrant_innen» oder «fal­schen Asyl­su­chen­den», die in die Euro­päi­sche Uni­on her­ein­strö­men.


Auf dem Weg zum Einwanderungsland – Vetragsarbeit in der DDR

Die Situa­ti­on der DDR-Ver­trags­ar­bei­ter_in­nen ist kaum auf­ge­ar­bei­tet. Das Stand­punk­te­pa­pier «Auf dem Weg zum Ein­wan­de­rungs­land. Nur bil­li­ge Arbeits­kräf­te und kaum gedul­de­te Frem­de? Zur Situa­ti­on der Ver­trags­ar­bei­ter in der DDR wäh­rend der 1970er und 1980er Jah­re» von Jörg Rös­ler folgt dem Ziel einer dif­fe­ren­zier­ten, wis­sen­schaft­lich gestütz­ten Auf­ar­bei­tung.

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