Debatte, Bildung, Vernetzung zu Migration und gegen Rassismus und Neonazismus


Der (medizinethische) deutsche Diskurs über die Vorhautbeschneidung

Im Juni 2012 wur­de die reli­giö­se Beschnei­dung der Vor­haut bei Jun­gen in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land zu einem öffent­li­chen The­ma. Hat­te es zuvor im deutsch­spra­chi­gen Raum auch in eman­zi­pa­to­ri­schen und lin­ken Zusam­men­hän­gen kei­ne dies­be­züg­li­chen Dis­kus­sio­nen gege­ben, ent­brann­te im Anschluss an die Ent­schei­dung einer juris­ti­schen Insti­tu­ti­on nun in Arti­keln und Kom­men­ta­ren von Zeit­schrif­ten und Blogs ein «Lauf­feu­er» der Ent­rüs­tung über die Vor­haut­be­schnei­dung (Zir­kum­zi­si­on). Dabei wur­de viel vor­aus­ge­setzt. Aus­ge­hend von einer Befra­gung der Debat­te auf ihre dis­kur­si­ven Bezü­ge und dis­zi­pli­nä­ren Argu­men­ta­ti­ons­fi­gu­ren wer­den im Fol­gen­den ins­be­son­de­re eini­ge der medi­zi­ni­schen und medi­zi­nethi­schen Posi­tio­nen beleuch­tet. Unter wel­chen Bedin­gun­gen gerinnt ein Vor­gang zu einem Ereig­nis, und unter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen wächst ein Ereig­nis sich zum öffent­li­chen The­ma aus?