Debatte, Bildung, Vernetzung zu Migration und gegen Rassismus und Neonazismus


Straßenumbenennung und weißer Stress

 

Abstract

Der Beitrag thematisiert den mit dem Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung Berlin-Mitte vom 17. März 2016 offiziell begonnenen Prozess der Umbenennung von Straßen im Berliner „Afrikanischen Viertel“ und weiße Abwehr am Beispiel der medialen Debatte im Anschluss an die Veröffentlichung alternativer Namensvorschläge Ende Mai 2017. Die diskutierten Medienbeiträge zur Straßenumbenennung, die in den zwei Wochen nach der Namensveröffentlichung publiziert wurden, werden im Hinblick auf weiße Abwehrstrategien besprochen und in Beziehung zum Umgang mit Rassismus in Deutschland gesetzt. Von dieser Kontextualisierung ausgehend plädiert der Text für eine flächendeckende rassismuskritische Bildung, die den Zusammenhang von Kolonialismus und Rassismus bis in die Gegenwart zum Thema macht.


Zum «Rasse»-Begriff in Schulbüchern für den Englischunterricht

Themen : Allgemein, Rassismus · 0 Kommentare · von 13. Februar 2015

Englisch-Schulbücher stellen einen von wenigen Räumen in der BRD dar, in denen das Thema Rassismus aktuell explizit und vergleichsweise ausführlich diskutiert wird. In einer Analyse von 18 Englisch-Lehrwerken für die Sekundarstufe II im Bundesland Bremen, die zwischen 2000 und 2010 erschienenen sind, konnte ich nachzeichnen, wie diese Auseinandersetzung mit Rassismus in den Schulbüchern selbst in Rassismus verwoben ist (Bönkost 2014). Diese Verstrickung macht sich insbesondere an der regelhaften Verwendung des Rassebegriffes in den Unterrichtswerken fest. In über 100 Lerneinheiten der untersuchten Bücher wird der Begriff gebraucht. Trotz einer begrifflichen Unschärfe und regelrechten Begriffsdiffusität in einigen Lehrwerken kennzeichnen die Thematisierungen von «Rasse» in den Schulbüchern bestimmte Strukturen. Zum Beispiel wird der Begriff am häufigsten mit Bezug auf die USA als Zielsprachenland benutzt.