Debatte, Bildung, Vernetzung zu Migration und gegen Rassismus und Neonazismus


Dossier Empowerment

Themen : Empowerment?! · (2) Kommentare · von 14. Januar 2015

Empowerment ist ein Begriff, der aus der US-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung und feministischen Bewegungen des globalen Südens kommt. Im Deutschland der 1980er und 1990er Jahren prägten Schwarze feministische Kämpfe sowie Bündnisarbeiten von Frauen of Color, Migrant_innen und jüdischen Frauen das Verständnis von Empowerment.

Empowerment: ein weiteres englischsprachiges Wort, das in aller Munde ist – schillernd und inhaltslos? Versuche, den Begriff auf Deutsch zu übersetzen, münden meist in «Selbstermächtigung». Bei Empowerment geht es aber um mehr, als sich selbst zu ermächtigen und eigene Süppchen zu kochen. Das Verständnis von Empowerment stammt aus radikalen sozialen Bewegungen und politischen Kämpfen, in denen Menschen die bestehenden Machtverhältnisse nicht hinnehmen wollten und kollektiv dagegen ankämpften. Es ist unsere Hoffnung, dass aus diesen Kämpfen auch etwas für gegenwärtige Auseinandersetzungen zu lernen ist…

Dieses Dossier geht der Frage nach: Was haben Empowerment-Ansätze, politische Kämpfe und Bildungsarbeit miteinander zu tun? Was verstehen die Autor_innen unter Empowerment in Bezug auf rassistische und andere Machtverhältnisse?

Die Beiträge sind von den Autor_innen eigens für dieses Dossier verfasst worden und geben nicht zwangsläufig die Meinung des Redaktionsteams wieder.


Refugees Welcome – Was heißt hier «willkommen»?

Themen : Allgemein, Flucht & Asyl, Migration, Rassismus · 0 Kommentare · von 9. Dezember 2014

Ein Gespräch mit Inva Kuhn vom Gesprächskreis Migration der Rosa-Luxemburg-Stiftung über die Workshop-Reihe «Flucht, Asyl und Willkommenskultur in der Kommune», die vor dem Hintergrund der an vielen Orten gewalttätigen «Proteste» gegen die Unterbringung von Asylsuchenden bisher ein Dutzend mal angeboten wurde und Inhalte zu Fluchtursachen, Antragszahlen, Gesetzeslagen und Zuständigkeiten ermittelte und ein Forum bot, um gemeinsam lokal wirksame Argumentationsstrategien zu erarbeiten und lokalpolitische Akteure mit Selbstorganisationen von Asylsuchenden und antirassistischen Initiativen zu vernetzen.

Inva, du hast mit anderen Mitgliedern des Gesprächskreises Migration der Rosa-Luxemburg-Stiftung die «Refugees-Welcome»-Seminarreihe mitentwickelt. Worum geht es bei den Seminaren und was war der Anstoß für die Seminarreihe?

Angesichts der steigenden rassistischen und neonazistischen Angriffe sowie Brandanschläge auf (Sammel-) Unterkünfte von Asylsuchenden bundesweit – im Ost, West, Nord und Süd – wurde sich im Gesprächskreis Migration der Rosa-Luxemburg-Stiftung viel ausgetauscht. Im gemeinsamen Prozess mit den Referent_innen für Migration und Kommunalpolitik der RLS entstand dazu die Idee – passend zu den Kommunalwahlen in elf Bundesländern im Jahr 2014 – Mandatsträger_innen ein grundlegendes Bildungsangebot zum Thema Asyl, Migration und «Willkommenskultur» zur Verfügung zu stellen. Die Seminarreihe umfasst viele Aspekte der aktuellen Asylpolitik und versteht sich als ein Einstiegsangebot für kommunalpolitisch Aktive, die kommunale Migrationspolitik im Rat, im Kreistag oder auch in Bündnissen und Netzwerken mitgestalten wollen.