Debatte, Bildung, Vernetzung zu Migration und gegen Rassismus und Neonazismus



Bastion Social – eine französische Bewegung à la CasaPound

Die faschis­ti­sche Bewe­gungs­par­tei „Casa­Po­und Ita­lia“ fin­det euro­pa­weit Nach­ah­mer. Zur Zeit ist es die natio­nal-revo­lu­tio­nä­re Sam­mel­be­we­gung „Bas­ti­on Soci­al“, die in Frank­reich von sich Reden macht.

für Car­lo und Nel­lo Ros­sel­li

In den letz­ten Wochen hat eine neue extrem rech­te Bewe­gung mit den Namen „Bas­ti­on Soci­al“ in Stras­bourg, Lyon und Cham­bé­ry drei Sit­ze eröff­net. Die Eröff­nung eines wei­te­ren Stütz­punkts wur­de für den 10. Febru­ar in Aix-en-Pro­vence ange­kün­digt. Trei­ben­de Kraft der Bewe­gung ist die extrem rech­te Stu­den­ten­or­ga­ni­sa­ti­on „Grou­pe Uni­on Défen­se“ (GUD). Mit der „Bas­ti­on Soci­al“, die das ers­te Mal im Mai 2017 mit einer Haus­be­set­zung in Lyon von sich reden mach­te, ist eine Samm­lungs­be­we­gung ent­stan­den, die sich bemüht in dem außer­par­la­men­ta­ri­schen Bereich der extre­men Rech­ten unter­schied­li­che Grup­pen zusam­men­zu­füh­ren, zu ver­ein­heit­li­chen und eine natio­nal-revo­lu­tio­nä­re Bewe­gung nach dem Vor­bild der „Casa­Po­und Ita­lia“ in Frank­reich zu kre­ieren.

Antifaschist_innen pro­tes­tiert in Stras­bourg gegen die „Bas­ti­on Soci­al“, Dezem­ber 2017 Bild: Screen­shot

Momentaufnahmen zur Jahreswende 2017 / 2018 

Straß­burg — Am 9. Dezem­ber 2017 eröff­ne­te in der Rue Vauban 29 im Straß­bur­ger Stadt­teil Espla­na­de ein Lokal der extre­men Rech­ten mit den Namen „L‚Arcadia“. Ein­ge­weiht wur­de die Loka­li­tät als Sitz der „Bas­ti­on Soci­al“ Stras­bourg. Der Prä­si­dent der Bewe­gung „Bas­ti­on Soci­al“, Ste­ven Bis­su­el, und der ört­li­che Sek­ti­ons­lei­ter, der 23jährige Valen­tin, hiel­ten zunächst in einem nahe gele­ge­nen Bis­tro vor über 100 Gäs­ten aus Paris, Lyon, dem Dépar­te­ment Hau­te-Savo­ie und der Schweiz Anspra­chen über die neue Sam­mel­be­we­gung und gaben preis, dass die Eröff­nung des „L‚Arcadia“ der Auf­takt wei­te­rer Sek­ti­ons­grün­dun­gen und Eröff­nun­gen von Loka­li­tä­ten der Bewe­gung sei. Anschlie­ßend zogen die ver­sam­mel­ten Rech­ten in das rund 300 Meter ent­fern­te Lokal in der Rue Vauban, das nach dem Raum­schiff des Ani­me-Welt­raum­pi­ra­ten Har­lock benannt wur­de. Ein Video auf der Face­book-Sei­te der Straß­bur­ger Sek­ti­on ließ im Nach­hin­ein auch die nicht Anwe­sen­den wis­sen, wie in etwa der Abend ver­lief und wel­che Bezü­ge die Bas­ti­on Soci­al auf­weist. Unter­legt mit dem Lied „Il nome mio“ der Band „Zeta­Ze­ro­Al­fa“ um den Casa­Po­und Prä­si­den­ten Gian­lu­ca Ianon­ne sah man im „L‚Arcadia“ die Fah­nen und Pla­ka­te der Gol­de­nen Mor­gen­rö­te (Grie­chen­land) und von „Casa­Po­und Ita­lia“ die Räu­me schmü­cken. Der Sek­ti­ons­lei­ter Valen­tin ließ in einem Inter­view den bekann­ten extrem rech­ten Jour­na­lis­ten Robert Spie­ler vom Maga­zin „Riva­rol“ wis­sen, dass die „Bas­ti­on Soci­al“ eine natio­nal-revo­lu­tio­nä­re Initia­ti­ve der „Grou­pe Uni­on Défen­se“ sei. Ihre ideo­lo­gi­schen Vor­bil­der fän­den sie bei „… Fran­cois Duprat, Ernst Jün­ger, Domi­ni­que Ven­ner, José Anto­nio Pri­mo de Rive­ra, Cor­ne­liu Zelea Cod­rea­nu …“ Der­art his­to­risch ver­an­kert in der Geschich­te des euro­päi­schen Faschis­mus der Zwi­schen­kriegs­zeit, des bewaff­ne­ten fran­zö­si­schen Ultra­na­tio­na­lis­mus und der Nou­vel­le Droi­te durf­ten auch aktu­el­le Bezü­ge nicht feh­len. Der Sek­ti­ons­füh­rer der „Bas­ti­on Soci­al“ Straß­burg ergänz­te: „… par ail­leurs Casa­Po­und repré­sen­te pour nous un modè­le.“ (deutsch: „… außer­dem reprä­sen­tiert Casa­Po­und für uns ein Modell.“)

So wun­dert es nicht, dass einen Monat spä­ter am 13. Janu­ar 2018 der 64jährige Gabrie­le Adi­nol­fi zu dem The­ma „Le natio­na­lis­me révo­lu­ti­onn­aire“ (deutsch: „Der revo­lu­tio­nä­re Natio­na­lis­mus“) im „L‚Arcadia“ refe­rier­te. Der Römer Gabrie­le Adi­nol­fi blickt auf eine lan­ge Span­ne gewalt­tä­ti­gen Akti­vis­mus‘ der extre­men Rech­ten im Ita­li­en der 1970er Jah­re zurück. Er grün­de­te 1976 zusam­men mit dem heu­ti­gen Par­tei­chef der For­za Nuo­va, Rober­to Fio­re, und Giu­sep­pe Dimi­tri die faschis­ti­sche Stu­den­ten­or­ga­ni­sa­ti­on „Lot­ta Stu­den­te­sca“, aus der spä­ter die „Ter­za Posi­zio­ne“ her­vor­ging. Als 1980 gegen Adi­nol­fi ein Haft­be­fehl wegen des Ter­ror­an­schlags der „Nuclei Arma­ti Rivo­lu­zio­na­ri“ (NAR) mit 85 Toten auf den Haupt­bahn­hof von Bolo­gna aus­ge­stellt wur­de, floh die­ser nach Frank­reich. Im Jahr 2000 kehr­te er nach Ita­li­en zurück. Untrie­big grün­de­te Adi­nol­fi den Blog „Nore­por­ter“ und die rech­ten Think-Tanks „Cen­tro Stu­di Pola­ris“, „Eurho­pe“ und „Lands­knecht“. Er gilt als der „Spi­ri­tus Rec­tor“ der Bewe­gungs­par­tei „Casa­Po­und Ita­lia“. Das heißt aber nicht, dass er nur im Hin­ter­grund wirkt. Trotz sei­nes Alters ließ er es sich z.B. 2006 nicht neh­men, zusam­men mit Gian­lu­ca Ianon­ne und ande­ren Mit­glie­dern der „Casa­Po­und“ auf einem offe­nen Klein­las­ter und umge­ben von Anhän­gern auf Mopeds durch Rom zu defi­lie­ren. Mit die­ser Agit-Prop-Akti­on imi­tier­ten sie die Umzü­ge von Mus­so­li­nis Schwarz­hem­den, den Kampf­ver­bän­den „Fasci ita­lia­ni di com­bat­ti­men­to“, die so Anfang der 20er Jah­re durch die ita­lie­ni­schen Stra­ßen patrouil­lier­ten. Adi­nol­fi, Ianon­ne und Co führ­ten dabei noch die Fah­nen der „Movi­men­to Socia­le — Fiam­ma Tri­co­lo­re“ mit sich, mit der „Casa­Po­und“ damals asso­zi­iert war und für die Ianon­ne auch kan­di­dier­te. Die Faschis­tI­in­nen zeig­ten den in Ita­li­en ver­bo­te­nen römi­schen Gruß und einen in Fuß­ball­sta­di­en geläu­fi­gen Dop­pel­hal­ter mit dem Bild von Squa­dris­ten der 1920er Jah­re und der Paro­le „Sos­ti­eni la squa­dra del cuo­re“. Den Kur­ven der Sta­di­en ent­lehnt, heißt die­ser Spruch: „Unter­stüt­ze das Team, das Du liebst“.

Den elsäs­si­schen Antifaschist_innen blieb das Trei­ben der Natio­nal­re­vo­lu­tio­nä­re der „Bas­ti­on Soci­al“ in Stras­bourg nicht ver­bor­gen. Schon am Tag der Eröff­nung demons­trier­ten rund 400 Men­schen gegen das „L‚Arcadia“. In der Fol­ge­zeit kam es zu meh­re­ren Sach­be­schä­di­gun­gen an den Fens­tern und der Fas­sa­de in der Rue Vauban. Und am 20. Janu­ar die­ses Jah­res bekräf­tig­ten noch ein­mal 600 Demonstrant_innen ihre Mei­nung, dass der Sitz der „Bas­ti­on Soci­al Stras­bourg“ zu schlie­ßen sei. Dabei wur­den sie in ihrer Argu­men­ta­ti­on, von der „Bas­ti­on Social“-Sektion sei­en u.a. Gewalt­tä­tig­kei­ten zu befürch­ten, durch das „L‚Arcadia“ selbst bestä­tigt. Noch in der Nacht der Eröff­nung kam es im Stadt­teil zu meh­re­ren Über­grif­fen von Rechten. Bei einer Atta­cke wur­de ein jun­ger Mann alge­ri­scher Her­kunft von einer grö­ße­ren Grup­pe von Faschis­tIn­nen ange­grif­fen. Zwei der Angrei­fer konn­ten ver­haf­tet wer­den. Sie wur­den in einer com­pa­ru­ti­on immé­dia­te“ unmit­tel­bar einem Haft­rich­ter vor­ge­führt und ver­ur­teilt. Dabei erhielt das „Bas­ti­on Social“-Mitglied Tho­mas Beauf­fet eine acht mona­ti­ge Gefäng­nisstra­fe. Laut elsäs­si­scher Antifaschist_innen ist Tho­mas Beauf­fet Kas­sen­wart der „Bas­ti­on Soci­al Stras­bourg“. Zuvor soll er der Ver­ant­wort­li­che von „Stras­bourg Zone Dis­si­den­te“, der ört­li­chen Sek­ti­on von „La Dis­si­dence Françai­se“ (DF) gewe­sen sein. „La Dis­si­dence Françai­se“ hat sich nach eigenen Anga­ben 2011 gegrün­det und wird geführt von Vin­cent Vau­clin. Die faschis­ti­sche Gruppierung unter­hält angeb­lich frank­reich­weit 17 Sektio­nen und rich­tet sich in ihrem Erschei­nungs­bild eben­falls nach „Casa­Po­und“ aus. So ver­wun­dert es auch nicht, dass eine Dele­ga­ti­on vonLa Dis­si­dence Françai­se“ im Sep­tem­ber 2016 bei dem jähr­li­chen „CasaPound“-Fest „Dire­zio­ne Rivo­lu­zio­ne“ teil­nahm oder auf der letz­ten Jah­res­ver­samm­lung der „La Dis­si­dence Françai­se“ am 2. Dezem­ber 2017 in Paris der Ita­lie­ner Gabrie­le Adi­nol­fi als Red­ner auf­trat.

Auch nach der zwei­ten Demons­tra­ti­on gegen das „L‚Arcadia“ kam es zu einem Angriff der Faschis­tIn­nen. Dies­mal traf es einen Stra­ßen­bahn­fah­rer. Auch die­se Angrei­fer konn­ten fest­ge­nom­men wer­den. Die Gewalt­tä­tig­kei­ten führ­ten dazu, dass sich der Stadt­rat von Strass­bourg am 22. Janu­ar geschlos­sen für die Schlie­ßung des „Bas­ti­on Social“-Sitzes „L‚Arcadia“ aus­sprach. (Von dem „Front Natio­nal“ gab es kein Votum. Deren Stadt­rats­mit­glie­der waren zu der Rats­sit­zung nicht erschie­nen. Wären sie zuge­gen gewe­sen, hät­ten sie sich wie ande­re Mit­glie­der des „Front Natio­nal“ an ande­rer Stel­le mit Sicher­heit für das „Bas­ti­on Soci­al“ posi­tio­niert.)

Screen­shot von der Web­site der BS: „Bas­ti­on Soci­al“ besetzt ein Haus in Lyon im Mai 2017

Lyon – Die Sek­ti­on „Bas­ti­on Soci­al Lyon“ eröff­ne­te am 13. Janu­ar 2018 ihren neu­en Sitz „Le Pavil­lon Noir“ am Quai Pierre Sci­ze 73 im 5. Arron­dis­se­ment von Lyon. Ihren alten Sitz, der auch schon „Le Pavil­lon Noir“ hieß und am 1. Okto­ber 2016 in der Rue des Far­ges im Stadt­teil Saint-Just eröff­net wur­de, schloss „Bas­ti­on Soci­al“ im letz­ten Dezem­ber. Bei der Eröff­nung im Janu­ar spra­chen der Prä­si­dent der „Bas­ti­on Soci­al“, Ste­ven Bis­su­el, und der loka­le Sek­ti­ons­chef Tris­tan Rochel­le. Rund 300 Antifaschist_innen demons­trier­ten gegen „Bas­ti­on Soci­al“ auf der Place de la Comé­die vor dem Rat­haus von Lyon. Sie waren von der Sor­ge getrie­ben, das mit der „Bas­ti­on Soci­al“ der Ein­fluß der rech­ten Grup­pen in der dritt­größ­ten Stadt Frank­reichs wei­ter wächst. Das im Süd­os­ten des Lan­des gele­ge­ne Lyon steht näm­lich in dem zwei­fel­haf­ten Ruf, mit sei­ner Ansamm­lung rech­ter Kleinst­grup­pen wie den „Les Iden­ti­taires“, „Grou­pe Uni­on Dèfen­se“, „Par­ti Natio­na­lis­te Français“, „“>La Dis­si­dence Françai­se“ und „Action Françai­se“ eine Hoch­burg und Labo­ra­to­ri­um rech­ten Stra­ßen­ak­ti­vis­mus‘ in Frank­reich zu sein. Im wöchent­li­chen Rhyth­mus erfolg­ten nun seit der Eröff­nung des „Le Pavil­lon Noir“ Ver­an­stal­tungen am Quai Pierre Sci­ze. Am 20. Janu­ar etwa eine Ver­an­stal­tung unter dem Titel „USA, 70 ans d’impérialisme cul­tu­rel!“ (deutsch: „USA, 70 Jah­re Kul­tur-Impe­ria­lis­mus“) mit Xavier Eman statt. Mit­ver­an­stal­ter war der „Cer­cle du Coeur Rebel­le“ aus Lyon, der zum Umfeld der GUD gezählt wird. Der freie Jour­na­list Xavier Eman ist der Chef­re­dak­teur von den „Livr’arbitres“ und Chro­nist bei denElé­ments“, was ihm ein her­aus­ra­gen­de Stel­lung in den Medi­en-Netz­werken der Neu­en Rech­ten Frank­reichs, der „Nou­vel­le Droi­te“, ver­schafft. Zudem ist er der Her­aus­ge­ber von „Paris­Vox“ und Betrei­ber des Blog „A moy que chault“. Dabei hat der Blog A moy que chaulteine fran­zö­sisch-ita­lie­ni­sche Schar­nier­funk­ti­on inne.

Eine Woche spä­ter, am 27. Janu­ar, dem Inter­na­tio­na­len Tag des Geden­kens an die Opfer des Holo­caust, fand im „Le Pavil­lon Noir“ eine Kon­fe­renz mit dem Titel „Cod­rea­nu et la Gar­de de Fer“ (deutsch: „Cod­rea­nu und die Eiser­ne Garde“) statt. Als Refe­rent zu der 1927 in Rumä­ni­en von Cor­ne­liu Zelea Cod­rea­nu gegrün­de­ten anti­se­mi­ti­schen und dritt­größ­ten euro­päi­schen faschis­ti­schen Bewe­gung der Zwi­schen­kriegs­zeit kün­dig­te „Bas­ti­on Soci­al“ Dami­en Mol­d­o­van an.

Cham­bé­ry — Die Eröff­nung des Sit­zes in der Stadt Cham­bé­ry hat am 3. Febru­ar statt­ge­fun­den. Cham­bé­ry zählt 60.000 Einwohner_innen und liegt in der Regi­on Auver­gne-Rhô­ne-Alpes, zu Füßen der Savoy­er Alpen und auf hal­ber Stre­cke zwi­schen dem fran­zö­si­schen Lyon und dem ita­lie­ni­schen Turin. Der Stütz­punkt der „Bas­ti­on Soci­al Cham­bé­ry“ trägt den Namen „L‚Edelweiss“. Der Namen kommt nicht von unge­fähr, ver­kün­dig­te doch im letz­ten Dezem­ber die seit sie­ben Jah­ren bestehen­de rechts­ra­di­ka­le Grup­pe „Edel­weiss Pays de Savo­ie, dass sie in die Samm­lungs­be­we­gung Bas­ti­on Soci­al auf­geht.

Auch die Grup­pe „Edel­weiss Pays de Savo­ie“ war wie die GUD in den letz­ten Jah­ren öfters auf Events von „Casa­Po­und“ in Ita­li­en, betei­lig­te sich an trans­na­tio­na­len Kon­gres­sen wie z.B. den 2. natio­nal­re­vo­lu­tio­nä­ren Kon­gress der GUD am 14.11.2015 in Paris und soli­da­ri­sier­te sich mit der Beset­zung der GUD/„Bastion Soci­al“ im Mai 2017. Die Grup­pe „Edel­weiss Pays de Savo­ie“ ver­an­stal­te­te eben­falls Kon­fe­ren­zen wie z.B am 24.09.2016 mit Xavier Eman von Paris Vox, Arn­aud Menu vom „Radio Liber­tes“ und Yann Val­le­rie vom „Breizh Info“. Der Titel der Ver­an­stal­tung lau­te­te „Réin­for­ma­ti­on cont­re médi­as sub­ven­ti­on­nés – une batail­le à gagner!“ (deutsch sinn­ge­mäß: „Infor­ma­tio­nen gegen die sub­ven­tio­nier­ten Medi­en – eine Schlacht, die zu gewin­nen ist!“). Die­se Ver­an­stal­tung bestritt „Edel­weiss Pays de Savo­ie“ zusam­men mit der Grup­pe „Autour du Lac“.

Screen­shot You­Tube: Eröff­nung des Stütz­punk­tes der „Bas­ti­on Soci­al“ in Cham­bé­ry im Febru­ar 2018

Auch die seit eini­gen Jah­ren bestehen­de Grup­pe „Autour du Lac“ dürf­te bei der Ein­wei­hung des „L‚Edelweiss“ von der Sek­ti­on „Bas­ti­on Soci­al Cham­bé­ry“ dabei gewe­sen sein.Autour du Lac“ ist im Drei­län­der­eck Frank­reich-Schweiz-Ita­li­en aktiv und pflegt schon seit Jah­ren bes­te Kon­tak­te zur GUD, orga­ni­siert wie das „Edel­weiss Pays de Savo­ie“ Sport­ver­an­stal­tun­gen, Wan­de­run­gen, Lesun­gen, Demons­tra­tio­nen und Kon­fe­renzen für die extre­me Rech­te im Alpen­raum. So z.B. die Kon­fe­renz mit dem Titel „La Cul­tu­re de l’Action“ am 19.03.2016 in der Gemein­de Allon­zier-La-Cail­le im Dépar­te­ment Hau­te-Savo­ie in der Regi­on Rhô­ne-Alpes. Auf der Ver­samm­lung rede­ten der Chef von GUD Lyon, Ste­ven Bis­su­el, der Aus­lands­be­auf­trag­te von „Casa­Po­und“, Sebas­ti­en de Boëldieu, und Oli­vi­er Bon­net, der Grün­der von „Des raci­nes et des elfes“, einem kom­mu­ni­ta­ris­ti­schen, iden­ti­tä­ren Pro­jekt aus der Bour­go­gne. Ein Jahr spä­ter fand die Kon­fe­renz „La Cul­tu­re de l’Action“ am 23.09.2017 in der Räu­men des am  Juli 2017 gegrün­de­ten Sit­zes „La For­ge“ statt. Auch hier waren wie­der Ste­ven Bis­su­el und Sebas­ti­en de Boëldieu anwe­send. Aber auch die Grup­pe „Terre de Mis­tral“ aus der Pro­vence,Edel­weiss Pays de Savo­ie“ und die eher ns-ori­en­tier­te „Ber­gusia Fascist Crew“ aus der Stadt Bour­goin-Jal­lieu, was auf hal­ben Weg zwi­schen Lyon und Cham­bé­ry liegt.

Die Grup­pen „Autour du Lac“ und „Edel­weiss Pays de Savo­ie“ wir­ken grenz­über­grei­fend mit der Grup­pe „Résis­tan­ce Hel­vé­tique“ zusam­men. Die­se 2014 gegrün­de­te Grup­pe aus der fran­zö­sisch-sprachi­gen Schweiz mit Sek­tio­nen in Kan­to­nen Vaud und Valais, sowie Genf, betei­ligt sich an Kon­fe­ren­zen, Wan­de­run­gen, Fes­ten und Kampf­sport­aus­bil­dun­gen der „Edel­weiss Pays de Savo­ie“ und hält Kon­takt zum „Bas­ti­on Soci­al“, wie auch zu „Casa­Po­und Ita­lia“. So ver­wun­dert es nicht, dass der Orga­ni­sa­ti­ons­auf­bau der „Résis­tan­ce Hel­vé­tique“ der „Casa­Po­und“ ähnelt und die „Résis­tan­ce Hel­vé­tique“ am 13.01.2018 ihre drit­te Sek­ti­on mit der Eröff­nung eines Sit­zes namens „L’ Esca­le“ in Genf fei­er­te. (Auch in Genf hielt „Casa­Po­und“, ver­tre­ten durch Gian­lu­ca Ianon­ne und Sebas­ti­en de Boëldieu, schon einen Vor­trag zur „La metho­de ita­li­en­ne“. Die Ver­an­stal­tung fand am 25.03.2011 vor der Grup­pe „Genève Non Con­for­me“ statt.)

Für die Eröff­nung des „L‚Edelweiss“ in Cham­bé­ry kün­dig­te sich die fran­zö­si­sche Band „In Memo­ri­am“ an. Die 1994 gegrün­de­te Rock­grup­pe wird zum Spek­trum des „Rock Iden­ti­taire Français“ (RIF) gezählt. Die Band ver­bin­det eine lan­ge Freund­schaft mit „Casa­Po­und“ und ist qua­si der ein­zige musi­ka­lische Dau­ergast aus dem Aus­land der auf „CasaPound“-Konzerten auf­tritt. Seit ihrem Auf­tritt mit „Zeta­Ze­ro­Al­fa“ am 22.9.2001 in Rom trat „In Memo­ri­am“ min­des­tens fünf mal in Ita­li­en auf. Zuletzt bei dem „Casa­Po­und“-Auf­marsch mit rund 5.000 Faschis­tIn­nen zum 40. Jah­res­tag von Acca Laren­tia am 7. Janu­ar die­ses Jah­res. Für das „Bas­ti­on Soci­al“ gab „In Memo­ri­am“ zwei Tage nach der Räu­mung des besetz­ten Hau­ses in der du Port-du-Temp­le ein Soli­da­ri­täts­kon­zert in Lyon. Und anläss­lich der am 7. Okto­ber 2017 ange­kün­dig­ten Demons­tra­ti­on von „Bas­ti­on Soci­al“ unter dem Mot­to  „L’Europe s’insurge cont­re la fata­lité!“ (deutsch: „Euro­pa erhebt sich gegen das Ver­häng­nis!“) in Lyon trat „In Memo­ri­am“ ein wei­te­res Mal auf dem Kon­zert „Retour vers le futur“ (deutsch: „Zurück in die Zukunft“) mit der ita­lie­ni­schen Band „DDT“ und den „CasaPound“-Bands „Zeta­Ze­ro­Al­fa“ und „Dritt­ar­core Crew“ auf. Auch die fran­zö­si­sche Band „Francs Tireurs Patrio­te“ (FTP), die schon auf den natio­nal-revo­lu­tio­nä­ren Kon­gress von GUD 2015 spiel­te, trat an die­sem Abend für „Bas­ti­on Soci­al“ in Lyon auf. Die Demons­tra­ti­on war von der Prä­fek­tur ver­bo­ten wor­den. Dies schien aber der Stim­mung der hei­mi­schen und ange­reis­ten Rech­ten aus Frank­reich, der Schweiz und Ita­li­en auf dem abend­li­chen Kon­zert, zu dem eini­ge Hun­dert erschie­nen, kei­nen Abbruch zu berei­ten.

Die Ein­wei­hung des „L‚Edelweiss“ am 03.02.2018 ver­lief in zwei Loka­li­tä­ten. Zum einen in dem neu­en Sitz an der Ave­nue de Lyon 187. Zum ande­ren in der Musik­knei­pe „Charly‚s Pub“ in der Rue de la Repu­bli­que. Wie ein Inter­net-Video nahe­legt wur­de zunächst das Pro­jekt in der Musik­knei­pe von Ste­ven Bis­su­el und Flo­ri­an Duver­nay, dem loka­len Ver­ant­wort­li­chen der Bas­ti­on Soci­al Cham­bé­ry, vor­ge­stellt. Anschlie­ßend spiel­ten zwei Musi­ker der Band „In Memo­ri­am“ unplug­ged. Dar­auf­hin schei­nen die Ange­reis­ten geschlos­sen durch Cham­bé­ry mar­schiert zu sein und das „L‚Edelweiss“ prä­sen­tiert bekom­men zu haben. Wäh­rend die Rech­ten ihren neu­en Sitz fei­er­ten, demons­trier­ten am Nach­mit­tag rund 600 Antifaschist_innen gegen die Eröff­nung des Lokals durch Cham­bé­ry.

Wie es wei­ter gehen wird mit dem „L‚Edelweiss“ ist unge­wiss. Der Eigen­tü­mer der Immo­bi­lie in der das Geschäfts­lo­kal inte­griert ist hat­te ver­kün­den las­sen, dass er über­legt den Miet­ver­trag auf­zu­lö­sen. Er sieht sich getäuscht, weil die Loka­li­tät unter einen ande­ren Namen ange­mie­tet wor­den sei.

 

Aix-en-Pro­venceDie Eröff­nung des Sitzes der Sek­ti­on „Bas­ti­on Soci­al“ soll in der nächs­ten Woche, am 10. Febru­ar 2018, in der 140.000 Einwohner_innen zäh­len­den Stadt Aix-en-Pro­vence statt­fin­den. Aix-en-Pro­vence liegt knapp eine hal­be Stun­de Fahrt­zeit von der Hafen­stadt Mar­seil­le ent­fernt. Der Stütz­punkt der „Bas­ti­on Soci­al“ soll den Namen „La Bas­ti­de“ tra­gen. Unter dem Namen „La Bas­ti­de“ exis­tiert schon ein Face­book-Auf­tritt. Die­ser ver­weist auf einen seit dem letz­ten Septem­ber exis­tie­ren Box­club, der „Action Françai­se“ nahe steht. Ob dies ein Hin­weis ist, dass sich GUD und „Action Françai­se“ lokal zusam­men­schlie­ßen? Man wird sehen. Wie­der soll Ste­ven Bis­su­el den Stütz­punkt eröff­nen. Zusam­men mit einem loka­len Ver­ant­wort­li­chen. Hier soll es ein Stan Kama sein.

Von der „Groupe Union Défense“ zur „Bastion Social“

Die „Grou­pe Uni­on Défen­se“ ist eine der ältes­ten rechts­ra­di­ka­len Stu­den­ten­grup­pen in Frank­reich. Sie ent­stand an den Pari­ser Uni­ver­si­tä­ten Ende der 60er Jahre. Bekannt wur­de sie über ihr aus­ge­spro­chen mili­tan­tes und gewalttäti­ges Auf­tre­ten und der Nut­zung des Kel­ten­kreuz als Sym­bol. Die „Grou­pe Uni­on Défen­se“ beweg­te sich stets am Rand der 1972 gegrün­de­ten „Front Natio­nal“ und viele ihrer Füh­rungs­per­so­nen mach­ten spä­ter im „Front Natio­nal“ Kar­rie­re. Anfang der 1970er Jah­re ver­stand sich die „Grou­pe Uni­on Défen­se“ als Jugend­or­ga­ni­sa­ti­on des „Front Natio­nal“, ver­lor aber mit der Grün­dung und Eta­blie­rung der Jugend­or­ga­ni­sa­ti­on des „Front Natio­nal“, dem „Front Natio­nal de la Jeunesse“ (FNJ), an Ein­fluss. Anfang der 1980er Jah­re lös­te sich dieGrou­pe Uni­on Défen­se“ offi­zi­ell auf, um 10 Jah­re spä­ter erneut aktiv zu wer­den — dann aber wie­der in der Bedeu­tungs­lo­sig­keit zu ver­schwin­den. Im Jahr 2010 kam es zur Neu­grün­dung der „Grou­pe Uni­on Défen­se“. Vor allem in Paris, in der Bre­ta­gne, dem Elsaß und Lyon ist der GUD aktiv. Bekann­tes­te Ver­tre­ter des GUD wur­den Logan Dijan aus Paris und Ste­ven Bis­su­el aus Lyon. Seit sei­ner Neu­grün­dung bemüht sich die „Grou­pe Uni­on Défen­se“ um ein eige­nes Pro­fil in den sich wan­deln­den extrem rech­ten Milieus jen­seits des „Front Natio­nal“.

Der „Front Natio­nal“ ist in dem letz­ten Jahr­zehnt stark gewach­sen. 2011 hat­te die Toch­ter Jean-Marie Le Pens den Vor­sitz von ihrem Vater über­nom­men und ihre seit 2007 betrie­be­ne Stra­te­gie der Moder­ni­sie­rung und Nor­ma­li­sie­rung vor­an­ge­trie­ben. Es ging um einen Image­wech­sel des tra­di­tio­nell als rechts­ex­trem, ras­sis­tisch und anti­se­mi­tisch betrach­te­ten „Front Natio­nal“. Unter Mari­ne Le Pen ver­pass­te sich der „Front Natio­nal“ einen Weich­zeich­ner. Er gab sich demo­kra­tisch, lai­zis­tisch und wan­del­te seinen offe­nen Ras­sis­mus in eine vor­der­grün­di­ge Kul­tur- und Islam­kri­tik. Das Het­zen und Pol­tern des alten Vor­sit­zen­den Jean-Marie Le Pen war fort­an ver­pönt. Das Ziel dieser Cha­ra­de war es in der Öffent­lich­keit akzep­ta­bler zu wer­den, The­men in der Mit­te der Gesell­schaft natio­nal beset­zen und eth­ni­sie­ren zu kön­nen. Ein Stra­te­gie­wech­sel ähnlich der Poli­tik des faschis­ti­schen „Movi­men­to Sozia­le Ita­liano“ (MSI) Mit­te der 1990er Jah­re, als sich das MSI in „Alle­an­za Nazio­na­le“ (AN) umbe­nann­te. Der neue Kurs stieß nicht bei allen Par­tei­mit­glie­dern auf Gegen­lie­be, es kam zu Zer­würf­nis­sen und mal mehr mal weni­ger frei­wil­li­gen Par­tei­aus­trit­ten. Der Erfolg der ver­meint­li­chen Öff­nung des „Front Natio­nal“ blie­ben nicht aus. Die pro­zen­tua­len Stim­men­an­tei­le für den „Front Natio­nal“ wuch­sen bei den Wah­len an. Seit 2014 stellt der „Front Natio­nal“ min­des­tens zehn Bür­ger­meis­ter und zog als stärks­te Par­tei Frank­reichs in das EU-Par­la­ment ein. Im April 2017 gelang es der Prä­si­dent­schafts­kan­di­da­tin Mari­ne Le Pen im 1. Wahl­gang 21,3 % der abge­ge­be­nen Stim­men auf sich zu ver­ei­nen und in die Stich­wahl um das Prä­si­dent­schafts­amt zu gelan­gen. Im Mai 2017 unter­lag sie im 2. Wahl­gang dem zur Zeit amtie­ren­den Prä­si­den­ten Emma­nu­el Macron mit 33,9 % der Stim­men. Im Juni letz­ten Jah­res wur­de der „Front Natio­nal“ bei den fran­zö­si­schen Par­la­ments­wah­len als dritt­stärks­te Par­tei in die Natio­nal­ver­samm­lung gewählt.

Im Zah­len­ver­hält­nis lässt sich der Erfolg des „Front Natio­nal“ in den letz­ten zehn Jah­ren so aus­drü­cken: Bei den Par­la­ments­wah­len 2007 erziel­te er 4,29 % der Stim­men. Bei den Par­la­ments­wah­len 2017 waren es 13,2 % für den „Front Natio­nal“ und er zog mit acht Abge­ord­ne­ten in das Par­la­ment. Bei den Prä­si­dent­schafts­wah­len 2007 erziel­te Jean-Marie Le Pen im ers­ten Wahl­gang 10,44 %. Bei den Prä­si­dent­schafts­wah­len 2017 erziel­te sei­ne Toch­ter Mari­ne Le Pen im ers­ten Wahl­gang 21,3 % und unter­lag Emma­nu­el Macron im zwei­ten Wahl­gang mit 33,9 % der Stim­men. Und bei den Euro­pa­wah­len 2009 erhielt der „Front Natio­nal“ 6,34 % der Stim­men. Wäh­rend es im Jahr 2014 24,86 % der abge­ge­be­nen Stim­men und eine Stei­ge­rung sei­ner Man­da­te im Euro­pa­par­la­ment von vier auf vier­und­zwan­zig waren.

Durch die ver­än­der­te Stra­te­gie und das gemäßigte­re Auf­tre­ten des „Front Natio­nal“ veränder­te sich das poli­ti­sche Feld für die extre­me Rech­te. Das Spek­trum einer radi­kalen rech­ten Sys­tem­kri­tik konn­te neu besetzt bzw. auf­ge­teilt wer­den. Die­se Situa­ti­on nutz­ten nicht nur bekann­te Per­so­nen wie der ehe­ma­li­ge rechts­ra­di­ka­le Skin­head Ser­ge Ayoub, der im Jahr 2010 die natio­nal-revo­lu­tio­nä­ren Grup­pen der 1980er Jah­re den „Troi­siè­me Voie“ (TV, deutsch: Der Drit­te Weg) und die „Jeu­nesses Natio­na­lis­tes Révo­lu­ti­onn­aires“ (JNR) reak­ti­vier­te. („Troi­siè­me Voie“,Jeu­nesses Natio­na­lis­tes Révo­lu­ti­onn­aires“ und „l’Oeuvre Françai­se“ wur­den durch das fran­zö­si­sche Innen­mi­nis­te­ri­um im Jahr 2013 nach dem Mord an dem 18-jäh­ri­gen Anar­chis­ten Clé­ment Méric am 5. Juni 2013 durch Mit­glie­der der JNR in Paris ver­bo­ten.) Auch ande­re tra­di­tio­nel­le Orga­ni­sa­tio­nen wie z.B. „Action Françai­se“, „Par­ti Natio­na­lis­te Français“ und „Grou­pe Uni­on Défen­se“ wur­den reak­ti­viert und mit neu­en Leben gefüllt. Und neue Grup­pen wie z.B. „La Dis­si­dence Françai­se“ und „Géné­ra­ti­on Iden­ti­taire“ ent­stan­den. Die Grün­dun­gen wur­den oft insze­niert von dis­si­den­ten älte­ren Kadern ver­schie­de­ner Orga­ni­sa­tio­nen mit lan­ger poli­ti­scher Erfah­rung. Getra­gen wer­den sie von einer neu­en, zum Teil sehr jun­gen Genera­ti­on von Akti­vis­tIn­nen. Die­se suchten und suchen ihren Weg jen­seits des „Front Natio­nal“ und zwi­schen den offen auf­tre­ten­den Neo­na­zis-Grup­pen und den alternden Ver­tre­tern der „Nou­vel­le Droi­te“.

So erfolg­te paral­lel der Reak­ti­vie­rung des GUD in dem Jahr 2010 die Wie­der­be­le­bung der „Action Françai­se“ (AF 2000) ab dem Jahr 2011. Im glei­chen Jahr ent­stand „La Dis­si­dence Françai­se“ und Ende 2012 die „Géné­ra­ti­on Iden­ti­taire“, die als Jugend­or­ga­ni­sa­ti­on des „Bloc Iden­ti­taire die Jeu­nesses Iden­ti­taires“ ablös­te. Rela­tiv verspätet folgte im Novem­ber 2015 die „Par­ti Natio­na­lis­te Français“. Für alle die­se neu gegrün­de­ten Kleinst­grup­pen bil­de­ten die gro­ßen Demons­tra­tio­nen gegen die gleich­ge­schlecht­li­che Ehe in den Jah­ren 2012/2013 mit Hun­dert­tau­sen­den Teilnehmer_innen aus reak­tio­nä­ren katho­li­schen Ver­bän­den, kon­ser­va­ti­ven Par­tei­en und rech­ten Grup­pie­run­gen Reso­nanz­raum, Rekru­tie­rungs­feld und Kata­ly­sa­tor. Die­se Mas­sendemons­tra­tio­nen, die von rechts­ra­di­ka­len Grup­pen zu gewalt­tä­ti­gen Aus­ein­an­der­set­zun­gen und Angrif­fen auf die Poli­zei einer ver­hass­ten sozi­al­de­mo­kra­ti­schen Regie­rung genutzt wur­den, bilde­ten den Nähr­bo­den eines mili­tan­ten Stra­ßen­ak­ti­vis­mus‘, der seit den letz­ten fünf Jah­ren besteht und sich eine neue Genera­ti­on Mili­tan­ter geschaf­fen hat.

The French-Italian-Connection

Auf ihrer Suche nach einem eige­nen Pro­fil, das im Inhalt, den Akti­ons­for­men und dem Stil ihrer anvi­sier­ten Radi­kal­op­po­si­ti­on ent­spricht, ihnen Zulauf sichert und sie von den ande­ren Grup­pen abhe­ben soll­te, wurde die „Grou­pe Uni­on Défen­se“ schnell bei der „Casa­Po­und Ita­lia“ fün­dig. Bis zur kom­plet­ten Adap­ti­on im Som­mer 2017 soll­ten aber noch eini­ge Jah­re ver­ge­hen. Schon 2012 fuhr eine Dele­ga­ti­on der GUD-Lyon nach Rom, besuch­te den besetz­ten Haupt­sitz der „Casa­Pound“ in der Via Napo­leo­ne III und betei­lig­te sich an dem Auf­marsch „Ita­lia in marcia!“ der ita­lie­ni­schen Faschis­ten am 24. Novem­ber 2012. Im fol­gen­den Früh­jahr orga­ni­sier­te die „Grou­pe Uni­on Défen­se“ am 9. Febru­ar 2013 eine ers­te Kon­fe­renz zu „Casa­Po­und“ unter dem Mot­to „Offen­si­ve mon­dia­lis­te et resis­tan­ces iden­ti­taires: L‚exemple Ita­li­en“ (deutsch: „Die Offen­si­ve der Glo­ba­li­sie­rer und die iden­ti­tä­ren Wider­stän­de: Das Bei­spiel Casa­Po­und“ in Lyon. Ste­ven Bis­su­el mode­rier­te die Veranstaltung. Zu Gast waren der Aus­lands­spre­cher von „Casa­Po­und“, Sebas­ti­en de Boëldieu, und sei­ne Frau Chia­ra del Fiac­co. An dem Titel der Ver­an­stal­tung wird ersicht­lich, dass der Begriff der Iden­ti­tät inner­halb der extre­men Rech­ten zu einem viel­fach ver­wand­ten Kern­be­griff gewor­den ist und wie eine Mandra benutzt wird. Für vie­le Journalist_innen in Frank­reich scheint dar­über die Trennschärfe zwi­schen den unter­schied­li­chen Orga­ni­sa­tio­nen ver­schwunden zu sein und sie sub­su­mie­ren die „Grou­pe Uni­on Défen­se“ zur Zeit in vie­len ihrer Arti­kel als Iden­ti­tä­re. Eine Woche spä­ter war Sebas­ti­en de Boëldieu wie­der zu Gast in Lyon. Dies­mal auf einer grö­ße­ren Kon­fe­renz mit dem Titel „Iden­ti­tad europea“. Als Aus­lands­spre­cher von „Casa­Po­und“ refe­rier­te er neben Ver­tre­tern der „l’Oeuvre Françai­se“ und der „Jeu­nesses Natio­na­lis­tes“ aus Frank­reich, der „Genè­ve non Confor­me“ aus der Schweiz, der „Phalan­ges Espa­gn­o­les“ aus Spa­ni­en, der NPD aus Deutsch­land und ver­schie­de­nen ande­ren extrem rech­ten Grup­pen und Presseorga­nen.

Ein Jahr spä­ter, am 23.10.2014, stellte de Boëldieu die „Casa­Po­und“-Bewe­gung der Pari­ser Sek­ti­on der GUD vor. Die Ver­an­stal­tung „Pré­sen­ta­ti­on du phé­nomè­ne Casa­Po­und“ fand zusam­men mit dem „Cer­cle de Rein­for­ma­ti­on Pari­si­en“ in dem LokalLe Cra­be-tam­bour“ statt. Das „Le Cra­be-tam­bour“ in der Rue Augus­te Chab­riè­res 4 war ein Lokal der GUD und wur­de von ihr im Oktober 2013 eröff­net. Das Logo des Ladens wur­de von dem rechts­ra­di­ka­len Gra­phi­ker und Spray­er mit dem Pseud­onym „Cagoule“ ent­wor­fen und von die­sem an das Lokal gesprüht. Mode­riert wurde Sébas­ti­en de Boel­dieu von Logan Dijan, dem Füh­rer von GUD Paris. Zwei Tage spä­ter, am 25.10.2014, refe­rier­ten Sébas­ti­en de Boel­dieu und Xavier Eman zusam­men bei einer Kon­fe­renz in Bour­ges, die von Richard Rou­dier und den Les Iden­ti­taires du Ber­ry ver­an­stal­tet wur­de. The­ma des Refe­rats: „Radi­ca­lité et moder­nité, l‘exemple de Casa­po­und“ (deutsch: „Radi­ka­li­tät und Moder­ni­tät – das Bei­spiel der Casa­Po­und“). Kurz dar­auf, am 12.11.2014, orga­ni­sierte die „Grou­pe Uni­on Défen­se“ den ers­ten euro­pa­wei­ten natio­nal-revo­lu­tio­nä­ren Kon­gress in Paris/Nanterre unter dem Mot­to „Le réveil des nati­ons“ (deutsch: „Das Erwa­chen der Natio­nen“). Spre­cher auf dem Kon­gress mit ca. 600 Besu­che­rIn­nen kamen aus Ita­li­en („Casa­Po­und Ita­lia“), Frank­reich („Grou­pe Uni­on Défen­se“, „Mou­ve­ment d’Action Socia­le“ (MAS) und „Syn­thè­se Natio­na­le“), Bel­gi­en („Nati­on“), Spa­ni­en („Movi­mi­en­to Soci­al Repu­bli­ca­no“ (MSR)), Grie­chen­land („Chry­si Avgi“/„Goldene Mor­gen­rö­te“) und Zypern („Eth­ni­ko Lai­ko Meto­po“ (ELAM)). Der Kon­gress wur­de mit einem Kon­zert abge­run­det. Es tra­ten die fran­zö­si­sche Rechts-Rock Band „Bai­gna­de Inter­di­te“ und die bei­den faschis­ti­schen Bands „Blind Jus­ti­ce“ und „Bron­son“ aus dem Hau­se „Casa­Po­und“ auf. Mit die­sem Kon­gress bewies „Grou­pe Uni­on Défen­se“ ihre Kom­pe­tenz und Organi­sa­ti­ons­grad, zeig­te ihre natio­nal-revo­lu­tio­nä­re Linie und euro­päi­schen Ver­bün­de­ten auf und for­mu­liert ihre Ansprü­che auf eine Macht­stel­lung inner­halb der extrem Rech­ten Frank­reichs.

So orga­ni­sier­te die „Grou­pe Uni­on Défen­se“ im fol­gen­den Jahr auch den zwei­ten natio­nal-revo­lu­tio­nä­ren Kon­gress unter dem Titel „Euro­pe — la cau­se des peu­ples“ (deutsch: „Euro­pa — Die Sache der Völ­ker“) am 14.11.2015 in Paris. Vor rund 500 Ange­reis­ten spra­chen Ver­tre­ter von „Casa­Po­und Ita­lia“ und „Bloc­co Stu­den­tes­co“ aus Ita­li­en, der „Gol­de­nen Mor­gen­rö­te“ und ELAM aus Grie­chen­land, der „Grou­pe Uni­on Défen­se“ und „Mou­ve­ment d’Action Socia­le“ aus Frank­reich, der „Nati­on“ aus Bel­gi­en und „Hogar Soci­al Madrid“, sowie Ver­tre­ter der Auto­no­men Natio­na­lis­ten Russ­lands, einer wei­ter nicht genann­ten Orga­ni­sa­ti­on aus Süd­afri­ka und Gabrie­le Adi­nol­fi. The­men der Kon­fe­renz waren die aktu­el­le Euro­pa­po­li­tik, der Auf­bau einer Poli­tik der Avant­gar­de und die Kon­struk­ti­on von Soli­dar­gemein­schaf­ten. Der Kon­gress ende­te mit einem Kon­zert der rus­si­schen Band „Death Penal­ty“, der fran­zö­si­schen Band „Francs Tireurs Patrio­te“ und „kMVII“ (ex „Ulti­ma Fron­tie­ra“) aus Ita­li­en. Bezeich­nend war, das die neu gegrün­de­te Orga­ni­sa­ti­on „Recon­quis­ta“ aus der Ukrai­ne auf dem Kon­gress ver­tre­ten war und offen für das faschis­ti­sche „Azov“-Batallion warb. Eine Woche spä­ter, am 21.11.2015, nahmen „Grou­pe Uni­on Défen­se“ und „Mou­ve­ment d’Action Socia­le“ an den brei­ter ange­leg­ten euro­pa­wei­ten Kon­fe­renz „Defend Euro­pe, Defend your Nati­on!“ der ita­lie­nisch-bel­gi­schen Grup­pe „Zenit“ in Rom teil. Bei bei­den natio­nal-revo­lu­tio­nä­ren Kon­fe­ren­zen saß jeweils Sébas­ti­en de Boël­dieu mit Gian­lu­ca Ianon­ne auf dem Podi­um. Auch am 3. Sep­tem­ber 2016 war es wie­der Sébas­ti­en de Boël­dieu der auf der Kon­fe­renz “Revol­te Cont­re Le Mon­de Moder­ne“ (deutsch: „Revol­te gegen die moder­ne Welt“) der Orga­ni­sa­ti­on „Terre & Peup­le Eus­ka­di-Gas­con­ha“ refe­rierte. Dies­mal zusam­men mit sei­ner Frau Chia­ra del Fiac­co. Mit dabei Xavier Eman und Geor­ges Fel­tin-Tra­col, der Chef­re­dak­teur des extrem rech­ten Maga­zins „Réflé­chir et Agir“. Geschmückt war die Büh­ne hin­ter den Refe­rie­ren­den mit meh­re­ren ver­schie­de­nen Fah­nen der fran­zö­si­chen Ham­mer­s­kins.

In Lyon war Sébas­ti­en de Boël­dieu wie­der am 3. Dezem­ber 2016. Ein­ge­la­den von „GUD-Lyon“ und dem „Cer­cle du Coeur Rebel­le“ refe­rierte er ein wei­te­res Mal über „Casa­Po­und“. Dies­mal unter dem Mot­to „Casa­Po­und — un exemp­le d‚avant-garde“ (deutsch: „Casa­Po­und: ein Bei­spiel der Avant­gar­de“). Die Ver­an­stal­tung fand in dem am 1. Okto­ber 2016 neu eröff­ne­ten „Le Pavil­lon Noir“ in der Rue des Far­ges 43 statt. Dort wurde er von Ste­ven Bis­su­el begrüßt. Mit die­sen Ver­an­stal­tun­gen und Kon­fe­ren­zen woll­te die Füh­rung der „Grou­pe Uni­on Défen­se“ ihrer Basis die Poli­tik der „Casa­Po­und“ näher brin­gen. Das gelang ihr gut bei der durch­weg sehr jun­gen Gefolg­schaft. Das Gemisch aus poli­ti­schen Akti­vis­mus, Bil­dung und Event­kul­tur kam an. Poli­ti­sche Mili­tanz gemischt mit Sport, Musik, Mode und Gewalt. „Un sti­le de vita“ — ein Live­style — wie die ita­lie­ni­schen Faschis­tIn­nen sagen wür­den. Mit dem Ideo­lo­gie­trans­fer setz­te auch eine Über­nah­me des Auf­baus von Infra­struk­tu­ren und eine ästhe­ti­sche Aus­rich­tung bei der „Grou­pe Uni­on Défen­se“ ein. Dabei spiel­te Lyon den Vor­rei­ter. Der der GUD nahe­ste­hen­de „Cer­cle du cou­er rebel­le“ trat in Lyon das ers­te mal im Jahr 2015 in Erschei­nung. Der Zir­kel hat sich der Bil­dungs­ar­beit ver­schrie­ben. Neben den schon erwähn­ten Ver­an­stal­tun­gen rich­te­te der „Cer­cle du cou­er rebel­le“ wei­te­re Ver­an­stal­tun­gen mit Geor­ges Fel­tin-Tra­col und Xavier Eman, mit den seit 50 Jah­ren in der extrem Rech­ten Frank­reichs akti­ven Jean-Yves le Gal­l­ou, mit Rober­to Fio­rini und Pierre Vial von „Terre et Peup­le“, Jor­di Vives vom „Leng­a­doc-info“ und Arn­aud Nau­din vom „Radio Liber­tés“ aus. Im Jahr 2016 wur­de neben dem GUD-Stütz­punkt „Pavil­li­on Noir“ ein Mode­la­den und ein Tat­too­stu­dio im 5. Arron­dis­se­ment eröff­net. Ste­ven Bis­su­el und der nach Lyon gezo­ge­ne Logan Dijan betrei­ben seit zwei Jah­ren den Mode­la­den „Made in Eng­land“ in der Rue Jui­ve­rie 4–6. Hier ver­kau­fen sie nicht nur, wie sie es nen­nen, Mode à la „eng­lish style, french atti­tu­de“, son­dern auch die haus­ei­ge­ne Mode­mar­ke „Pivert“ von „Casa­Po­und“. Qua­si um die Ecke liegt der Tat­too Shop „Point d’Encrage“ in der Rue Lai­ne­rie 10. Hier arbei­tet unter ande­rem der Ita­lie­ner Dani­ele Castella­ni, aka Pas­qui­no. In Rom trat er 2013 und 2016 als Wahl­kan­di­dat der „Casa­Po­und“ im Muni­ci­pio III an und arbei­te­te in dem „CasaPound“-nahen „Roma Clas­sic Stu­dio“. 2016 ver­leg­te er sei­nen Lebens­mit­tel­punkt nach Lyon.

Mit dem „Le Mai­son Bleue“ in der Rue Saint Geor­ges 5 von der Par­ti Natio­na­lis­te Français und dem Sitz La Tra­boule“ sowie dem Box-Ver­ein „L’ Ago­gé in der Mon­tée du Chan­ge 3 und 5 der „Les Iden­ti­taires“ weist das 5. Arron­dis­se­ment von Lyon eine ähn­li­che Dich­te an Infra­struk­tur der extre­men Rech­ten auf wie der römi­sche Stadt­teil Esqui­li­no mit der Infra­struk­tur von „Casa­Po­und“. Das Arron­dis­se­ment, das sich für die extre­me Rech­te in den letz­ten Jah­ren zu einer Home­zo­ne ent­wi­ckelte, ver­wan­del­te sich für Migrant_innen und Lin­ke zu einer Zone der Unsi­cher­heit und Bedro­hung. Die Ästhe­tik der „Grou­pe Uni­on Défen­se“ (in Lyon) bekam einen „ita­li­an touch“. Die bei ihnen belieb­te Beklei­dungs-Kom­bi­na­ti­on aus dunk­ler Leder­ja­cke, Ray-Ban-Bril­le und Levi’s-Jeans wur­den nur noch sel­ten und meist nur noch auf Auf­mär­schen wie dem in Paris statt­fin­den­den Gedenk­marsch für den im Mai 1994 ver­stor­be­nen Sébas­ti­en Dey­zieu von der Orga­ni­sa­ti­on „L’Œuvre françai­se“ ver­wen­det. Wind­brea­ker, Snea­kers und die Casu­al Clot­hing der Fuß­ball­sta­di­en ersetzten den tra­di­tio­nel­len Stil der frü­hen Jah­re der GUD. Der Turn­schuh­fa­schis­mus à la Ita­li­en war ange­sagt. Das öffent­li­che Auf­tre­ten und die Pro­test­for­men des „Bloc­co Stu­den­tes­co“, der Schü­ler- und Stu­dent­or­ga­ni­sa­ti­on von „Casa­Po­und“, wur­den adap­tiert. Auf den Demons­tra­tio­nen und Aktio­nen zog ein Agit-Prop-Style ein, wur­den Klatschrythmen wie in der Stadi­en genutzt, Ben­ga­los gezün­det, Mas­ken mit den fran­zö­si­schen Natio­nal­fah­nen benutzt,Bloc­co Stu­den­tes­co“-Paro­len wie „All‘assalto del futu­ro“ wur­den über­nom­men und hie­ßen „A l‚assout du futur!“ (deutsch sinn­ge­mäß: „Die Zukunft erstür­men!“) und selbst erstell­te Video­clips wur­den mit Musik von „CasaPound“-Bands unter­legt.

Jun­ge Natio­nal­de­mo­kra­tIn­nen soli­da­ri­sie­ren sich am 15.06.2017 in Frank­furt am Main mit der Bas­ti­on Soci­al in Lyon Bild: Screen­shot You­tube

Bastion Social — die Besetzung in der Rue du Port-du-Temple

Mit­te 2017 schien der „Grou­pe Uni­on Défen­se“ die Zeit reif einen Schritt wei­ter zu gehen und eine Beset­zung im benach­bar­ten 2. Arron­dis­se­ment zu wagen. Am 27. Mai 2017 besetzten Ste­ven Bis­su­el und Co das Gebäu­de in der Rue du Port-du-Temp­le 18 und hängten Trans­pa­ren­te mit den Paro­len „Un foy­er pour les Français“ (deutsch: „Ein Heim für Fran­zo­sen“) und „Réqui­si­ti­on soli­dai­re“ (deutsch: „Soli­da­ri­sche Beschlag­nah­me“) aus den Fens­tern. Sie gaben vor, das Haus obdach­lo­sen Fran­zo­sen zur Ver­fü­gung stellen zu wollen und begannen es zu reno­vie­ren. Zum ers­ten Mal traten die Mit­glie­der von GUD Lyon dabei mit ihrem neu­en Logo des „Bas­ti­on Soci­al“, einem Leucht­turm, auf. In der Fol­ge­zeit erhielt die Beset­zung der „Bas­ti­on Soci­al“ natio­nal wie inter­na­tio­nal viel Reso­nanz und Zuspruch in rech­ten Gazet­ten. Arti­kel und Fotos erschienen in Frank­reich, Deutsch­land, Polen, Ita­li­en, Ukrai­ne, etc. In der „Casa­Po­und“ Knei­pe „Cut­ty Sark“ in Rom stellte GUD sein Pro­jekt vor und ita­li­en­weit hängte „Casa­Po­und“ Pla­ka­te für die „Bas­ti­on Soci­al“ auf, die „Jun­gen Natio­nal­de­mo­kra­ten“ (JN) aus Deutsch­land und die „Nar­odo­we Odrod­ze­nie Pol­ski“ (NOP) aus Polen soli­da­ri­sierten sich, usw. In Lyon erschienen Mitglie­der der „Géné­ra­ti­on Iden­ti­taire“, „La Dis­si­dence Françai­se“, „Edel­weiss Pays de Savo­ie“ und der „Résis­tan­ce Hel­vé­tique“ in der beset­zen Rue du Port-du-Temp­le 18 und legten zum Teil bei der Reno­vie­rung mit Hand an. Der Iko­no­gra­phie ihres ita­lie­ni­schen Vor­bild nach­ei­fernd setzten sich die Mit­glie­der der „Bas­ti­on Soci­al“ in Sze­ne, ließen sich als gro­ße Gang vor dem Haus foto­gra­fie­ren, imi­tierten wei­te­re Posen der Römer und füt­terten mit dem entstan­de­nen Bild­ma­te­ri­al die Sozia­len Medi­en. Am 7. Juni begann „Bas­ti­on Soci­al“ mit sei­nem sozia­len Akti­vis­mus und damit in dem besetz­ten Gebäu­de Lebens­mit­tel und gebrauch­te Klei­dung an bedürf­ti­ge Fran­zo­sen zu ver­tei­len. Anfang Juni 2017 kam Gian­lu­ca Ianon­ne, der Prä­si­dent der „Casa­Po­und“, nach Lyon, inspi­zierte das Gebäu­de und begut­ach­tete die Mann­schaft. Dem „schwar­zen Her­bergs­va­ter“ (Zitat nach Mar­tin Licht­mesz, JF 3610) schien zu gefal­len was er sah.

Am 13. Juni ließ die Kom­mu­ne von Lyon das Gebäu­de räu­men. Das „Bas­ti­on Soci­al“ ver­kün­dete „Defend Bas­ti­on Soci­al – par amour de not­re peup­le“ (deutsch: „Ver­tei­digt die Bas­ti­on Soci­al – aus Lie­be zu unse­rem Volk“). Aber außer eini­gen ver­bar­ri­ka­dier­ten Türen, viel Geschrei und eini­gen hilf­lo­sen Macho-Ges­ten tat sich wenig bei den ver­sam­mel­ten GUD-Kämp­fern. In klei­ner Beset­zung zog die Bereit­schafts­po­li­zei die Räu­mung durch. In der Fol­ge­zeit kam es zu eini­gen Pro­test­ak­tio­nen gegen die Räu­mung. So demons­trier­ten am 15. Juli 150 Anhän­ge­rIn­nen der „Bas­ti­on Soci­al“ in Lyon und am Abend trat die Band „In Memo­ri­am“ auf einem Soli­da­ri­täts­kon­zert auf. An eine Neu­be­set­zung schien die „Bas­ti­on Soci­al“ aber nicht zu den­ken. Dafür über­nahm sie den sozia­len Akti­vis­mus der „Casa­Po­und“ und imi­tier­te deren Akti­ons-Pro­gram­me: „Rac­col­ta ali­men­ta­re!“ (deutsch: „Lebens­mit­tel­samm­lung“) und „Riqua­li­fi­ca­zio­ne“ (deutsch: „Wie­der­auf­wer­tung“). D.h. „Bas­ti­on Soci­al“ bau­te Stän­de in der Stadt auf und ver­teil­te dort Lebens­mit­tel an bedürf­ti­ge Französ_innen oder säu­ber­te medi­en­wirk­sam Parks und Grün­flä­chen. In zwei Aktio­nen demons­trier­teBas­ti­on Soci­al“ vor einem Hotel gegen die Unter­brin­gung von Flücht­lin­gen. Heißt es bei „Casa­Po­und“ „Bas­ta acco­gli­en­za, pri­ma gli ita­lia­ni!“ (deutsch: „Stop mit dem Ent­ge­gen­kom­men, Ita­lie­ner zuerst“), so hieß die Paro­le von „Bas­ti­on Soci­al“ Un hôtel F1 pour les clan­des­tins, pour les fran­cais: rien!“ (deutsch: „Ein 1-Klas­se-Hotel für Flücht­lin­ge. Für die Fran­zo­sen: Nichts!“). Gleich­zei­tig fuhren Ste­ven Bis­su­el und ande­re Mit­glie­der der „Bas­ti­on Soci­al“ immer wie­der zu Demons­tra­tio­nen und Kon­zer­ten der „Casa­Po­und“ und prä­sen­tier­ten ihre Initia­ti­ve. Bis­su­el refe­rier­te auf Kon­fe­ren­zen in Frank­reich und Ita­li­en zur „Bas­ti­on Soci­al“ und gab für ver­schie­de­ne aus­län­di­sche Zei­tun­gen Inter­views, in denen er die gesam­mel­ten Erfah­run­gen wäh­rend und durch die Beset­zung pries. Er bewarb „Bas­ti­on Soci­al“ als neue Bewe­gung, die gera­de an ihrem Anfang stehe. Auf Phil­ip Steins „Jungeuropa“-Blog wur­de er zu den rech­ten Infra­struk­turen in Lyon befragt und ob das »Vier­tel-Kon­zept« von „Casa­Po­und“ ein Vor­bild dar­stel­le. Er ant­wor­tete: „Wir begin­nen lang­sam eine Gegen-Gesell­schaft zu kre­ieren, indem wir Räu­me und Initia­ti­ven schaf­fen. Casa­Po­und ist dabei wirk­lich eine unse­rer Inspi­ra­ti­ons­quel­len.“ Und: „Unse­re poli­ti­sche Linie ist natio­nal­re­vo­lu­tio­när nach dem Begriffs­ver­ständ­nis, das François Duprat ent­wi­ckelt hat.“ Wei­ter: Was den Faschis­mus als Dok­trin anbe­langt, so hal­ten wir ihn, in Anbe­tracht der zahl­rei­chen sozia­len Fort­schrit­te, die er ermög­lich­te, für die inter­es­san­tes­te poli­ti­sche Erfah­rung des 20. Jahr­hun­derts“.

Ein dazu pas­sen­des Mani­fest zur neu­en natio­nal-revo­lu­tio­nä­ren Bewe­gung stell­te Ste­ven Bis­su­el am 16.09.2017 auf einer Veran­stal­tung mit dem Titel „Rejoins la révo­lu­ti­on en mar­che!“ (deutsch: „Triff die Revo­lu­ti­on auf ihrem Marsch!“) im Hotel Le Lumié­re in Lyon vor. Aber mit dem Marsch wur­de es schon einen Monat spä­ter am 07.10.2017 nichts. Der Marsch der natio­na­len Revo­lu­tio­nä­re unter dem Auf­ruf L’Europe s’insurge cont­re la fata­lité!“ wur­de unter­sagt. Unter den wach­sa­men Augen der Com­pa­gnies Répu­bli­cai­nes de Sécu­rité (CRS) — der fran­zö­si­schen Bereit­schafts­po­li­zei - konn­ten die Anhänger_innen der „Bas­ti­on Soci­al“ ledig­lich etwas gröh­len und posen. Mar­schiert für Euro­pa wur­de nicht. Laut „Bas­ti­on Soci­al“ sol­len „300“ ihrer Kämp­fer zu die­sem zur Stand­kund­ge­bung mutier­ten Auf­marsch erschie­nen sein: Was hät­te nur Leo­ni­das, der Anfüh­rer der Spar­ta­ner bei den Ther­mo­py­len, zu die­sem Ver­gleich gesagt? So konn­ten sich die Natio­nal­re­vo­lu­tio­nä­re ihre Pus­te für das abend­li­che Kon­zertRetour vers le Futur“ (- „Zurück in die Zukunft“ mit den Bands In Memo­ri­am, Francs Tireurs Patrio­tes, Zeta­Ze­ro­Al­fa, Dritt­ar­core Crew und DDT auf­spa­ren.

Zur aktuellen Situation

Ob GUD/„Bastion Soci­al“ mit einem Erfolg ihrer Beset­zung in der Rue du Port-du-Temp­le gerech­net hat oder nicht, ist unklar. Am Ende steht eine medi­al gut ins­zi­nier­te und aus­ge­schlach­te­te Agit-Prop-Akti­on angeb­lich natio­na­ler Soli­da­ri­tät mit den armen Französ_innen, die von dem kapi­ta­lis­ti­schen Sys­tem auf der einen Sei­te und der Mas­sen­ein­wan­de­rung auf der ande­ren Sei­te auf­ge­rie­ben würden – so die natio­nal-revo­lu­tio­nä­re Les­wei­se. Die „Grou­pe Uni­on Défen­se“ ist dabei einen Füh­rungs­an­spruch in dem natio­nal-revo­lu­tio­nä­ren Milieu zu mani­fes­tieren und ist schlau genug unter neu­en Namen und Logo und unter Ach­tung der regio­na­len Geschich­te der dazu sto­ßen­den Grup­pen eine neue Bewe­gung zu kon­zi­pie­ren. Dies pas­siert unter einer umfas­sen­den Adap­ti­on der Ästhe­tik und des struk­tu­rel­len Auf­baus der „Casa­Po­und“ mit ihren loka­len Stütz­punk­ten in ange­mie­te­ten Immo­bi­li­en, der Grün­dung von Kul­tur- und Bil­dungs­ver­ei­nen, einem sozia­len Akti­vis­mus für Woh­nungs­lo­se und bedürf­ti­ge Französ_innen, sowie stadt­teil­ori­en­tier­ten Kon­zep­ten. Dabei steht die „Grou­pe Uni­on Défen­se“ mit ihrer Adap­ti­on der „CasaPound“-Strukturen nicht allei­ne dar. Auch die „Action Françai­se“ nutzt zur Revi­ta­li­sie­rung ihrer mon­ar­chis­tisch-natio­na­lis­ti­schen Inhal­te die Übernahme von Struk­tu­ren, Metho­den und Sti­le der „Casa­Po­und“. Die „Action Françai­se“ grün­det Sek­tio­nen in Regio­nen und Städ­ten, eröff­net loka­le Treff­punk­te und Buch­hand­lun­gen, insze­niert Bil­dungs­zir­kel und Ver­an­stal­tun­gen, pflegt für die Jugend den Live­style von „Casa­Po­und“, hat mit „Cor Ignis“ seit kur­zem ihre ers­te eige­ne Musik­band und steigt lang­sam in den natio­na­len Sozi­al­ak­ti­vis­mus ein. Dabei sind die Akti­vi­tä­ten lokal sehr unter­schied­lich und hän­gen von den kom­mu­na­len Bege­ben­hei­ten ab.

Screen­shot von You­Tube, gemein­sa­me Demons­tra­ti­on von AF und CPI in Mar­seil­le Dezem­ber 2016

Am deut­lichs­ten kann man den Ein­fluss von „Casa­Po­und“ auf die „Action Françai­se“ in der Pro­vence erken­nen, wohin dieAction Françai­se“ im April 2014 ihren Haupt­sitz ver­leg­te. Schon am 3.12.2016 gab es eine gemein­sa­me Demons­tra­ti­on von „Action Françai­se“ und „Casa­Po­und“ in Mar­seil­le. Hin­ter dem Trans­pa­rent „Love Euro­pa, Fuck EU“ zogen mit Ben­ga­los und Mas­ken Mit­glie­der des „Action Françai­se“ und der „Casa­Po­und“ aus Par­ma über die Ein­kaufs­mei­le Rue Saint Fer­réol. Vor­ne weg der Regio­nal­ver­ant­wort­li­che Jéré­my Pal­mie­ri, ali­as Jéré­my Bizu. Am 11.02.2017 eröff­ne­te Jéré­my Pal­mie­ri den neu­en Sitz derAction Françai­se“ in Aix-en-Pro­vence. Anschei­nend waren auch hier „CasaPound“-Mitglieder anwe­send. Eine Woche spä­ter, am 18.2.2017, demons­trier­ten dann „Action Françai­se“-Akti­vis­tI­in­nen aus der Pro­vence zusam­men mit „CasaPound“-Mitgliedern vor dem Haupt­bahn­hof von Par­ma gegen des­sen angeb­li­chen Ver­fall. Jéré­my Pal­mie­ri sprach auch am 22. April 2017 in Rom auf den Kon­gress „Euro­pa, comu­ni­tà di popo­li, civil­tà” (deutsch: „Euro­pa Gemein­schaft der Völ­ker, Zivi­li­sa­ti­on“) des „Bloc­co Stu­den­tes­co“. Auf der faschis­ti­schen Jugend­kon­fe­renz refe­rier­ten vor eini­gen hun­dert Mit­glie­dern des „Bloc­co Stu­den­tes­co“ auch Oura­nia Mich­a­lo­lia­k­ou, die Füh­re­rin der Jugend­front von „Alba Dora­ta“, Miguel Blan­co der „Nucleo Joven“ aus Spa­ni­en, Clau­dio Sar­do als Ver­tre­ter des „Bloc­co Stu­den­tes­co“, der ita­lie­ni­sche His­to­ri­ker Vale­rio Bene­detti, der fran­zö­si­sche Buch­au­tor von „La jeu­nesse au pou­voir“ Juli­en Lan­gel­la, der deut­sche Ver­le­ger Philipp Stein vom „JungEuropa“-Verlag und „Ein-Pro­zent“ und der Kul­tur­spre­cher der „Casa­Po­und“, Adria­no Sci­an­ca.

Seit drei Jah­ren hat derAction Françai­se“ einen Sitz in der Rue Nava­rin 14 im Stadt­teil La Plai­ne im 6. Arron­dis­se­ment von Mar­seil­le. In die­sem Stadt­teil kommt es immer wie­der zu gewalt­sa­men Aus­ein­an­der­set­zun­gen mit Gegner_innen der aggres­si­ven Nationalist_innen und Monarchist_innen, die ver­su­chen den Stadt­teil zu dem Ihri­gen zu machen. Im letz­ten Okto­ber mach­te die „Action Françai­se“ eine öffent­li­che Stra­ßen­ver­samm­lung mit Vor­trä­gen. Dafür requi­rier­ten sie die gesam­te Stra­ße für sich und pro­pa­gier­ten die­se öffent­li­che Raum­nah­me in den Medi­en. Wie zu erwar­ten kam es zu anti­fa­schis­ti­schen Pro­tes­ten, gegen die sich „Action Françai­se“-Mit­glie­der ver­mummt, behelmt und in mili­tan­ter Pose hin­ter Poli­zei­rei­hen zur Schau stell­ten. Opfer­in­sze­nie­rung, mili­tan­ter Habi­tus und aggres­si­ve Raum­nah­me in einem. Casa­Po­und lässt grü­ßen.

Ähn­li­che prak­ti­sche Anlei­hen und ästhe­ti­sche Inspi­ra­tio­nen aus Ita­li­en lie­ßen sich auch bei den „Les Iden­ti­taires“ und „La Dis­si­dence Françai­se“ nach­wei­sen. Man könn­te sagen, dass der Turn­schuh­fa­schis­mus der „Bas­ti­on Soci­al“ dem Agit-Prop-Roya­lis­mus der „Action Françai­se“ gegen­über steht. Dies in Kon­kur­renz zum Hips­ter-Style der „Géné­ra­ti­on Iden­ti­taire“, kon­tra den Ultra-NS-Style der „Ber­gusia Fascist Crew“ und alle zusam­men gegen den auto­no­men Stra­ßen-Akti­vis­mus von „La Dis­si­dence“. Aber, bes­ser gesagt, soll­te man diese Erschei­nungs­for­men als par­al­le­le Posi­ti­ons- und Iden­ti­täts­su­che und Moder­ni­sie­rungs­schub bei der neu­en Genera­ti­on rech­ter Mili­tan­ter beschrei­ben. Ideo­lo­gisch und ästhe­tisch ist es eine Aktua­li­sie­rung und Revi­ta­li­sie­rung natio­nal-revo­lu­tio­nä­rer Poli­tik. Struk­tu­rell und prak­tisch sind hier aus­ge­klü­gel­te Stra­te­gi­en mit Lang­zeit­wir­kung und per­spek­ti­visch auf Nach­hal­tig­keit ange­leg­te Auf­bau­ar­beit aus dem Metho­den- und Medi­en­kof­fer der Nou­vel­le Droi­te am Wer­ke. Anbe­tracht der noch lan­ge nicht über­wun­de­nen Kri­sen des Kapi­ta­lis­mus und der damit ein­her­ge­hen­den Aus­gren­zun­gen und Ver­elen­dun­gen brei­ter Bevöl­ke­rungs­an­tei­le kann eine sol­che Poli­tik der Natio­nal­re­vo­lu­tio­nä­re durch­aus auf frucht­ba­ren Boden fallen.

Was die „Grou­pe Uni­on Défen­se“ zur Zeit unter all ihren rech­ten Mit­strei­tern aus­zeich­net, ist das sie sich am offen­sicht­lichs­ten auf das ita­lie­ni­sche Ori­gi­nal bezieht, am wei­tes­ten in ihren Adap­tio­nen geht und sie eine Samm­lungs­be­we­gung unter dem Label „Bas­ti­on Soci­al“ für die vie­len ande­ren extrem rech­ten Grup­pen anbie­tet. Das könn­te Erfolg haben. Wie weit die­ser gehen könn­te hängt gene­rell mit der poli­ti­schen Groß­wet­ter­la­ge und der Ent­wick­lung des „Front Natio­nal“ zusam­men. Wird die­ser sich wei­ter wie bis­her in seiner Dem­ago­gie der sozia­len Fra­ge anneh­men und in den Ruf kom­men (wol­len), anti­ka­pi­ta­lis­tisch und links zu sein? Oder wird der „Front Natio­nal“ ver­mehrt auf das Drei­ge­stirn von natio­na­ler Sou­ve­rä­ni­tät, kul­tu­rel­ler Iden­ti­tät und eth­ni­scher Homo­ge­ni­tät set­zen und bei kon­ser­va­ti­ven und mit­tel­stän­di­gen Bürger_innen punkten wol­len? Seit dem Austritt des Recht­sintel­lek­tu­el­len und Vize­vor­sit­zen­den des „Front Natio­nal“, Flo­ri­an Phil­ip­pot, im Sep­tem­ber 2017, sieht es so aus, als wür­de der „Front Natio­nal“ auf die bür­ger­li­che Kar­te set­zen. Was hie­ße, dass die Natio­nal­re­vo­lu­tio­nä­re mehr Spiel­raum für sich erhiel­ten. Kei­ne schlech­te Aus­gangs­ba­sis für sie.

 

 

Nach­trag (17.02.2018): Für den 24.03.2018 hat die „Bas­ti­on Soci­al“ die Eröff­nung einer wei­te­ren Sek­ti­on in Mar­seil­le unter dem Namen „Le Nava­rin“ pro­kla­miert. Neben Ste­ven Bis­su­el als Prä­si­dent der „Bas­ti­on Soci­al“ wur­de u.a. Jéré­my Pal­mie­ri als Verant­wort­li­cher für die Pro­vence ange­kün­digt. Bis­her war Jéré­my Pal­mie­ri als Ver­ant­wort­li­cher der „Action Françai­se“ von Mar­seil­le bekannt.

.

Quel­len:

Par­la Bas­ti­on Soci­al: “Diven­ti­amo movi­men­to nazio­na­le: il Gud cam­bia pel­le” (30.08.2016): http://​www​.ilpri​mato​na​zio​na​le​.it/​e​s​t​e​r​i​/​p​a​r​l​a​-​b​a​s​t​i​o​n​-​s​o​c​i​a​l​-​d​i​v​e​n​t​i​a​m​o​-​m​o​v​i​m​e​n​t​o​-​n​a​z​i​o​n​a​l​e​-​i​l​-​g​u​d​-​c​a​m​b​i​a​-​p​e​l​l​e​-​7​1​868

Ste­ven Bis­su­el (Bas­ti­on soci­al): « L’immigration, véri­ta­ble arme du capi­tal, est encou­ra­gée par les défens­eurs du vil­la­ge glo­bal » (01.10.2017): https://​www​.breizh​-info​.com/​2​0​1​7​/​1​0​/​0​1​/​7​8​4​4​9​/​s​t​e​v​e​n​-​b​i​s​s​u​e​l​-​b​a​s​t​i​o​n​-​s​o​c​ial

Bas­ti­on Soci­al“ star­tet in Lyon: Inter­view mit Ste­ven Bis­su­el (25.07.2017): http://​pod​cast​.jun​g​eu​ro​pa​.de/​b​a​s​t​i​o​n​-​s​o​c​i​a​l​-​s​t​a​r​t​e​t​-​i​n​-​l​y​o​n​-​i​n​t​e​r​v​i​e​w​-​m​i​t​-​s​t​e​v​e​n​-​b​i​s​s​uel

Agres­si­on après l’inauguration du bar iden­ti­taire: deux hom­mes con­dam­nés (L‚Alsace, 13.12.2017): http://​www​.lal​sace​.fr/​b​a​s​-​r​h​i​n​/​2​0​1​7​/​1​2​/​1​3​/​a​g​r​e​s​s​i​o​n​-​a​p​r​e​s​-​l​-​i​n​a​u​g​u​r​a​t​i​o​n​-​d​u​-​b​a​r​-​i​d​e​n​t​i​t​a​i​r​e​-​d​e​u​x​-​h​o​m​m​e​s​-​c​o​n​d​a​m​nes

Stras­bourg: Un hom­me roué de coups par deux per­son­nes ayant par­ti­ci­pé à l’inauguration du bar iden­ti­taire Arca­dia (13.12.2017): http://www.20minutes.fr/strasbourg/2187603–20171213-strasbourg-homme-roue-coups-deux-personnes-participe-inauguration-bar-identitaire-arcadia

Deux sym­pa­thi­sants du Bas­ti­on soci­al inter­pel­lés pour vio­lence (L‚Alsace, 21.01.2018): http://​www​.lal​sace​.fr/​b​a​s​-​r​h​i​n​/​2​0​1​8​/​0​1​/​2​1​/​d​e​u​x​-​s​y​m​p​a​t​h​i​s​a​n​t​s​-​d​u​-​b​a​s​t​i​o​n​-​s​o​c​i​a​l​-​i​n​t​e​r​p​e​l​l​e​s​-​p​o​u​r​-​v​i​o​l​e​nce

Le con­seil muni­ci­pal deman­de la dis­so­lu­ti­on de Bas­ti­on soci­al (L‚Alsace, 23.01.2018): http://​www​.lal​sace​.fr/​a​c​t​u​a​l​i​t​e​/​2​0​1​8​/​0​1​/​2​2​/​l​e​-​c​o​n​s​e​i​l​-​m​u​n​i​c​i​p​a​l​-​d​e​m​a​n​d​e​-​l​a​-​d​i​s​s​o​l​u​t​i​o​n​-​d​-​u​n​-​m​o​u​v​e​m​e​n​t​-​i​d​e​n​t​i​t​a​i​r​e​-​p​yhn

Stras­bourg: Le con­seil muni­ci­pal vote une moti­on cont­re le local iden­ti­taire, et donc? (23.01.2018): http://www.20minutes.fr/strasbourg/2207423–20180123-strasbourg-conseil-municipal-vote-motion-contre-local-identitaire-donc

Cham­bé­ry : com­ment l’extrême droi­te a rusé pour s’installer en vil­le (02.02.2018): http://​www​.ledau​phi​ne​.com/​s​a​v​o​i​e​/​2​0​1​8​/​0​2​/​0​2​/​c​o​m​m​e​n​t​-​l​-​e​x​t​r​e​m​e​-​d​r​o​i​t​e​-​a​-​r​u​s​e​-​p​o​u​r​-​s​-​i​n​s​t​a​l​l​e​r​-​e​n​-​v​i​lle

Cham­bé­ry : mani­fes­ta­ti­on cont­re l’ouverture du local du grou­pe iden­ti­taire “Le Bas­ti­on soci­al” (03.02.2018): https://​fran​ce3​-regi​ons​.fran​cet​vin​fo​.fr/​a​u​v​e​r​g​n​e​-​r​h​o​n​e​-​a​l​p​e​s​/​s​a​v​o​i​e​/​c​h​a​m​b​e​r​y​/​c​h​a​m​b​e​r​y​-​m​a​n​i​f​e​s​t​a​t​i​o​n​-​c​o​n​t​r​e​-​o​u​v​e​r​t​u​r​e​-​d​u​-​l​o​c​a​l​-​d​u​-​g​r​o​u​p​e​-​i​d​e​n​t​i​t​a​i​r​e​-​b​a​s​t​i​o​n​-​s​o​c​i​a​l​-​1​4​1​5​0​9​9​.​h​tml

Tul­le : l’ouverture du local d’un grou­pus­cu­le d’extrême droi­te fait polé­mi­que: https://​www​.fran​ce​bleu​.fr/​i​n​f​o​s​/​f​a​i​t​s​-​d​i​v​e​r​s​-​j​u​s​t​i​c​e​/​t​u​l​l​e​-​l​-​o​u​v​e​r​t​u​r​e​-​d​u​-​l​o​c​a​l​-​d​-​u​n​-​g​r​o​u​p​u​s​c​u​l​e​-​d​-​e​x​t​r​e​m​e​-​d​r​o​i​t​e​-​f​a​i​t​-​p​o​l​e​m​i​q​u​e​-​1​5​1​7​4​1​2​214

Un local à Tul­le pour la “divi­si­on natio­na­lis­te révo­lu­ti­onn­aire”: https://​fran​ce3​-regi​ons​.fran​cet​vin​fo​.fr/​n​o​u​v​e​l​l​e​-​a​q​u​i​t​a​i​n​e​/​c​o​r​r​e​z​e​/​t​u​l​l​e​/​l​o​c​a​l​-​t​u​l​l​e​-​d​i​v​i​s​i​o​n​-​n​a​t​i​o​n​a​l​i​s​t​e​-​r​e​v​o​l​u​t​i​o​n​n​a​i​r​e​-​1​4​1​2​5​4​5​.​h​tml

Cita­del­le“, le nou­veau bar pri­vé et con­tro­ver­sé des iden­ti­taires (12.09.2016): http://www.lavoixdunord.fr/44189/article/2016–09-12/citadelle-le-nouveau-bar-prive-et-controverse-des-identitaires

The assas­si­na­ti­on of the Ros­sel­li Bro­thers: https://​libcom​.org/​h​i​s​t​o​r​y​/​a​s​s​a​s​s​i​n​a​t​i​o​n​-​r​o​s​s​e​l​l​i​-​b​r​o​t​h​ers

Vide­os:

Con­grès euro­péen du GUD : le Réveil des Nati­ons: https://​www​.you​tube​.com/​w​a​t​c​h​?​v​=​I​p​Q​3​k​O​c​o​_u0

TVL : Adria­no Sci­an­ca : la Casa­po­und ou la recon­quête cul­tu­rel­le et socia­le en Ita­lie: https://​www​.you​tube​.com/​w​a​t​c​h​?​v​=​z​o​2​z​O​H​f​O​14U

In Memo­ri­am en con­cert à la Tana del­le Tigri 2013 – „Casa­Po­und“: https://​www​.you​tube​.com/​w​a​t​c​h​?​v​=​W​J​W​D​y​u​-​h​jCE

Fuck UE — Françai­se Pro­vence / Casa­po­und Par­ma: https://​www​.you​tube​.com/​w​a​t​c​h​?​v​=​l​N​L​p​0​C​1​O​ffs

L’action fran­cai­se face aux anti­fas [Ver­si­on inté­gra­le] — Les Repor­ta­ges de Vin­cent Lapierre: https://​www​.you​tube​.com/​w​a​t​c​h​?​v​=​u​e​a​d​O​C​D​T​aNg

Ago­gé — Lyon: https://​vimeo​.com/​2​0​0​5​7​0​761

Fran­ce: Far-right group ‚Genera­ti­on Iden­ti­ty‘ opens boxing gym in Lyon: https://​www​.you​tube​.com/​w​a​t​c​h​?​v​=​9​X​l​n​-​I​U​k​jxo 

Pré­sen­ta­ti­on du Bas­ti­on Soci­al Lyon et inau­gu­ra­ti­on du nou­veau Pavil­lon Noir ! : https://​www​.you​tube​.com/​w​a​t​c​h​?​v​=​r​8​t​B​0​v​G​u​KNs

Lan­ce­ment du Bas­ti­on Soci­al Cham­bé­ry et du local L’Edelweiss ! : https://​www​.you​tube​.com/​w​a​t​c​h​?​v​=​j​J​b​5​Q​n​1​1​c_g


SHARE :