Debatte, Bildung, Vernetzung zu Migration und gegen Rassismus und Neonazismus


Audio-Doku „A Glance from the Outside“

Themen : Neonazismus, NSU-Komplex · 0 Kommentare · von 17. Dezember 2013
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Ver­an­stal­tung zum NSU-Kom­plex im Eine-Welt-Haus in Mün­chen am 9.12.2013: Aaa­ron Flana­gan (USA), Hei­ke Kleff­ner (Mode­ra­ti­on), Liz Feke­te (UK), Mats Deland (Schwe­den)  Foto: NSU-Watch

Eine span­nen­de Fach­ta­gung zum NSU-Kom­plex mit inter­na­tio­na­len Gäs­ten ist am Wochen­en­de 6. — 8. Dezem­ber 2013 in Mün­chen über die Büh­ne gegan­gen und hat­te in einer Abend­ver­an­stal­tung am Mon­tag, 9.12.2013, im voll besetz­ten Eine-Welt-Haus Ihren Höhe­punkt. Wir haben den Abend in den Ori­gi­nal­spra­chen auf­ge­nom­men und wol­len Euch alle ermun­tern, in die­se wirk­lich span­nen­de Ver­an­stal­tung mal rein­zu­hö­ren.

Ihr fin­det sie auf der RLS-Home­page hier.

 

 


Die Schärfe der Konkretion

Eine span­nen­de Ver­an­stal­tung für alle, die am Kna­cken von BRD-(Gründungs-)Mythen und an Erin­ne­rungs­po­li­tik inter­es­siert sind, fin­det am kom­men­den Sonn­tag, 1.12.2013, um 18 Uhr im Salon der Rosa Luxem­burg Stif­tung (Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Ber­lin, Nähe Ost­bahn­hof) statt.

Die Schärfe der Konkretion

Reinhard Strecker, 1968 und der Nationalsozialismus in der bundesdeutschen Historiografie
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Gott­fried Oy, Chris­toph Schnei­der: Die Schär­fe der Kon­kre­ti­on. Rein­hard Stre­cker, 1968 und der Natio­nal­so­zia­lis­mus in der bun­des­deut­schen His­to­rio­gra­fie
2013 — 252 Sei­ten — € 24,90;
ISBN: 978−3−89691−933−5

Der Jahr­zehnt­wen­de von den 1950er zu den 60er Jah­ren kommt eine wich­ti­ge Rol­le in zwei his­to­ri­schen Gro­ßerzäh­lun­gen zu. Für die Auf­ar­bei­tung des Natio­nal­so­zia­lis­mus gilt sie als Wen­de­punkt vom Ver­leug­nen hin zu Aus­ein­an­der­set­zung und Auf­ar­bei­tung. Zugleich fin­den sich hier die Anfän­ge der Jugend- und Stu­den­ten­be­we­gung, die 1968 ihren Höhe­punkt erreich­te. Die­se erin­ne­rungs­po­li­ti­sche Kon­stel­la­ti­on wird in drei­er­lei Hin­sicht auf­ge­nom­men. In West-Deutsch­land war es damals eine klei­ne Zahl von Ein­zel­per­so­nen, die an die NS-Ver­gan­gen­heit rühr­te, dar­un­ter der Stu­dent Rein­hard Stre­cker. Einem Gespräch mit dem frü­he­ren Akti­vis­ten, des­sen Akti­on Unge­sühn­te Nazi­jus­tiz 195960 öffent­lich für Wir­bel sorg­te, folgt ein Essay, der die Ent­wick­lung des Ver­hält­nis­ses der 68er-Bewe­gung zum Natio­nal­so­zia­lis­mus beleuch­tet und sie als eine Art Schwund­ge­schich­te rekon­stru­iert. Ein wei­te­rer Essay prüft die Sub­stanz der erin­ne­rungs­po­li­ti­schen Gro­ßerzäh­lung von der erfolg­rei­chen Auf­ar­bei­tung der NS-Ver­gan­gen­heit. Frag­lich erscheint es, ob die Gescheh­nis­se zu Zei­ten Stre­ckers als Vor­ge­schich­te eines zwar spät, aber doch noch ein­set­zen­den Rei­fe­pro­zes­ses der Bun­des­re­pu­blik auf­ge­fasst wer­den kön­nen. (aus der Ver­lags-Ankün­di­gung)

Rein­hard Stre­cker ist vie­len bis heu­te kein Begriff, obwohl er einer der Pio­nie­re der bun­des­deut­schen Aus­ein­an­der­set­zung mit dem Natio­nal­so­zia­lis­mus ist. Bereits Ende der 1950er Jah­re begann auf Initia­ti­ve des dama­li­gen Sprach­wis­sen­schafts­stu­den­ten an der Frei­en Uni­ver­si­tät Ber­lin eine klei­ne Grup­pe aus dem Umfeld des Sozia­lis­ti­schen Deut­schen Stu­den­ten­bun­des (SDS) damit, Mate­ria­li­en über NS-Täter zu sam­meln.

Sie recher­chier­te Doku­men­te zu Unrechts­ur­tei­len aus der NS-Zeit und ver­öf­fent­lich­te sie mit­samt den Namen der ver­ant­wort­li­chen Rich­ter und Staats­an­wäl­te. Dar­aus ent­stand die Aus­stel­lung „Unge­sühn­te Nazi­jus­tiz“. Für die Ver­jäh­rungs­de­bat­ten im Bun­des­tag und die Dis­kus­si­on per­so­nel­ler Kon­ti­nui­tä­ten in bun­des­deut­schen Behör­den gab sie wesent­li­che Impul­se.

Gott­fried Oy und Chris­toph Schnei­der wid­men sich in ihrem Buch „Die Schär­fe der Kon­kre­ti­on“ die­ser frü­hen Pha­se der Aus­ein­an­der­set­zung mit dem NS und ihren Fol­gen für die Neue Lin­ke vor 1968.

In der Ver­an­stal­tung wer­den die Auto­ren geschichts­po­li­ti­sche Über­le­gun­gen vor­stel­len, die dem Buch zugrun­de lie­gen.

Rein­hard Stre­cker wird als Akteur der „58er“ aus ers­ter Hand über die frü­he NS-Auf­ar­bei­tung berich­ten.

Anschlie­ßend gibt es Raum für eine gemein­sa­me Dis­kus­si­on die­ser Ansät­ze und ihrer Wir­kung.

 


Kulturbüro Sachsen in Gefahr

anti­fra* schließt sich den For­de­run­gen der betrof­fe­nen Pro­jek­te an:

Opferberatungsprojekte fordern mehr Unterstützung und warnen vor der drohenden Abwicklung von Beratungsprojekten in Sachsen

Am 4. Novem­ber 2013 jährt sich die Selbstent­tar­nung des NSU zum zwei­ten Mal.

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2. Novem­ber 2013: Demons­tra­ti­on zum Geden­ken an die Opfer des NSU, der sich am 4.11.2011 selbst ent­tarnt hat­te Foto: Bur­schel

Täg­lich regis­trie­ren die Bera­tungs­stel­len mehr als zwei bis drei rechts­mo­ti­vier­te Gewalt­ta­ten. Bei den Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den fehlt eine Zäsur in der Aus­ein­an­der­set­zung mit poli­tisch rechts, ras­sis­tisch und anti­se­mi­tisch moti­vier­ter Gewalt immer noch. Anläss­lich des zwei­ten Jah­res­ta­ges der Selbstent­tar­nung des Natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Unter­grunds (NSU) kri­ti­sie­ren die Bera­tungs­stel­len für Betrof­fe­ne poli­tisch rechts, ras­sis­tisch und anti­se­mi­tisch moti­vier­ter Gewalt, dass eine Zäsur bei den Straf­ver­fol­gungs­be­hör­den im Umgang mit ein­schlä­gi­gen Gewalt­ta­ten noch immer nicht statt­ge­fun­den habe. „Wir regis­trie­ren täg­lich zwei bis drei poli­tisch rechts, ras­sis­tisch oder anti­se­mi­tisch moti­vier­te Gewalt­ta­ten,“ sagt Robert Kusche, ein Spre­cher der Bera­tungs­pro­jek­te. So wur­de bei­spiels­wei­se am 21. Sep­tem­ber 2013 ein Imbiss­be­trei­ber tür­ki­scher Her­kunft in Bern­burg (Sach­sen-Anhalt) von Neo­na­zis an sei­ner Arbeits­stel­le ange­grif­fen und so schwer am Kopf ver­letzt, dass er zwei Wochen lang im Koma lag und ver­mut­lich blei­ben­de Schä­den davon tra­gen wird. „Und noch immer sind vie­le Betrof­fe­ne mit Poli­zei­be­am­ten und Staats­an­walt­schaf­ten kon­fron­tiert, die ras­sis­ti­sche Moti­ve igno­rie­ren oder ver­harm­lo­sen oder den Betrof­fe­nen eine Mit­ver­ant­wor­tung für die Angrif­fe zuschrei­ben,“ so Robert Kusche wei­ter.


Versagen mit System

Themen : Gedenkpolitiken, Neonazismus, NSU-Komplex · 0 Kommentare · von 31. Oktober 2013
Versagen mit System

Unter­stüt­zung erwünscht: Crowd­fun­ding für eine kri­ti­sche Aus­stel­lung zur Geschich­te des „Ver­fas­sungs­schut­zes“ Post vom Forum Kri­ti­sche Rechts­ex­tre­mis­mus­for­schung: „.… Viel­leicht hat Ihr bereits…


Zwei Jahre nach Eisenach

Themen : Neonazismus, NSU-Komplex, Rassismus · 0 Kommentare · von 31. Oktober 2013
Zwei Jahre nach Eisenach

Zahl­rei­che Ver­an­stal­tun­gen zur Selbstent­tar­nung des NSU Am 4. Novem­ber 2011 ging in Eisen­ach vor den Augen der Poli­zei ein Wohn­mo­bil in…


NSU-Watch erhält Otto Brenner Preis!

Themen : Neonazismus, NSU-Komplex · 0 Kommentare · von 17. Oktober 2013
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Vor dem Jus­tiz­zen­trum in der Nym­phen­bur­ger Stra­ße in Mün­chen: Pres­se­rum­mel beim NSU-Pro­zess Foto: NSU-Watch

Die Rosa Luxem­burg Stif­tung koope­riert in Sachen NSU-Kom­plex eng mit den Partner_innen von NSU-Watch, einem kri­ti­schen und unan­hän­gi­gen Inter­net­pro­jekt, das sich die Beob­ach­tung, Doku­men­ta­ti­on und kri­ti­sche Beglei­tung des Pro­zes­ses gegen fünf Ange­klag­te aus dem «Natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Unter­grund» (NSU) und sei­nem Umfeld auf die Fah­nen geschrie­ben hat. Die wert­vol­le Arbeit von NSU-Watch hat jetzt mit dem renom­mier­ten Otto Bren­ner Preis der gleich­na­mi­gen Stif­tung die ver­dien­te Aner­ke­nung erhal­ten: die RLS gra­tu­liert den Kolleg_innen und freut sich auf wei­te­re frucht­ba­re Zusam­men­ar­beit.


Lenin heißt jetzt Jesus

Themen : Gedenkpolitiken, Neonazismus, NSU-Komplex · 0 Kommentare · von 17. Oktober 2013

EisenkinderDie net­ten Kolleg_innen von kri​tisch​-lesen​.de haben eine Rezen­si­on des Buches „Eisen­kin­der“ von Sabi­ne Renne­fanz aus mei­ner Feder ver­öf­fent­licht: es ist die Lang­ver­si­on einer Rezen­si­on,  die in ana­ly­se + kri­tik, Nr. 585, vom 14.8.2013 gekürzt erschie­nen ist, und die den geneig­ten Leser_innen nicht vor­ent­hal­ten wer­den soll:

http://​www​.kri​tisch​-lesen​.de/​r​e​z​e​n​s​i​o​n​/​l​e​n​i​n​-​h​e​i​s​s​t​-​j​e​t​z​t​-​j​e​sus

 


Reise in die kritische Selbstreflexion

Themen : Gedenkpolitiken, Rassismus · 0 Kommentare · von 16. September 2013
Exzellentes Bildungsmaterial des Vereins glokal e.V.: „Mit kolonialen Grüßen… Berichte und Erzählungen von Auslandsaufenthalten rassismuskritisch betrachtet“

 

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Stra­ßen­blo­cka­de von Landbesetzer_innen: wäh­rend ein  Land­grab­bing unvor­stell­ba­ren Aus­ma­ßes in den Län­dern des glo­ba­len Südens statt­fin­det, müs­sen die Elen­den um ihre win­zi­gen Par­zel­len fürch­ten (wie hier 2011 in Nord-Argen­ti­ni­en in Ledes­ma, Pro­vin­cia de Sal­ta) Foto: Bur­schel

Spä­tes­tens mit der Euro­päi­schen Expan­si­on ist ein welt­wei­tes Unter­drü­ckungs­sys­tem ent­stan­den, in wel­chem nicht-wei­ße Men­schen von wei­ßen Europäer_innen zu Mil­lio­nen aus­ge­beu­tet, ver­sklavt, ver­schleppt, miss­han­delt und ermor­det wur­den. Die­ser Zustand der Ungleich­heit und Ungleich­wer­tig­keit, die Zwei­tei­lung der Welt in die Pri­vi­le­gier­ten und die Miss­brauch­ten, ent­wi­ckel­te sich auch über die poli­ti­schen und kul­tu­rel­len Epo­chen Feu­da­lis­mus, Auf­klä­rung, Indus­tria­li­sie­rung, Impe­ria­lis­mus und Kolo­nia­lis­mus sowie Kapi­ta­lis­mus wei­ter und hat bis heu­te Bestand. Ein mör­de­ri­scher, aber funk­tio­nel­ler Ras­sis­mus, der sich im Lau­fe des 19. Jahr­hun­derts pseu­do-wis­sen­schaft­li­che Wei­hen zuleg­te und im Holo­caust einen bis­her ein­ma­li­gen, unvor­stell­bar grau­sa­men Kli­max sah, lie­fert für die­sen Zustand eine dau­er­haf­te Grund­la­ge, die den glo­ba­li­sier­ten All­tag mit kata­stro­pha­ler Dyna­mik bestimmt. Eine über­wie­gend männ­lich sozia­li­sier­te, wei­ße, hete­ro­se­xu­ell ori­en­tier­te, mehr oder min­der gebil­de­te Klas­se aus den west­li­chen Indus­trie­na­tio­nen oder dem glo­ba­len Nor­den domi­niert jede Ent­wick­lung auf dem Glo­bus und bestimmt die Geschi­cke der Welt und der Men­schen,  die auf ihm leben, vor allem im glo­ba­len Süden. Der Anspruch wei­ßer Antirassist_innen muss also von jeher sein, die eige­ne Pri­vi­le­giert­heit in die­ser Kon­stel­la­ti­on zu erken­nen und das eige­ne Weiß­sein kri­tisch zu reflek­tie­ren, um zu ver­hin­dern, dass sie die anso­zia­li­sier­te Domi­nanz im All­tag, im Dis­kurs, in Poli­tik, Geschlechts­le­ben und poli­ti­scher Pra­xis immer und immer wie­der repro­du­zie­ren und die inak­zep­ta­blen Ver­hält­nis­se auf die­sem Pla­ne­ten zemen­tie­ren. Wer als der­art sozia­li­sier­te Per­son im Wes­ten auf­ge­wach­sen ist, kann sich über die­se ver­häng­nis­vol­le Situa­ti­on wohl bewusst sein und dabei unter Umstän­den nicht mer­ken, dass er oder sie auch mit einem liber­tä­ren, wie auch immer lin­ken und kri­ti­schen Anspruch den­noch Teil des Pro­blems bleibt und Struk­tu­ren der Ungleich­wer­tig­keit repro­du­ziert.


Aufstand in Sobibór: Ein Zeitzeuge berichtet

Themen : Gedenkpolitiken · 0 Kommentare · von 3. September 2013

Phi­lip Bia­lo­witz berich­tet der­zeit als Zeit­zeu­ge in ver­schie­de­nen Län­dern über die Ereig­nis­se im Ver­nich­tungs­la­ger Sob­obór Mit­te Okto­ber 1943: er ist einer der letz­ten Über­le­ben­den des Auf­stan­des dort.

Am kom­men­den Mon­tag, 9. Sep­tem­ber 2013, ist er — auf Ein­la­dung der geschätz­ten Kolleg_innen vom Bil­dungs­werk Sta­nis­law Hantz - in Ber­lin zu Gast: eine sel­te­ne und wert­vol­le Gele­gen­heit, über das Gesche­hen damals aus dem Mun­de eines Augen­zeu­gen zu hören.

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Phil­ipp Bia­lo­witz

Aufstand in Sobibór

Ver­an­stal­tung mit Phi­lip Bia­lo­witz

Ein­füh­rung: Prof. Tho­mas Sand­küh­ler

Datum: 9. Sep­tem­ber 2013, 19 Uhr

Hum­boldt-Uni­ver­si­tät zu Ber­lin Haupt­ge­bäu­de (Unter den Lin­den 6, Raum 2002)

Im Ver­nich­tungs­la­ger Sobi­bór wur­den in den Jah­ren 1942 und 1943 min­des­tens 180.000 jüdi­sche Men­schen ermor­det. Die Lei­chen der Män­ner, Frau­en und Kin­der wur­den zu Beginn in Mas­sen­grä­bern ver­scharrt, spä­ter wur­den sie unter frei­em Him­mel ver­brannt. Am 14. Okto­ber 1943 star­te­ten die jüdi­schen  Häft­lin­ge einen Auf­stand. Sie töte­ten meh­re­re SS-Män­ner und Ange­hö­ri­ge der Wach­mann­schaf­ten und orga­ni­sier­ten die Flucht, bei der über 600 Men­schen ent­ka­men. Min­des­tens 47 von ihnen erleb­ten das Kriegs­en­de. Der Auf­stand von Sobi­bór war eine der wich­tigs­ten Wider­stands­hand­lun­gen gegen die deut­sche Ver­nich­tungs­po­li­tik und schloss an eine Rei­he von Aktio­nen an,  von denen die Auf­stän­de in den Ghet­tos von War­schau und Białys­tok sowie im Ver­nich­tungs­la­ger Treb­lin­ka die bekann­tes­ten sind.

Phi­lip Bia­lo­witz war einer der Auf­stän­di­schen von Sobi­bór. Auf­ge­wach­sen in dem ost­pol­ni­schen Schtetl Izbi­ca, wur­de er im April 1943 nach Sobi­bór depor­tiert. Nur weni­ge konn­ten dort dem Tod ent­rin­nen. Eini­ge wur­den nach der Ankunft zur Arbeit aus­ge­wählt, um den Lager­be­trieb auf­rech­zu­hal­ten. Einer von ihnen war Phi­lip Bia­lo­witz.

Nach dem Krieg wan­der­te er in die USA aus, wo er bis heu­te lebt. 2010 sag­te er als Zeu­ge im Dem­jan­juk-Pro­zess in Mün­chen aus.

Hier fin­det man wei­te­re Infor­ma­tio­nen auf Face­book.


Der Aufstieg der Nazipartei «Goldene Morgenröte»

Themen : Neonazismus, Rassismus · (2) Kommentare · von 3. September 2013
Faschistische Mobilmachung im Zuge der Krise in Griechenland

Neue Bro­schü­re von Dimi­tris Psarras

Eine der wich­tigs­ten Fol­ge­er­schei­nun­gen der öko­no­mi­schen, sozia­len und
poli­ti­schen Kri­se in Grie­chen­land ist das Auf­tau­chen der offen natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Grup­pie­rung Chry­si Avgi (Gol­de­ne Mor­gen­rö­te) auf der poli­ti­schen Büh­ne des Lan­des.

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Anti­fa­schis­ti­sches Pla­kat in Athen im Dezem­ber 2012 Foto: Bur­schel

Es han­delt sich um eine Orga­ni­sa­ti­on, die nur weni­ge Jah­re nach dem Ende der Obris­ten-Dik­ta­tur (1967–1974) ent­stan­den ist, aber bis 2009 weit­ge­hend ein Dasein am äuße­ren Rand der Gesell­schaft fris­te­te und kaum von der Öffent­lich­keit wahr­ge­nom­men wur­de.

Seit ihrem offi­zi­el­len Grün­dungs­jahr 1980 ver­tritt Chry­si Avgi – unge­ach­tet ihrer bis­lang eher gerin­gen Bedeu­tung – immer die­sel­ben poli­ti­schen Bot­schaf­ten und stützt sich nach wie vor auf den­sel­ben Füh­rungs­kern. Die Orga­ni­sa­ti­on hat schon immer gezielt Gewalt als Mit­tel der poli­ti­schen Aus­ein­an­der­set­zung ein­ge­setzt. Wie gelang es die­ser allen Erns­tes auf den his­to­ri­schen deut­schen Natio­nal­so­zia­lis­mus fixier­ten Grup­pie­rung über so vie­le Jah­re hin­weg, «unsicht­bar» und zugleich in stän­di­ger Bereit­schaft zu blei­ben, um den geeig­ne­ten Augen­blick abzu­pas­sen, ihre häss­li­che Frat­ze in aller Öffent­lich­keit zu ent­blö­ßen und damit auch noch einen so gro­ßen Erfolg zu haben?

Eine PDF-Ver­si­on zum Down­load fin­det Ihr hier. Eine Papier­aus­ga­be der Bro­schü­re wird es ab Anfang Okto­ber 2013 geben.

Der Jour­na­list und Faschis­mus-Exper­te Dimi­tris Psarras ist auch Autor des (in Grie­chen­land erschie­ne­nen) Buchs »Die Schwar­ze Bibel der Gol­de­nen Mor­gen­rö­te« über die Geschich­te, die Ideo­lo­gie und die Zie­le der grie­chi­schen Neo­na­zis. In der neu­en Bro­schü­re des Euro­pa-Büros der Rosa Luxem­burg Stif­trung sind sei­ne Erkennt­nis­se nun end­lich auf Deutsch zusam­men­ge­fasst.

Im Novem­ber 2012 hat Psarras der jung­le world ein Inter­view gege­ben.